So gut waren Sigur Rós in der Samsung Hall

Das isländische Trio Sigur Rós beerte am 18. Oktober 2017 die Schweiz mit einer Show in der Samsung Hall. Ohne Support-Act startete das Konzert pünktlich um 20:30 Uhr. Wer sich zu Beginn dachte, der Abend dürfte schnell vorbei sein, hat weit gefehlt. Die Band spielte ein Konzert, das sie in zwei Sets von je einer Stunde unterteilten. Dazwischen gab es 20 Minuten Pause.
Die erste Hälfte des Abends nutzten Sigur Rós vor allem um Songs von ihrem neuen Album vorzustellen, das Anfang nächsten Jahres erscheinen soll. Es wird schnell klar, dass die Band weiss, wie der Hase läuft und wie man eine eindrückliche Show spielt. Zu dritt schaffen sie es, mit Schlagzeug, Bass, Gitarre (zum grössten Teil mit einem Geigenbogen gespielt) und einer guten Dosis Synthies einen Klangteppich zu schaffen, welcher das ganze Publikum mitnimmt. Die Synthies werden zu einem Grossteil ebenfalls von der Band geliefert. Nur ein kleiner Teil kommt ab Band, was mich als Musiker natürlich sehr freut. Über allem steht aber die unvergleichliche Stimme von Sänger Jónsi. Wenn es Engel geben würde, bin ich sicher, dass sie mit seiner Stimme singen würden.

Dass es nach einer Stunde eine 20 Minuten lange Pause gab, mag einige Zuschauer verwirrt haben. Ich selber fand es aber sinnvoll und ich war dankbar, dass ich mich kurzzeitig etwas erholen konnte. Die Songs und der Gesang sind neben ihrer absoluten Schönheit auch anstrengend. Und wie man es sich ja denken konnte, drehte die Band in der zweiten Hälfte noch mal so richtig auf. Auch die Lichtshow wurde jetzt auf ein neues Level gebracht. Mit zwei LED-Teppichen, Projektionen und diversen Lightbars und Scheinwerfern, wurde das Konzert in andere Welten befördert. Obwohl man gerne die Augen schliessen und sich von der Musik davon treiben lassen wollte,  war man einfach nicht im Stande dazu. Die Visuals waren einfach zu gut. Speziell erwähnen muss man hier noch “Sæglópur”. Sowieso schon einer ihrer ganz grossen Songs, war dieser live und mit den visuellen Effekten einfach unbeschreiblich.

Beendet wurde das Konzert mit den zwei überragenden Songs “Kveikur” und “Popplagið”. Mir gefiel es gut, dass die Band keine Zugabe fix in ihr Set einbaute und somit auch keine spielte. Geplante Zugaben sind mir nämlich ein Graus. Dafür kamen sie nochmals auf die Bühne verbeugten sich vor dem Publikum wärend im Hintergrund gross “Takk” (isländisch für Danke) an die Wand projiziert wurde. Das Konzert war für mich also einfach nur grossartig und ich hätte grundsätzlich für das Review auch nur ein Satz schreiben können, dem nichts hinzuzufügen wäre: Sigur Rós sind eine überragende Band und ihre Live-Show ist überwältigend.