20.10.2017 – «The Rawk Shows» im Sedel Luzern

Am Freitag, 20. Oktober gastierten wir mit unseren «The Rawk Shows» im Sedel in Luzern. Nach einer schönen Überlandfahrt durchs Emmental fanden wir uns kurz nach fünf Uhr im ehemaligen Gefängnis ein. Die früheren Gefängniszellen sind heute übrigens Proberäume für Bands und finanzieren durch die Vermietung einen grossen Teil des Sedel-Klub Betriebes.

Boris und seine Crew nahmen uns herzlich in Empfang, im Backstage warteten bereits Snacks und Getränke auf die beiden Bands und kurz darauf ging es auch schon mit dem Soundcheck los. Ich begutachtete in der Zwischenzeit die abertausenden von Stickern an den Wänden. Der ganze Eingangsbereich sowie auch der Klub selber sind volltapeziert mit Veranstaltungspostern und Bandstickern. Von draussen wehte immer wieder ein Bauernhofduft hinein – der einzige Nachbar des Sedels ist ein Schweinebauernhof. Wir Burgdorfer sind ja bekanntlich Landeier und fühlten uns somit wie zuhause.

Zum Abendessen servierte uns Boris eine leckere Lasagne, die seine Freundin für uns gekocht hatte. Dazu gab es gesunden Salat und für die Veganer einen Burrito, der extra bestellt wurde. Gut genährt wagten wir einen ersten Blick vor die Bühne – ob wohl ein paar Nasen den Weg auf den Sedel-Hügel finden würden? Wir rechneten ehrlich gesagt nicht mit grossem Besucheraufmarsch. Warum? Na ja, anscheinend spielten zwei Bands im Treibhaus, die unsere Veranstaltung „konkurrierten“. Offen gesagt hatte ich keinen blassen Schimmer, wer diese Bands sind und habe mich belehren lassen, dass eine davon nur sehr selten spielen würde und daher dieses Konzert nicht verpasst werden durfte. Nun gut, ändern konnten wir diesen Zustand nicht und somit startete der Konzertabend mit einer bescheidenen Anzahl Besuchern vor der Bühne.

Die Lokalmatadoren Guns Love Stories liessen sich durch diese Tatsache aber nicht beirren und beglückten uns mit einem ausgezeichneten Konzert! Freunde, diese Jungs sind live eine Wucht! Sie spielten sich mit ihrem Southern-Rock, mit einer grossen Portion Emo, direkt in mein Herz. Sänger und Gitarrist Thom, neben der Bühne stets ruhig und überlegt, singt sich auf der Bühne seine Seele aus dem Leib. Und hey, auch das Publikum schien begeistert und verlangte schon vor Ende des Sets weitere Zugaben. Hach, ich hätte noch ewig zuhören können und bin sehr froh, dass ich sie bei unseren nächsten «The Rawk Shows» nochmals zu Ohren bekommen werde.

Mit GROOMBRIDGE enterte an diesem lauschigen Freitagabend die zweite und letzte Band die Sedel-Bühne. Sänger Dyle meinte zu Beginn: „In England haben wir einmal vor einem einzigen Besucher gespielt. Aber das spielt für uns keine Rolle. Wir geben immer unser Bestes.“ Und das taten die Alternative Rocker aus Burgdorf. Sie spielten ihr abwechslungsreiches Set mit so viel Leidenschaft, Können und Routine, dass man sich diese Band problemlos auf einer riesigen Stadionbühne vorstellen kann, wenn man für ein paar Sekunden die Augen schliesst.

An dieser Stelle möchte ich gerne ein riesen Dankeschön an beide Bands und den Sedel aussprechen. Ich habe schon oft erlebt, dass Bands und Veranstalter bei wenig Publikum angepisst waren, und dies die anwesenden Hörer auch spüren liessen. Das geht in meinen Augen überhaupt nicht. Natürlich macht ein zahlreiches Publikum mehr Spass, aber jeder einzelne Zuschauer hat eine gute Show verdient. Und an diesem Freitag haben wir zwei ausgezeichnete Konzerte gehört und gesehen. Die beiden Bands verdienen so viel mehr Aufmerksamkeit! Wie bringt man die Menschen dazu, sich die Musik anzuhören?

Fotos gibt es hier.