24.03.2015 – John Coffey in Solothurn

Am Dienstag, 24. März, ging es bereits zum zweiten Mal in zwei Tagen Richtung Solothurn. Nach viel Show und für mich eher bescheidener Musik mit Black Veil Brides und co. am Sonntag, freute ich mich auf bitzeli Punk an einem Dienstagabend. John Coffey und Irøn Wolf? Vor Prünells Anfrage für Promo habe ich zugegebenermassen nie etwas von den Bands gehört. Wie auch immer, mein Job bei rawk.ch bringt es zum Glück mit sich, dass man für sich bis anhin unbekannte Perlen entdeckt.

Es ist immer wieder schön, die Raumbar des Kofmehls zu betreten. Ich fühle mich dort stets willkommen und alles läuft unkompliziert. Ein Bierchen gefasst an der Bar plauderten wir mit anderen Gästen, bis Irøn Wolf aus Deutschland die Bühne betraten. Sänger Marco, der auch auf der Bühne noch kleiner schien als ich und meine ebenfalls weibliche Begleitung, wirbelte mit seinen halblangen Haaren auf der Bühne herum. Sein Gesang lässt sich irgendwo zwischen Screams und Growls einordnen. Auf gut Deutsch schrie er sich durch das kurze Set der Band, was aber keinesfalls negativ gemeint ist. Solide, harte Gitarren und kraftvolles Schlagzeug – der hardrock-punkige Sound kam auf jeden Fall mit viel Druck aus der guten Raumbar-Anlage.

iron wolf

Danach war ich gespannt wie ein Flitzebogen, was John Coffey uns zu bieten haben. Immerhin sollen sie in Benelux eine grosse Punkrock-Nummer sein und schon das Groezrock kräftig gerockt haben. Sie beehrten das Kofmehl nach 2009 nun dank Prünell zum zweiten Mal. Aber hallo Freunde, diese langhaarigen Schnauzträger wissen, wie man eine Bühne, nein, einen ganzen Club zum Beben bringt! Sänger David nahm die ganze Raumbar in Beschlag. Mit Mikroständer im Schlepptau wurde mal vor der Bühne, oder direkt in der Menge weitergesungen. Wo nimmt der kleine Mann bloss seine Energie her und wie trifft er bei der ganzen Performance auch noch jeden Ton? Das wissen wohl nur die Holländer themselves.

johncoffey1

Das vorwiegend männliche Publikum dankte mit ein paar Circlepits und pogte fleissig hin und her. Der Sound von John Coffey ist so abwechslungsreich, dass man beim mitstämpferlen ständig den Rhythmus wechseln muss, um nicht wie ein Bewegungslegastheniker auszuschauen. Die Stimmung im Kofmehl war spätestens beim Hit „Broke Neck“ top. Kurzerhand wurden wir von David alle auf die rechte Raumbarseite verbannt. Warum? Na logo, schaut dann so aus, als ob wir alle für den Merchstand anstehen würden. Gefreut haben sie sich übrigens wie kleine Kinder über die hübsche Torte mit ihrem Foto drauf. Coole Idee!

Ein gelungener Dienstagabend im Kofmehl ging zu Ende und dank der anständigen Zeitplanung waren wir bei Zeiten wieder im warmen Bett. John Coffey – immer wieder gerne!