Interview mit Coldrain aus Japan – Aline traf Sänger Masato im Komplex Klub

Nachdem wir das Chaos auf der A1 doch noch bewältigen konnten und mit 15 Minuten Verspätung in unserer Planung gerade noch rechtzeitig in Zürich im Komplex ankamen, konnten wir das Interview mit Coldrain wie geplant durchführen. Erwartet wurde ich von einem durchaus sympathischen Management, welches mir meinen Interviewpartner vorstellte.

Hattet ihr eine gute Anreise nach Zürich?
Masato: Ja es war eine lange Fahrt von Wien nach Zürich. Sie dauerte neun Stunden. Aber es war eine sehr schöne Landschaft, durch die unsere Reise führte. Wir sind das zweite Mal überhaupt in Europa. Besonders aufgefallen ist uns das viele Grün, sehr schön!

Das stimmt, obwohl wir ein eher kleines Land sind haben wir eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit viel Grün. Hattet ihr noch ein wenig Zeit um hier etwas anzuschauen?
Masato: Nein, noch nicht. Unsere Anfahrt hier hin hat den ganzen Tag lang gedauert, aber ich hoffe wir können morgen etwas unternehmen.

Habt ihr morgen auch eine Show?
Masato: Nein, morgen ist ein freier Tag aber es geht rasch weiter.

Wenig Zeit für Freizeit ist wohl an der Tagesordnung auf einer Tour. Wie wichtig ist für eine japanische Band ihr Style?
Masato: Oh, das ist eine schwierige Frage. Also ihr meint unser Look?

Ja, viele Bands aus Japan wirken für uns etwas freaky.
Masato: Ich denke, es hängt stark von der Musikszene ab. In Japan gibt es viele Visual Key Bands, welche durch ihr Aussehen besonders auffallen. Aber wir machen eigentlich nicht zu viel, wir blondieren Mal unsere Haare, aber wir stylen uns nicht zu crazy. Wir sind vielleicht eine der ersten Bands in Japan, welche enge Jeans, abgeschnittene T-Shirts und Sachen aus diesem Style-Bereich tragen. Das war vorher nicht sehr populär. Es ist nicht zu anders, aber ich denke Japan ist bekannt für flashige Styles und davon heben wir uns ab. Ich glaube grundsätzlich ist es egal, wie man aussieht, so lange man als Artist das Innere auch nach aussen tragen kann.

Ich finde es sehr interessant wie verschieden der Status des Styles einer Band sein kann in den verschiedenen Ländern.
Die Schweiz ist ein hartes Pflaster für junge Bands, um Bekanntheit zu erlangen Europa- und auch weltweit. Unsere Szene für Metalcore und dergleichen ist verhältnismässig eher klein, was uns aber stark macht ist der grosse Zusammenhalt. Ich finde es immer wieder toll dass man überall an ein Konzert gehen kann und immer die gleichen Leute sieht und die Szene dazu immer grösser wird. Wir denken in Japan ist es ähnlich oder? Wie erlebt ihr diese Situation?
Masato: Wir leben auf einer Insel in Asien und viele Bands gehen gar nicht über die Landesgrenzen hinaus, weil Japan einen grossen Musikmarkt hat. So ist es für die Leute auch schwieriger mit anderen in Kontakt zu kommen. Coldrain und Crossfaith gehören zu den ersten Bands unserer „Grösse“, die auch ausserhalb von Japan auf Tour gehen können. Bands und Artisten sind meistens schon viel bekannter, bevor sie überhaupt mal ausserhalb von Asien eine Tour starten. Aber wir haben bereits früh entschieden, dass wir gerne mehr von der Welt sehen möchten. Ich denke es ist wahrscheinlich leichter für Bands aus Ländern wie der Schweiz, welche mitten in Europa sind und auf kurzem Weg schon ins nächste Land kommen. Die Szene für Metal- und Hardcore Bands war in Japan schon immer klein, aber ich denke auch diese wird wachsen, denn es hören immer mehr Kids diese Musik. Andere Kulturen fliessen ein, gerade durch Youtube und andere Social Medias. Die Meinungen und Horizonte werden dadurch erweitert.

Wenn du ein Superhero wärst, was wären deine speziellen Fähigkeiten?
Masato: Ich möchte fliegen können. Und ich möchte auch heilen können – mich und andere Personen. Also eigentlich könnte ich ja alles können, so kannst du nichts verlieren. Aber Fliegen möchte ich definitiv können.

Bist du schon mal mit einem Gleitschirm geflogen?
Masato: Oh nein. Ich wollte diesen Monat gehen, aber leider hat es geregnet und es war zu windig, darum mussten wir den Plan abbrechen. Wenn ich zurück in meiner Heimat bin werde ich das sicher nachholen. Ist dieser Sport bekannt hier?

Ja es ist sehr bekannt hier bei uns, wir haben natürlich auch viele Berge. Auch Sportarten wie Fallschirmspringen, Base Jumping und alles, was man so machen kann.
Masato: Sehr cool.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Masato: Wir haben schon sehr viele Auftritte gehabt in Japan und wir haben dort auch eine grosse Fanbase. Eigentlich genug für unseren Standard und wir haben hart dafür gearbeitet. Aber natürlich möchten wir diese Fanbase möglichst in alle Länder erweitern. Wir möchten nicht nur ein Zuhause haben sondern um die 50 verschiedene das wäre super. Überall auf der Welt zu Hause sein, das wärs.

Nun sind wir schon am Ende unseres Interviews – vielen Dank für dieses sympathische Gespräch!