03.11.2017 – Casper in der Samsung Hall

Normalerweise plane ich im Voraus, am Freitag war das aber anders. Donnerstagabend entschied ich mich, dass ich unbedingt ans Casper Konzert in der Samsung Hall gehen will. Thank god, oder in diesem Fall dank Tina, hat das mit der Akkreditierung auf den letzten Drücker doch noch geklappt und ich sass glücklich im Zug Richtung Zürich.

In Stettbach angekommen war das finden der Samsung Halle ein Zuckerschlecken, ebenso die Taschen- und Billetkontrolle. So waren wir in Kürze im Konzertsaal angekommen. Dort fing nach wenigen Minuten Fatoni mit seinem Set an. Das war leider ein bisschen zu kurz, dafür lyrictechnisch einwandfrei. Das ich eine Schwäche für Deutschrap habe, ist ein offenes Geheimnis. Man kann ja nicht nur einer Musikrichtung treu bleiben. Mit seinen witzigen Texten und den abwechslungsreichen Beats überzeugte mich Fatoni sofort. Auch gab es Pluspunkte für die Requisiten auf der Bühne. Als alle mitsingen mussten, warnte er das Publikum, dass er jeden ausbuhen lassen würde, der nicht mitsingt. Als nach dem dritten Versuch auf jemand gezeigt wurde, der scheinbar nicht mitgesungen hatte, liess er das Publikum diese Person ausbuhen. Und schimpfte danach mit dem Publikum, dass es ohne wenn und aber bei so einem Unterfangen mitmachte. Von wegen neutrale Schweiz. Ich fand’s ziemlich witzig.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde das Bühnenbild, das von einem riesigen Vorhang mit dem Coverbild der neuen Scheibe abgedekt wurde, gelüftet. Das Bühnenbild bestand aus einer schrägen Ebene, auf welcher die Musiker rechts und links verteilt waren. Casper betrat die Bühne und das Publikum rastete aus. Und das zu recht. Er erkläre, dass es ihm nicht so gut ging und er am kränkeln sei, um eine Sekunde später herumzuhüpfen wie ein Gummiball. Die Visuals, welche im Hintergrund abgespielt wurden, unterstrichen die Musik, ohne davon abzulenken. Das Set war eine Stimmungsschwankung in Musikform. Von „Michael X“ zu „Mittelfinger Hoch“ in einem Atemzug. Es ging rauf und runter – die Gefühlslage des Publikums wie auch Casper auf der schrägen Bühne. Dann verschwand er, um im nächsten Moment hinter dem Publikum beim der Tontechnik, oder war es eine kleine Bühne (?), wieder aufzutauchen und dort gehörig Gas zu geben. Und weil ein Bühnenwechsel nicht reichte, wurde auch noch von einer schwebenden Bühne Gebrauch gemacht. Und zwar zum passendsten Song für sowas: „Sirenen“. Nach einem hammermässigen Set verabschiedeten sich Casper und seine Band nach einer Zugabe von der Bühne. Er bedankte sich, dass so viele Leute da waren und zu seinen Songs sangen und man merkte, dass es wirklich von Herzen kam. Und wir bedankten uns mit einem gehörigen Applaus dafür, dass wir dieses Spektakel miterleben durften. „Lang lebe der Tod“ funktioniert genauso gut live wie auf CD.

Es war für mich das erste Mal in der Samsung Hall, und ich muss sagen: Für ein Casper-Konzert hätte ich mir keine bessere Location vorstellen können. Die Bühne wurde super ausgenutzt. Das Parkett war ordentlich gefüllt, ohne zu voll zu sein. Die Hall ist innen ausserordentlich hübsch anzusehen. Auch wenn das die meisten nicht interessiert, mir fallen solche Sachen eben auf. Und es unterstütze die Atmosphäre. Ausserdem war der Zeitplan gut eingeteilt, so dass alle noch nach Hause fanden. Deswegen ein grosses Dankeschön an  Mainland Music, die auch noch am Morgen vor der Show Klein Vera auf die Gästeliste setzten und ein solches Konzert ermöglichten.