Album Review: Sooma – “Sooma”

Wer denkt, die Schweizer Rockszene sei eingeschlafen, hat falsch gedacht. Es lärmt in den unterirdischen Proberäumen und immer mehr Bands wagen es auch, ihren Sound an die Oberfläche zu bringen. Am Freitag, dem 11. November hat die Zürcher Band Sooma ihr selftitled Debütalbum aus der Erde gehoben und im Kochareal  der Welt vorgestellt. Was ihr vom Album “Sooma” und dem gleichnamigen Trio erwarten könnt, erzähle ich euch in den nächsten paar Abschnitten.

Was Sooma bedeutet, zeigt sich schon im ersten Track “Uncle”. Treibende Rhythmen, beissende Crunch-Gitarre, ein Fuzzy Bass und dazu eine kräftige aber monotone Stimme, welche die Geschwindigkeit der Instrumente wieder ausgleicht. Pausen gibt es keine. Gleich darauf ziehen die drei Jungs auch den zweiten Track “Kneel” durch.  Im ersten Musikvideo zu diesem Album wurde der dritte Song “Belgrad” verfilmt, bei welchem sich zum ersten Mal das Schlagzeug etwas beruhigt, zumindest in den Strophen. Sooma erinnern mich soundmässig an meine Schweizer Lieblingsband Slag in Cullet, die mittlerweile leider aufgehört hat. Groove und eine feine Dissonanz spielen Hand in Hand.

“Misli Teku” verstehe ich nicht, trotzdem erfahre ich durch dieses Lied einiges über die Band. Die serbischen Wurzeln von Bassist Stefan färben auf Sooma ab, wie sein Big Muff. Der Balkan ist scheinbar die zweite Heimat dieser Typen. Die erste Tour hat sie in den Südosten getrieben und Belgrads Häuser dienen auch gleich als Kulisse für das oben genannte Musikvideo.

Die Musik Soomas ist schwer. “Falling Apart” scheint eine Konsequenz zu sein von diesem permanenten Druck. Es sind genau diese wuchtigen Songs, die den Sound der Band ausmachen und die Songs ineinander vereinen. Dazu kommt Leadsänger Yannicks Stimme. Ein Sänger, der, bevor er auf der Bühne steht, nicht auffällt. Öffnet er seinen Mund, erklingt aber eine kräftige Männerstimme. Eingesetzt wird sie sehr monoton und ohne grosse Melodien. Der Stimmeinsatz erinnert mich dabei an Michaels Seles Gesang bei Beauty of Gemina.

Inspiriert sind die Jungs wohl aus allen Genres mit verzerrten Gitarren. “Frame” wiederspiegelt dabei mit seinen 53 Sekunden Spielzeit den stürmerischen Punk. Strassenpunk klingt aber anders. Rhythmisch greifen Sooma tief  in die Trickkiste. Die Band ist sehr tight, live wie auch auf dem Album. Auch rhythmisch hat die Band einiges auf dem Kasten. Für mich könnte Sooma aber noch ein wenig melodiöser und harmonischer sein. Von der harmonisch ersten Stufe bewegt sich die Band eher selten weg.

Trotzdem bewegen die Songs “Cut it Out” und “Karoshi”. Viel Kraft kommt mit der Verspieltheit von Queens of the Stone Age und mit der Wucht vom frühen Nirvana daher.

Mit dem letzten Song “Hesitation” zeigen Sooma nochmals, was sie drauf haben. Es ist mein Favorit von dieser Platte. Er kombiniert Wucht, Melancholie und Sooma. Mit diesem Song überzeugen sie und dass nicht nur auf CD sondern auch auf der Bühne. Die Plattentaufe im Koch hat gekocht.

Hört euch das Album an und überzeugt euch selbst. Das nächste mal live spielen Sooma am 6. Januar in Ebrietas Zürich.

Uncle
Kneel
Belgrad
Misli Teku
Joy
Falling Apart
Frame
Cut It Out
Karoshi
Hesitation