So war’s bei Invoker, Anthem For A Dying Day, Sacrificed With A Scythe, THORN im Coq d’Or

Disclamer: Ich würde behaupten, dass ich sehr professionell und zuverlässig bin. Und wenn es um Show-Reviews geht, versuche ich immer alle Bands zu sehen und mir in Gedanken Notizen zu machen. Aber manchmal spricht das Bier zu mir. Und als Fasnächtlerseele kann man am 11.11. nicht stocknüchtern bleiben. Aus ein, zwei Bierchen wurden dann aber schnell mal vier, fünf. Deswegen kann es gut sein, dass ich hier etwas durcheinander bringe. Ihr dürft mich gerne korrigieren und die Leviten lesen. Aber ich denke mein Sonntag war Strafe genug.

Ich war vorher noch nie im Coq d’Or. Schande über mich. Das Lokal gefällt mir sehr gut. Es erinnert mich ein bisschen ans Bruch Brothers, einfach in grösser. Das Konzert wurde von Say Cheese und Anthem For A Dying Day veranstaltet.

Der Abend begann mit einem ordentlichen Knall namens THORN. Die sechs Nasen aus Olten gibt es seit 2015. Sie spielen progressiven Metalcore. Und diese Kombination sagt mir definitiv zu. Und auch dem Publikum, denn es waren schon ziemlich viele Leute anwesend. Und die fühlten die Musik richtig. Es wurde getanzt, gemosht und der Keller war schnell auf 45°C vorgeheizt.

Als nächstes waren Sacrificed With A Scythe dran. Die Zürcher mischen laut eigenen Angaben Thrash-Metal und Hardcore. Und das funktioniert einwandfrei. Die Growls und Screams passten gut auf die Mischung aus Breakdowns und Harmonischen Melodien. Sänger Mike hielt es kaum auf der Bühne aus, einmal war er vor uns im Publikum, einmal ganz hinten. Hin und her und hin und her, und ich staunte nicht schlecht, wie viel Energie eine einzelne Person haben kann. Es waren zwar ein bisschen weniger Leute im Publikum, aber das tat der ganzen Sache keinen Abbruch.

Danach waren Anthem For A Dying Day an der Reihe. Die fünf Herren spielen Metal mit Metalcore-Einflüssen. Spätestens hier fing das Bier mir in meinen Abend reinzureden. Ich weiss noch, das ich die Mukke ziemlich gut fand. Es haute so richtig rein. Herrlich brutal und mitten in die Fresse. Ausserdem standen vier der fünf Mitgliedern in chicen weissen Hemden auf der Bühne. Soviel dazu. Ich habe aber nicht das ganze Set gesehen, dass sie gespielt haben, aber was ich gesehen habe, hat mir gefallen.

Als letztes waren INVOKER an der Reihe. Oder Inkover, denn laut Coq d’Or haben sie sich umbenannt. Die Luzerner nahmen es aber mit viel Humor. Für alle die INVOKER noch nicht kennen; sie spielen melodischen Hardcore. Und das mit unglaublich viel Emotion. Ich bin jedes Mal wieder positiv überrascht, wie tief die Musik geht. An diesem Abend wurden die Drums von zwei Gästen, Miguel von Deconvolution und Tim von Whiteout, gespielt, weil Schlagzeuger mit einer Grippe daheim im Bett lag. Ebenfalls einen Gastauftritt hatte Mauro von Defender. Sie spielten das komplette Album „Four Wall Nightmare“ und die anderen im Publikum feierten es genau so fest wie ich. Falls ihr das Album noch nicht gehört habt; schnell hier eine Kostprobe:

 

Natürlich wurde vor, zwischen und nach den Konzerten viel geplaudert und die Hälfte davon wieder vergessen. Mir blieb aber noch der arme Herr Oltener im Gedächnis, der mit dem Velo nach Hause fahren musste bei diesem verschissenen Wetter. Ich hoffe, du bist nicht allzu durchnässt angekommen. Ich endete am Schluss irgendwie noch an einer Hundsverlocheten, aka der Baarer Chilbi. Als hätte ich nicht schon genug getrunken und wäre längst bettreif gewesen. Aber ich fand am Ende wieder nach Hause und das ist die Hauptsache. Vielleicht sollte ich das nächste Mal etwas richtiges essen, bevor ich ins Coq d’Or gehe.