Never Say Die! Tour 2017 im Z7 – so war’s

Was haben sieben Bands, ein Nudist, und das A4-Format gemeinsam? Sie alle waren Teil der diesjährigen Impericon Never Say Tour in Pratteln:

Besucht man ein Mini-Festival, das etwas mehr als fünf Stunden dauert und bei dem in dieser Zeitspanne sieben Künstler auftreten, erlebt man doch so einiges. Eigentlich war unser Plan ja, alle Bands zu sehen. Doch leider sind wir beim Eingang ein wenig aufgehalten worden. Das Dilemma: die neue Gepäckregel im Z7. Denn nun darf man nichts mehr aufs Gelände nehmen, was grösser als das A4-Format ist. Ok, ich bin auch für angemessene Sicherheitsregeln. Aber wenn man so eine Regel aufstellt, dann sollten diejenigen Gepäckstücke, die besagtes Format nicht überschreiten, mitgenommen werden dürfen. Leider wurden aber etliche Konzertbesucher bei der Einlasskontrolle zurückgewiesen, weil sie eine Tasche dabei hatten, ohne dass deren Grösse kontrolliert wurde. Das war auch bei mir der Fall. Erst als ich meinen ganzen Mut zusammengenommen habe und den Security-Mann aufgefordert habe, er solle jetzt bitte mit dem A4-Blatt, das er neben sich hatte, überprüfen, ob mein Rucksack nun die angemessene Grösse hat oder nicht – da plötzlich klappte es: Mein Gepäck wurde gemessen und  für ok befunden. Tja, geht doch. Das Problem: Ich war nun drin, Florence aber nicht. Trotz Fotografen-Pass wurde ihr gesagt, dass ihre Tasche – die ja die Fotoausrüstung beinhaltete (!) – nicht mitgenommen werden dürfe. Long story short: durch dieses “Gstürm” beim Einlass verpassten wir die erste Band Lorna Shore.

Nun zur Musik und besagtem Nudisten… Neben Lorna Shore spielten auch Polaris und Sworn In. Mein Highlight dieses Jahr aber war: Kublai Kahn. Sehr neu ist die Band nicht – gegründet wurde sie bereits 2009 in Texas. Dennoch muss ich zugeben, dass ich sie bis anhin noch nicht kannte. Aber sie sind absolut „kennenswert“! Solider Metalcore, der beim Publikum gut ankam. Für meinen Geschmack brauch ich nämlich immer etwas Melodisches. Ich muss – ohne die Band zuvor gehört zu haben – erkennen, wo Anfang-Refrain-fettes Breakdown-Schluss sind. Ziemlich simpel. Und bei Kublai Kahn war das alles vorhanden.

Im Gegensatz zu Chelsea Grin. Ich habe die Band schon zuvor gesehen, aber wie schon damals, hat mich das Ganze auch am Freitag nicht mitgerissen. Was mich wirklich störte an ihrem Auftritt war der extrem laute Bass. Wuummmmm, wuuummmm, wuuuum. Alles vibriert. Der Boden, mein Trommelfell, sogar das ganze Gebäude. Das habe ich nämlich festgestellt, als ich mich vor lauter Ohrensausen nach draussen bewegte.  Sorry, aber Chelsea Grin ist definitiv nicht meins.

Dafür hatte ich umso mehr Spass beim Set von Deez Nuts. Und Sänger JJ Peters war ziemlich gut drauf. Trotz der offenen Vorliebe der Band für bewusstseinsverändernde Substanzen (wir grölten: „shot after shot after shot after shot“ – fast schon poetisch) war der Frontmann echt bei der Sache. Nun kommt der Nudist ins Spiel: Plötzlich nämlich trauten wir unseren Augen kaum, stand da jemand komplett nackt auf der Bühne. Wir haben ja schon vieles live gesehen, aber dieser Anblick war nun doch ein wenig ungewohnt. Sogar für die Band.

Zum Schluss waren dann noch Emmure dran. Bei denen ausser dem Frontmann Frankie Palmeri ja eigentlich alle anderen Mitglieder ausgetauscht wurden. Aber die neue Zusammensetzung hat mich nicht gestört. Solange wir  die Zeile „I see a fire in the skyyyyyyyyyyyyyyyy“ lauthals mitgrölen und zu den Breakdowns grooven können, stimmt‘s für mich. Und das konnten wir allemal.

Fazit: Zu Beginn war der Abend ein wenig mühsam, doch danach wurde er deutlich besser. Wir hatten unsere Dosis “Core” abbekommen und unser alljährlicher Imepericon Never Say Die!-Besuch hat Spass gemacht. Bis nächstes Jahr!

Bilder: Florence Dreier