Album Review: Don’t Kill The Beast – “Cupid Bite”

Don’t Kill The Beast. Hinter diesem Bandnamen steckt nicht etwa die 512465igste Iron Maiden Coverband, sondern vier Basler Musiker, die sich den ruhigen, poppigen Tönen verschrieben haben. Was ursprünglich mit einem akustischen Soloprojekt von David Blum begonnen hatte, ist mit Matthias Gusset (Sheila She Loves You), Marco Naef (Navel) und Matthias Renner zur Band gereift. Mit dem Album “Cupid Bite” präsentieren sie uns nun ihr erstes gemeinsames Werk, das sie als “Bekenntnis zur Liebe” ankündigen. Auch von wuchtigen Gitarren und treibenden Drumbeats ist die Rede. Ich war gespannt wie Amors Gitarrenbogen auf dem Cover.

Was als erstes auffällt, ist der sehr poppige Charakter der Produktion. Die Gitarren schweben effektgeladen im Raum und bilden mit dem angenehm warmen Bass einen flauschigen Sound-Vorhang. Leider geht dabei das Schlagzeug etwas verloren und klingt für meinen Geschmack auch zu künstlich und brav. Die wuchtigen Gitarren konnte ich auch beim dritten Durchlauf nicht finden.

Wer mich kennt weiss, dass ich ein bekennender Effekte-Fetischist bin (mit Studioerfahrung, ähä). Aber selbst ich habe Tabus. Staatliche Radiostationen haben vielleicht mehr Verständnis – ich persönlich finde es aber schade und unnötig, dass David Blums wunderschöne, sanfte Stimme mit einem “Cher”-Effekt ala “Do you beliiiieeve in love…” (ihr erinnert euch vielleicht) – verstümmelt wird. Amor sei Dank, wird dieser Pitch-Effekt aber nur bei zwei Songs und nicht durchgehend eingesetzt.

Die Texte über das Leben und die Liebe sind sehr kreativ, durchdacht und in harmonische Melodien verpackt. Das Album lebt von seiner bittersüssen, gefühlvollen Atmosphäre. Einzig der treibende Titelsong “Cupid Love” reisst mich aber für 2 Minuten und 6 Sekunden aus den Tagträumen. Der Song „Q/A“ gibt ein sehr schönes Gesamtbild ab und ist daher eine gute Wahl für die Single. Auch das dazugehörige Spaghettiplausch-Video ist sehenswert.

Wer die melancholische Herbststimmung und den Kitsch der Weihnachtszeit mag, der wird bestimmt auch Gefallen an “Cupid Bite” finden. Die neun Songs eignen sich Bestens, um an kalten Tagen auf dem Sofa zu fläzen und sich in Gedanken zu verlieren, oder auch als Hintergrundmusik beim obligatorischen Weihnachts-Familieschluuch. Oma wird’s trotz dem teuflischen Bandnamen überleben. Wer aber ausschliesslich wegen dem Glühwein zum Weihnachtsmarkt geht, wird wahrscheinlich Mühe haben mit dem Album.

Und so hat auch mich Amors Pfeil nur gestreift, aber vielleicht haben DKTB ja auf der Bühne noch mehr Munition im Köcher.

VÖ: 17.11.2017 / Radicalis

1. Spooky Self
2. Magic Wonderland
3. Loser
4. Bridges
5. Cupid Bite
6. Q/A
7. All So Sad
8. Prodigal Son
9. Berlin