18.11.2017 – Mit Defender, Guns Love Stories und JPM[s] im Coq d’Or

Am Samstag, 18. November fand die vierte «The Rawk Show» statt. An diesem Abend beehrten uns Defender, Guns Love Stories und JPM[s] im Coq d’Or. Am Tag zuvor waren wir schon bei Groombridge und Scream Your Name im Gaswerk Winterthur und wir waren immer noch in Konzertstimmung. Das Angebot war an diesem Samstag aber leider ziemlich gesättigt. Es fanden überall Konzerte, kleinere Festivals oder Partys statt. Deswegen fanden sich auch nicht all zu viele Leute im Coq d’Or in Olten wieder.

Das schien der ganzen Sache aber keinen Abbruch zu tun. Defender eröffneten den Abend mit einem gehörigen Knall. Bei einer sehr familiären Atmosphäre gaben die Herren Gas, als würden sie vor 17’000 Leuten spielen. Wie gewohnt dröhnte melodischer Hardcore aus den Boxen.

Es wurde zwischen den Liedern ein bisschen weniger geredet als sonst, und wir mussten uns ein bisschen mehr anstrengen beim Mitsingen, weil man jede Stimme hören konnte. Dass der Keller im Coq d’Or nicht übermässig gefüllt war, hatte den Vorteil, dass die Band auch noch einen Teil des Zuschauerraumes als Bühne nutzen konnte. Und wer die Bühne kennt, weiss, dass sie eher schmal ist für eine Band mit so viel Energie. Nach einem souverän gespielten Set wurde herzlich gedankt und geklatscht und danach die Bühne wieder abgeräumt.

Wir halfen fleissig dabei mit, um die Umbauzeit relativ gering zu halten. Denn wir hatten auch noch einen weiteren Stopp vor uns und wollten gerne noch ein bisschen von der zweiten Band sehen. Eigentlich standen JPM[s] als nächstes auf dem Plan, aber sie tauschten an diesem Abend den Platz mit Guns Love Stories. Sie nahmen die Energie von Defender auf und schmetterten einen Song nach dem andern hin. Leider konnten wir nicht allzu viele Songs der Luzern mithören, weil unser Zug bald abfuhr.

Aber was wir hörten, erinnerte mich wieder daran, dass ich von den Herren bald ein komplettes Konzert hören sollte. Die paar Songs reichten mir nicht. Aber als Trost kann ich sagen, dass ich wenigstens „Predigested Hollywood“ hören konnte. Danach ging es wie gesagt für uns mit Defender zum nächsten Stopp. Joel von JPM[s] konnte sich das ganze Set anhören und wird euch erzählen, wie sich der Abend aus der Sicht eines Bandmitgliedes anfühlte:

Ich habe an diesem Abend den Job von Tina übernommen und war nebst Musiker auch Ansprechpartner für die Coq d’Or-Crew. Pünktlich um 17:00 Uhr trafen wir in Olten ein. Nach einer herzlichen Begrüssung und einer Zigarette ging es sogleich mit dem Materialausladen weiter. 20 Minuten später war dies erledigt und wir standen zusammen mit Defender und den Leuten vom Coq unten im Konzertraum. Nun war es Zeit für eine kurze Lagebesprechung. Für eine Show in dieser Grösse nicht unüblich, wurde dabei die definitive Running Order festgelegt, Soundcheckslots verteilt und nochmals der endgültige Zeitpunkt für die Türöffnung und das Abendessen durchgegeben. Währenddessen tauschte sich auch die Technikcrew aus und die restlichen Bandmitglieder begannen mit dem Aufbau der Technik. Die nächsten zwei Stunden überspringe ich an diesem Punkt, weil da passierte nichts Spannendes.

Um 21:15 Uhr ging‘s weiter mit der Show von Defender. Die Jungs standen von Beginn weg mit voller Power auf der Bühne. Auch wenn die Zuschauer vor der Bühne zahlenmässig der Band beinahe unterlegen waren, liessen sich Defender nicht aufhalten. 30 Minuten später war der Zauber jedoch schon wieder vorbei. Es ging weiter mit Guns Love Stories. Ich muss zugeben, dass ich mich im Vorfeld nicht wirklich mit ihrer Musik auseinandergesetzt habe, weswegen ich doch etwas verblüfft war, was da für eine Soundwand dem Publikum entgegen geschmettert wurde. Ohne lange zu fackeln griffen die Jungs hart in die Saiten und untermalten dies mit bösem Gesang. Der Einstieg in die Show hat mir gefallen und die Intensität liess bis zum Ende der Show nicht nach. Mein persönliches Highlight dabei war Thoms Kombi von einer Bariton Gibson Les Paul mit einem Amp von Diezel.

Nachdem die Uhr viertel vor elf schlug, war nun ich mit meiner Band JPM[s] an der Reihe. Mit im Gepäck hatten wir ein 50-minütiges Set. Wir waren richtig heiss auf die Show und fühlten uns von Beginn weg – Soundcheck sei Dank – wohl auf der Bühne. In der Zwischenzeit gesellten sich weitere Zuschauer zu uns in den Keller, so dass es von der Bühne aus einen tollen Eindruck machte und die Spielfreude nochmals zunahm. Song für Song spielten wir uns durch das Set. Ohne Probleme brachten wir die Show über die Bühne, einzig das Gitarrenamp-Mikrofon hielt mich auf Trab, weil der Mikrofonständer mit dem Gewicht des MD 421 etwas überfordert war und sich ständig gegen den Boden abdrehte. Dem Feedback unseres Soundtechnikers nach, war dies jedoch weit weniger dramatisch als ich das Gefühl hatte. Glück gehabt. Nach knapp 50 Minuten war der Spuk auch schon vorbei. Glücklich aber doch etwas geschafft verliessen wir die Bühne und gönnten uns Backstage erst einmal ein köstliches Burgdorfer Bier.

Nach und nach räumten wir die Technik zusammen, verluden sie wieder in unseren Bandbus, so dass im Anschluss alles ready war, um den Abend mit ein paar Drinks zu beenden. Wann genau wir nach Hause aufbrachen, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Der Long Island Ice Tea haute mächtig rein.

Alles in allem können wir auf einen gelungenen Abend im kleinen Rahmen zurückblicken. Mit sechszehneinhalb Eintritten haben wir es auch an dieser Show leider nicht geschafft, die breite Masse für unseren Event zu begeistern aber was soll‘s. Wir hatten Spass und eine gute Zeit. Die Crew vor Ort war super und das Coq d’Or ist sowieso immer einen Besuch wert. Was will man mehr?

Text: Vera und Joel