21.11.2017 – Rise Against waren in der grossen Halle 622

Rise Against machten zum Abschluss ihrer diesjährigen Europatour Halt in Zürich Oerlikon – in der ziemlich neuen Halle 622. Schön, dass sie in die Schweiz kamen, noch schöner hätte es in einem anderen Lokal sein können.

Der Beginn des Konzertabends liess mehr als zu wünschen übrig – und immerhin die Hoffnung aufkommen, dass es besser werden würde. Pears durften eröffnen und ihr Sänger bot zwar eine etwas skurrile Show, die erahnen liess, dass die Band vielleicht etwas zu sagen hätte, nur leider verstand man nichts. Weder den Text, noch die Gitarre, der Sound war schlechter als aus Handylautsprechern. Mag sein, dass er an anderen Stellen in der Halle besser gewesen wäre, doch leider bestätigte sich im Verlaufe des Abends die Vermutung, dass das wellblechartige Dach der Halle 622 auf die Akustik keinen positiven Einfluss hat.

Immerhin ging es mit Sleeping With Sirens mal zwei Stufen nach oben, zumindest die spezielle wie überzeugende Stimme des Sängers Kellin Quinn und die Gitarrensoli waren gut herauszuhören. Die Steigerung wiederspiegelte sich auch im Publikumsverhalten. Die Band aus Orlando schien nicht wenige Fans im grundsätzlich sehr jungen Publikum zu haben und erste Mosh Pits liessen erahnen, was bei Rise Against möglich sein wird.

Und in dieser Hinsicht wurde man nicht enttäuscht. Beeindruckend, wie sich vom ersten Lied “Chamber the Cartridge” bis zu “Savior” am Schluss ein wirklich grosser Teil des Publikums hin und her, auf und ab bewegte. Kein Wunder, bei einer Aneinanderreihung von Liedern wie “Prayer of the Refugee”, “Satellite” und “Collapse (Post-Amerika)” ist es tatsächlich nicht ganz einfach, stillzustehen. Ein bisschen Pause gönnten die Amerikaner ihrem Publikum dann aber doch, die drei Akustiklieder in der Mitte des Sets, abgeschlossen von “Hero of War”, waren überzeugend vorgetragen und schienen dem Publikum denn auch besonders gut zu gefallen. Ansonsten war die Stimme von Tim McIlrath leider nicht ganz über alle Zweifel erhaben, alles in allem boten Rise Against aber ein tolles Konzerterlebnis, das leider etwas gedämpft wurde durch den mittlerweile zwar erträglichen aber immer noch nicht wirklich guten Sound. Und durch die Tatsache, dass die Band eigentlich deutlich besser in einen kleinen, alternativen Musikclub passen würde als in einen grossen Tempel des Konsums.

Foto von Anna Milanollo Photography