23.11.2017 – Stumpf ist Trumpf: Nasty im Dynamo

Das beste Mittel gegen die Winterdepression sind gute Hardcore-Shows. Die Nasty-Show am Donnerstag im Dynamo war also die perfekte Gelegenheit, mal wieder ordentlich Dampf abzulassen.

Den Anfang machten die Lokalmatadoren von Vale Tudo. Leider habe ich die Hälfte ihres Sets verpasst, der Rest war dafür umso besser. Gewohnt solide zogen die Züri-Hardcore Recken ihre Show durch, was schon die ersten Mosher zu ihren Moves animierte. Beim abschliessenden “Hardcore Heavyweights” gab’s dann auch schon die ersten Singalongs und es waren nicht die letzten an diesem Abend.

Nach der Pause standen dann die kanadischen Get The Shot auf der Bühne, und sie haben abgeliefert! Was für eine Wucht diese Jungs auf die Bühne gebracht haben, unglaublich. Einzig die elend langen Ansagen/Predigten von Sänger J-P wurden mit der Zeit ein bisschen mühsam, aber Songs wie “Blackened Sun” und “Erase The Scum” haben das wieder gut gemacht. Der Pit wachte langsam auf, aber wirklich Action gab es wiederum nur ein- zweimal, aber der Abend war ja noch jung.

Als nächstes standen Lionheart auf den Brettern. Ich muss ehrlich sein, nach dieser ganzen “Wir machen zwei Abschiedstourneen um nachher doch weiterzumachen”-Sache finde ich diese Band ziemlich lächerlich. Das ganze war ja schon tight gespielt und so, das muss ich ihnen lassen. Aber die prollig übertriebene Art der Amerikaner hing mir nach 2 Songs schon zum Hals raus; der Menge hingegen schien es zu gefallen. Geschmäcker sind halt verschieden, ne.

Und dann wurde es ernst. Das Hardcore-Intro von Nasty fing an, und kaum hatten die Jungs den ersten Ton von “F.Y.W.” gespielt, flogen schon erste Crowdkiller in die Menge und räumten alles weg. Noch selten war ich an einer derart brutalen Show, aber bei Nasty gehört das halt dazu. Die Jungs um Frontsau Matthi sind mir auf ihre schräge Art und Weise immer sehr sympathisch, sie schaffen es auf jeden Fall, die Leute richtig zu animieren. Ohne Rücksicht auf Verluste ballerten sie sich durch ihr Set, gespickt mit Klassikern wie “Slaves To The Rich” oder dem neueren “At War With Love”. Leider musste ich dann auf den letzten Zug, was mich ein weiteres Mal davon abhielt, das ganze Set zu sehen. Schade.