Unsere Lieblingsalben 2017 – The Boys

So langsam aber sicher neigt sich das Musikjahr 2017 seinem Ende zu. Aber bevor wir uns ganz davon verabschieden, wollen wir euch unsere liebsten Scheiben aus dem ganzen Jahr präsentieren. Hier findest du übrigens auch die Favoriten unserer weiblichen Teammitglieder.

Andi V.

Worst Days Down – “Elswhere”
Wer mich kennt, der weiss, dass ich vor allem kleinere Acts und deren Alben liebe. Sie haben Ecken und Kanten. Die Band Worst Days Down war im April als Support von Owls By Nature zu Gast bei uns im Treppenhaus. Die Performance der Kanadier, bei der es etwa 12 Gäste hatte, war einfach Bombe. Es war so viel Power dabei! Ich erhielt als Host-Geschenk das Album “Elswhere” und es packte mich einfach vom ersten Song an. Es handelt sich hier um eine frische Mischung aus Punkrock und Pop-Punk. Diese Platte wird einfach NIE langweilig und ich freue mich, wenn sie am 21. Februar bei uns im Treppenhaus erneut zu Gast sind!

Zach Mathieu – “Highs & Lows”
“Sagt mal, wo kommt ihr denn her?” – “Aus Schrobenhausen, bitte sehr”. Diese deutsche Kombo lernte ich mal in Berlin kennen und habe seit diesem Gig gehofft, ein Album von Zach Mathieu anhören zu können. Der Erstling “Highs & Lows” ist eine wunderbare Mischung aus Alternativ-Rock, Emo und Indie-Punk. Die Platte ist noch nicht so lange draussen, doch sie macht mir enormen Spass!

Fjørt – “Couleur”
Fett! Fett! Fett! Das neue Album von Fjørt ist einfach eine pure Wand und so energievoll, wie ich kein anderes Album in diesem Jahr kennenlernen durfte. Ich schliesse mich hier voll und ganz dem Review von Andy an!

Andi W.

Invoker  – Four Wall Nightmare
Eine Wucht, die einem die Luzerner Jungs von Invoker im Frühling entgegengejagt haben. Zehn Songs, von denen man sich wünschen würde, es wären noch viele mehr und dazu ein richtig tolles Video zu “Deathwish”! Weiter so, Invoker!

Kraftklub – Keine Nacht für Niemand
Ich hatte etwas Angst vor der Veröffentlichung dieses Albums. Driftet eine so erfolgreiche Band nicht zwangsläufig in zu poppige Gefilde ab? Zugegebenermassen, poppig waren Kraftklub schon immer, aber ich wurde nicht enttäuscht. Auch ihr drittes Album macht mit kreativen Texten und tollem Songwriting einfach Spass!

Schnellertollermeier – Rights
Zum Schluss was ganz anderes: Schnellertollermeier aus Luzern machen instrumentale und schwierig einzuordnende Musik, in die man sich zuerst mal reinhören muss. Wer aber die Geduld aufbringen kann, wird defintiv belohnt!

Andy M.

Counterparts – “You’re Not You Anymore”
Das neuste Album der Kanadier Counterparts ist genau so, wie Hardcore im Jahr 2017 sein soll. Hart, mitreissend und ein Songwriting, das auch nach dem 45. Durchgang nicht langweilig wird. Meiner Meinung nach die bisher beste Counterparts-Scheibe und meine persönliche Nr. 1 im Jahr 2017.

Fjørt – “Couleur”
Zu meiner Nummer zwei habe ich in dieser Albumreview eigentlich bereits alles gesagt: Klick me! Ich bereue es ein bisschen, dass ich mich nicht schon früher mit Fjørt befasst habe.

Dödsrit – “Dödsrit”
Aus den Aschen der sich anfangs Jahr aufgelösten Totem Skin ist ein Monstrum aus Crustpunk und Blackmetal entstanden. Dödsrit wissen genau, wie sie diese Kombination zu spielen haben und sind sich auch nicht zu schade, die Melancholie weiter zu verwenden, welche Totem Skin so grossartig gemacht hat. Bitte mehr davon!

Basil

I Trust You To Kill Me – “Love”
Every Time I Die, The Chariot, es bizeli Southern-Rock, viele Dissonanzen und absolut geile Mitsing-Parts und ruhige Momente: I Trust You To Kill Me machen hier alles richtig und nehmen einem vom ersten Song „Terribleness“ weg in Beschlag.

Cleric. – “Retrocausal”
Im Letzten Moment (VÖ. 08.12.) und deshalb noch dem ersten Höreindruck verpflichtend, liefert diese Band sieben Jahre nach dem ebenso beeindruckenden „Regressions“ ein zumindest mich überforderndes Werk, das einfach „Wow“ ist. Jazzy, soundtrackesk, ,athcorey, da gehen vertrackte Riffs, durchdachte Melodien, Samples und Brutalität Hand in Hand und drehen einem den Kopf um 180 Grad. Video gibt’s leider (noch) keines, darum ein Live-Ausschnitt mit Songs vom letzten Album:

The Hirsch Effekt – “Eskapist”
Die Hirsche liefern auch 2017 in ganz eigener Liga ab. Vielleicht nicht ganz so flawless wie noch bei “Holon: Agnosie“, aber trotzdem bleibt einfach der Kiefer praktisch über Albumlänge auf Brusthöhe. Schon nur die Lyrics zu „Xenophotopia“ machen das Rennen dieses Jahr.

Eric H.

Steven Wilson – “To The Bone”
Kein Album habe ich in dem Jahr öfters gehört als „To The Bone“. Anfangs war ich ziemlich skeptisch, dass der König des Prog des 21. Jahrhunderts ein Popalbum aufnimmt und nicht mehr in die Prog-Ecke gedrückt werden will. Es war im Voraus klar, dass dieses Album die Fangemeinde von Steven Wilson spalten wird, doch es funktioniert, das Album wächst, sogar das Duett mit Sophie Hunger kann sich hören lassen und Ninet Tayebs Stimme in “Pariah” gibt mir auch nach dem 42. Hördurchgang (gemäss iTunes) noch Gänsehaut. Ein Meisterwerk des Progressive-Pop.

Heartsounds – “Dualistic Nihilist”
Nochmals etwas mehr oder weniger Progressives: „Dualistic Nihilist“ könnte man, wie „The Decline“ von NOFX, als progressiven Punkrock schubladisieren. Ein 20-minütiger Longtrack mit grossen Melodien à la Red City Radio, der Energie von A Wilhelm Scream, der gewohnte zweistimmige Gesang von Ben Murray und Laura Nichol und dazu grossartige Lyrics. Das bisher beste Werk von Heartsounds. Light This City, die ehemalige Deahtmetal Band mit Laura Nichol am Mikro und Ben Murray an den Drums, macht übrigens im 2018 eine Reunion.

Bitch Queens – “L.O.V.E.”
Gut, es ist keine Überraschung, aber die Wahl fiel mir schwerer als ich dachte, da ich im 2017 viel neue Musik entdeckt habe. Die neue Siena Root war grossartig, Mastodon haben ein Meisterwerk veröffentlicht, Hot Water Music kehrten mit einer Perle von einem Album zurück, Nothington war verdammt stark, die neue Smile And Burn war geil und doch steht hier keiner dieser grossen Namen, sondern die momentanen Königinnen des Death-Punks. Mit “L.O.V.E.” haben sie die Latte verdammt hochgesteckt und ein Vorzeigewerk dieses Genres rausgehauen.

Eric L.

Veil Of Maya – “False Idol”
Die amerikanische Metalcore-Band aus Chicago liefert ihr sechstes Studioalbum ab. Mit dem 2015 veröffentlichten Vorgänger “Matriarch” war die Messlatte allerdings für mich sehr hoch angesetzt. Die Band übertrifft allerdings erneut meine Erwartungen!

Dimmu Borgir – “Forces Of The Northern Night (live mit dem norwegischen Radio Orchester und Chor)”
Da mir düstere, orchestrale Kompositionen sehr gefallen, war mir die Dark Metal Band Dimmu Borgir schon länger bekannt. Dieses Album liefert eine geballte Ladung nordischen Metal gepaart mit Live-Orchester. Das Konzert wurde in Oslo aufgenommen, mit insgesamt rund 100 (!!!) Musikern.

Wage War – “Deadweight”
Die noch sehr junge Metalcore Band meldet sich dieses Jahr mit ihrem zweiten Studioalbum zurück. Und wie sie das tun! Garniert mit einer grosszügigen Prise Hardcore liefern die fünf Jungs ein Brett, das Seinesgleichen sucht.

Marc

The National – “Sleep Well Beast”
The National veröffentlichten dieses Jahr ihren fünften Klassiker in Folge. Kaum eine Band kann so konstant auf so hohem Niveau abliefern. Diesmal waren zwei, drei Füllersongs dabei, aber mit “I’ll Still Destroy You”, “Guilty Party” oder “Day I Die” sind auch echte Karrierehighlights dabei und machen das mehr als wett.

Manchester Orchestra – “A Black Mile to the Surface”
Endlich – beim fünften Anlauf erhalten die Songs von Manchester Orchestra die Produktion, die sie brauchen und verdienen. Ich mag alle ihre vorherigen Alben gut bis sehr gut, doch jetzt klingen sie auch wie sie müssen. Die Balance zwischen Indie, Folk und kräftigem Alternative Rock wird zu einem extrem stimmigen Album zusammengebündelt, mit einer dunklen Atmosphäre als rotem Faden.

Circa Survive – “The Amulet”
Vielleicht steht dieses Album zum Teil auch so hoch im Kurs, weil ich erst kürzlich in die ganze Diskografie der Band eingetaucht bin und die alten Album somit keinen Nostalgiebonus haben. Textlich sowie instrumental zugleich abstrakt und eingängig, entfalten auch diese geduldigen Songs ihre Sogkraft und Tiefe mit jedem Durchgang mehr.

Miguel

Slope – “Losin’ Grip”
Tänzchen gefällig? Dann seid ihr bei den Ossis von Slope genau richtig. Die fünf Duisburger machen mit ihrem Gute-Laune-Hardcore à la Turnstile/Expire alles richtig: groovige Drums, freche Riffs und eingängige Vocals. Was will man mehr?

Pulse – “The Light Is Calling My Way”
Die erste EP der Belgier hat mich von der ersten Sekunde weggehauen. Ob fette Death-Metal-Riffs, schnelle Thrash-Parts oder gnadenlose Breakdowns: Die Jungs schaffen’s, dass es einfach geil klingt. Checkt diese junge Band unbedingt aus!

Left Behind – “Blessed By The Burn”
Die sludgige Hardcore Truppe aus West Virginia hat dieses Jahr mit “Blessed By The Burn” wahrscheinlich das härteste Album des Jahres abgeliefert. Jeder Song gleicht einem regelrechten Tritt in die Magengrube, was vor allem auch an der fetten Produktion liegt.

Pesche

Death From Above 1979 – “Outrage! Is Now”
Fette Riffs, Fuzz-Gitarren und spannende Arrangements – Pesche happy.

Artlu Bubble & The Dead Animal Gang – “Holidays On Fruit Jelly Island”
Die Berner Band habe ich erst kürzlich entdeckt und bin seither süchtig nach dem kreativen Indie-Retro-Mix. Ich bin mir sicher, dass wir von diesen Herren auch in Zukunft noch so einiges zu hören bekommen.

Kasabian – “For Crying Out Loud”
Kasabian ist eine meiner Lieblingsbands, weil sie einfach einen unverkennbaren Sound haben und mich auch live überzeugen und mitreissen konnten. Vor jedem neuen Release habe ich Angst, dass ich dieses Mal enttäuscht werde. Aber nö, die haben’s scheinbar einfach drauf!

Simon

Mastodon ” Emperor of Sand”
Mit diesem Album haben mich Mastodon endlich richtig gepackt. Die perfekte Mischung aus Stoner, Sludge und Stadionrock.

Useless – Neglect
Das totgesagte Musikgenre Grunge erlebt 2017 eine kleine Reinkarnation, zumindest im Kanton Zürich. Mantra, Pyrolized, Sooma und Useless bringen die Fuzzgitarren der 90er zurück und lassen mit ihren innovativen Sounds alle möglichen Kellerlokale der grössten Schweizer Stadt kochen. Alle vier Bands haben dieses Jahr richtig fette Alben veröffentlicht. Dabei sticht für mich Useless heraus mit ihrem von Postrock beeinflusstem Grunge. Ich hoffe, dass diese Welle auch im Jahr 2018 weitergeht.


Zeal and Ardor – ” Devil is Fine”
Der Durchstarter von 2017 ist eindeutig die Basler Band Zeal and Ardor. Mit seinem Mix aus Spiritual-Blues und Blackmetal eroberte Manuel Gagneux die Festivalbühnen 2017. Der Erfolg von Zeal and Ardor ist eine Rockstargeschichte wie aus dem Bilderbuch. Von 0 auf 100 in schwarzen Blackmetalkutten.