06.12.2017 – Samichläuseln mit Stick To Your Guns im Kiff

Alle Jahre wieder fällt ein must-see Konzert auf den 6. Dezember. Und falls du schon letztes Jahr meine Review zum Caliban Konzert gelesen hast, weisst du, dass mein Gottenmeitli an diesem Tag Geburtstag hat. Und da ich das sicher nicht verpassen wollte, verpasste ich eben wieder die erste Band des Abends. Als wir im Kiff ankamen, strömte das ganze Publikum in die Kälte hinaus, um sich eine Ziggipause zu gönnen.

Wir hatten also First Blood knapp verpasst. Eigentlich sauberer Hardcore, den ich mir gerne gegönnt hätte. Aber der Verlust war akzeptabel, denn die Herren aus San Francisco waren dieses Jahr schon einmal mit ihrer neuen Platte „Rules“ in der Schüür anzutreffen gewesen. Und wie ich das fand, könnt ihr gerne hier nachlesen. Ich sag nur Roboterarmee. Wer seit 2002 Musik macht, weiss eben wie das geht.

Als nächstes, und für uns als erstes, waren Silent Planet an der Reihe. Und holy fuck, die haben mich so richtig weggehauen! Die fünf Nasen aus Los Angeles wissen, was sie tun. Laut Eigenangaben: Sound. Genauer würde ich sagen: Post-Hardcore / Metalcore. Manchmal hörte es sich auch ein bisschen nach Poetry Slam mit Noise im Hintergrund an. Qualitativ hochwertig, sphärisch und trotzdem minimalistisch. Die Stimmen der Sänger waren überraschend und einfach nur perfekt. Ich fand’s Grande!

Danach stürmten Being As An Ocean die Bühne. Eine der vielen Bands, von welchen ich immer nur den Namen höre und denke: Das sollte ich mir dringen mal anhören. – Nur um es dann leider wieder zu vergessen. War dann auch egal, denn das Konzert war auch ohne Vorkenntnisse gut. Die Californier lieferten melodischen Hardcore zum mitsingen ab. Und das tat das Publikum auch. Bei jedem einzelnen Song wurde mitgesungen und gemosht. Das Publikum war richtig dabei und ich verstand nun auch, wieso ich immer wieder von dieser Band höre. Aber wenn wir ehrlich sind, ich werde es vermutlich wieder vergessen, in ihre Diskografie rein zu hören. Live würde ich sie aber sofort wieder sehen wollen.

Und dann waren die Headliner der Show an der Reihe. Da das Konzert ausverkauft war, war das Kiff bis in das hinterste Fleckchen gefüllt. Der Merchstand musste sogar in den Eingangsbereich verlegt werden, damit es genug Platz hatte. Stick To Your Guns hatten vor kurzem ihre neue Scheibe „True View“ herausgegeben, welche ich in der ersten Woche gefühlte 15 Mal komplett durchgehört hatte. Ich freute mich also wie ein Honigkuchenpferd auf diese Show. Und ich wurde nicht enttäuscht. STYG lieferten ein Brett sondergleichen ab. Schon nach den ersten Tönen wurde mitgesungen, gemosht, gestagedived und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Sänger Jesse hatte sich eine neue Frisur zugelegt, welche mich gleich wieder melancholisch stimmte und meine momentane Frisurensituation überdenken liess. Aber das ist Nebensache. Zurück zur Musik: Was die fünf Herren da ablieferten, war Hardcore vom Feinsten. Genau so mag ich Cleangesang. Ebenso mochte ich die kurzen Reden über die Absurdität des Nationalstolzes und allerlei Ungerechtigkeiten. Sie freuten sich, wir freuten uns, es war ein Fest. Da konnte ich auch damit Leben, dass mir mindestens zwei Leute direkt in die Fresse gesprungen sind beim Stagediven. Ja nu, das kann halt passieren.

Kurz bevor die Temperatur den Schmelzpunkt erreichte, war das Konzert leider schon wieder fertig. Und wir alle auch. Und so konnten wir dann alle glücklich nach Hause pilgern. Danke an Rüebliland Hardcore und Metalmayhem für’s organisieren. Danke ans Kiff, dass ihr so eine gute Konzertlocation seid. Danke an alle Bands und das Publikum für diesen Hammer Abend.