EP Review: Mad Nad Bo – „Things Left Unsaid“

Als ich Anfang November angefangen habe für rawk.ch zu schreiben, habe ich erfahren, dass in unserem Team etwa zehn von zwanzig Schreiberlingen in Bands und Projekten engagiert sind. Um mich bei dieser kompetenten, gutaussehenden und sexy Gruppe auch so richtig einschleimen zu können, musste ich die Leute natürlich erst ordentlich stalken.

So habe ich herausgefunden, dass unsere “Auslandkorrespondentin” Nadine alias Mad Nad Bo an einer EP arbeitet und dass wir die Liebe zu der Musik von Bands wie Led Zeppelin teilen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sie mich gefragt hat, ob ich eine Review über ihre erste Veröffentlichung “Things Left Unsaid” schreiben möchte. Das mache ich natürlich sehr gerne. Und damit eben möglichst wenig “unsaid” bleibt, habe ich Nadine nach der ganzen Stalkerei auch noch persönlich ausgefragt.

Bereits ab der ersten Zeile von “Anger” hat mich Mad Nad Bo mit ihrer ausdrucksstarken, souligen Charakterstimme gepackt. Der Song swingt düster und bluesig dahin und die Gitarre spielt dabei nicht alltägliche, jazzige Akkordfolgen. Diese geben dem Stück eine bedrückende aber trotzdem warme Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Der Song trägt die Message, dass es okay ist auch mal wütend zu sein und den Frust rauszulassen. Der Text ist unglaublich ehrlich und lässt tief in die Seele und das bisherige Leben der “Mad Nad” blicken.

“I Just Like Men” ist dann überraschend simpel und direkt — wie Männer halt. Passend erzählt das Stück auch von einem One-Night-Stand. Erst dachte ich, der Song sei das schwächste Glied — Glied höhö — in der EP-Viererkette. Aber er hat etwas, was die anderen drei Songs weniger haben: Er bleibt im Ohr und man müsste schon fast “Barbie Girl” hören, um ihn loszuwerden. Aber wer will das schon? Solltet ihr jetzt einen (ver)störenden Ohrwurm im Kopf haben, gibt es eine Heilmethode: Hört euch Mad Nad Bo an.

Über das Hin und Her in der Liebe können viele ein Lied singen. Wie man das mit Stil macht, zeigt uns “Loving Is A Two-Way Street”. Der Song ist musikalisch wieder anspruchsvoller. Anstatt Geschrummel gibt es akustische Gitarrenläufe zu hören, die perfekt mit der Gesangslinie abgestimmt sind.

“We All Know” jetzt, dass Mad Nad Bo die Musik der 50er, 60er und 70er liebt. Im letzten Song hört man dann diesen musikalischen Einfluss am deutlichsten. Er galoppiert herrlich im Led Zep’schen Bron-Yr-Aur-Stomp-Stil Richtung EP-Ende.

Jammern kann ich höchstens, weil ich traurig bin, dass nach vier Liedern schon Ende Woodstock-Gelände ist. Ich könnte Mad Nad Bo nämlich noch stundenlang zuhören. Aber es bleibt irgendwie das Gefühl, dass sie in dieser kurzen Zeit noch nicht komplett alles rauslassen konnte. Zu gerne hätte ich noch gehört, wie sie in Janis Joplin oder Joe Cocker-Manier mit ganzer Kraft ihr Herz und ihre Seele in die Welt hinaus singt.

„Things Left Unsaid“ erzählt vier grundehrliche Geschichten über ein noch junges, aber schon sehr bewegtes und unterhaltsames Leben. Über Gefühle, Höhen und Tiefen und wie nahe diese manchmal beieinander liegen.

Bewaffnet mit ihrer aussergewöhnlichen Stimme und ihren Songs kann Mad Nad Bo ohne weiteres jedes Publikum umhauen. Bis nächsten Frühling tut sie das auf den Strassen von Lissabon, danach hoffentlich auch bei uns. Ein Album, wo dann mehr als vier Songs zu hören sind, ist für nächstes Jahr geplant.

Mehr Infos über Mad Nad Bo findet ihr auf Facebook und auf ihrer Webseite (wo übrigens auch das Album als Download gekauft werden kann).

Tracklist:

I Just Like Men
Loving Is A Two-Way Street
Anger
We All Know