29.12.2017 – Breakdown Of Sanity sagen Adieu

Da war er also, der Tag, an dem Breakdown Of Sanity ihre letzte Show spielen würden. Nach zehn Jahren Bandgeschichte schliessen sie, vermutlich auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere, ein persönliches Kapitel in ihrem Leben. Weltweiter Erfolg mit einer riesigen Fangemeinde und Chartplatzierungen, gleichzeitig aber stetig steigende Erwartungen und der Druck, immer mehr und noch besser abzuliefern. Nach reiflicher Überlegung verkündeten sie im Mai diesen Jahres, dass sie ihre Band für unbestimmte Zeit auf Eis legen werden.

Draussen schneite es und die Schlange vor dem Bierhübeli war wie erwartet lang. Noch am Nachmittag wurden wieder frei gewordene Tickets für die lange im Voraus ausverkaufte Show auf Facebook heiss gehandelt – zum Teil zu etwas fragwürdigen Preisen. Ich nehme an, viele Fans mussten wohl oder übel auf das Spektakel verzichten.

Team rawk.ch war zeitig vor Ort, so wie die meisten Besucher an diesem Abend. Der Einlass ging zügig vonstatten und auch die Organisation der Garderobe und Gästeliste war top. Ich bin kein regelmässiger Hübeli-Gänger und wurde positiv überrascht.

BOS verzichteten an ihrem letzten Abend auf grosse Namen aus dem Ausland als Unterstützung. Stattdessen luden sie befreundete Berner Bands ein, mit denen sie in den letzten zehn Jahren die Bühne teilten, um ihren Abschied zu feiern. Eine schöne Geste!

Mit einem kühlen Getränk in der Hand steuerten wir also Richtung Bühne, um A Small District aus Bern zu lauschen. Das Quartett wärmte das Bierhübeli mit melodiösem Nu-Metal schon mal auf Betriebstemperatur auf. Ich mag die elektronischen Elemente und Sänger Björn überzeugte mich mit seinen kräftigen Shouts. Ein kurzweiliger, gebührender Start in den Abend.

Kurz darauf betraten No Reward die Hübeli-Bretter und knallten uns ihren Hardcore ab der ersten Sekunde um die Ohren. Eine unglaublich energiegeladene Angelegenheit, Freunde! Da war mächtig Bewegung auf der Bühne und die Herren strahlten eine ansteckende Spielfreude aus – die Berner waren mit viel Spass und Können bei der Sache. Gitarrist Roman erschien stilecht mit Scream Your Name-Mosh-Hosen und einem Breakdown Of Sanity-Shirt.

Als dritter Support Act beschallten uns Scream Your Name aus Burgdorf. Die softeste Formation des Abends, ordnen sie ihren Musikstil heute eher unter Rock als Posthardcore ein. Geknallt hat es aber trotz der schönen Melodien und spätestens bei Songs wie „24/7“ oder „Cinderella Story“ ging auch im Publikum die Post ab. Für den wohl melancholischsten Moment an diesem Freitagabend sorgten sie mit dem Akustikcover des Songs „Crossed Fingers“ von Breakdown Of Sanity. Sänger Stefan verteile Wunderkerzen, welche die schöne Stimmung glitzernd untermalten.

Nun waren aber alle heiss auf die Stars des Abends: Breakdown Of Sanity! Kaum betraten sie die Bühne, überrollte uns bereits eine gewaltige Soundlawine. Holy, da kommt dir eine so krasse Soundwand entgegen, dass es dir im ersten Moment den Atem nimmt. Ja, da weiss man sofort wieder, warum diese Herren so viel weltweite Anerkennung für ihre Musik bekommen. Präzision, glasklarer Sound, druckvoll und kein grosses Gehabe. Sie stehen da und liefern ab. Punkt. So wurden auch nicht viele und keine grossen Worte über das letzte Konzert verloren. Sie schienen aber sichtlich gerührt von der überwältigenden Resonanz des Publikums.

Die Security hatten alle Hände voll zu tun, die Crowdsurfer vor der Bühne abzufangen und die begeisterte Menge liess langsam aber sicher den Schweiss von der Decke tropfen. Mir kam zu Ohren, dass für die Show eigentlich Feuereffekte geplant waren, dieses Vorhaben aber mangels Deckenhöhe des Hübelis nicht umgesetzt werden konnte. So waren – nebst der Musik natürlich – die Konfettibomben am Ende des letzten Songs das einzige kleine Abschieds-Highlight. Ein paar Shirts und Schweisstücher wurden noch ins Publikum geworfen. Danach Ende, aus, fertig, Adieu.

Wir sagen: Danke, Breakdown Of Sanity, für eure Musik und für Vodka-vernebelte Interviews an Festivals – wir wünschen euch alles Liebe und Gute für die Zukunft!

Eric durfte für euch den Abend in Bildern festhalten. Die Fotos findet ihr hier.