Band des Monats Dezember: The Pixel

Elf Bands des Monats wurden schon gekürt. Auf den letzten Tag des Jahres 2017 folgt noch Nummer Zwölf: The Pixel

Die Band The Pixel wurde 2010 gegründet. Sieben Jahre Bandbestehen beweist Durchhaltevermögen, aber ist eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Aussergewöhnlich wird’s erst, wenn man das momentane Alter der vier Jungs sieht. Noch keines der Mitglieder hat eine 2 auf dem Rücken. Rechnet man nach, merkt man, dass die Jungs schon seit den ersten Sekundarschuljahren zusammen auf der Bühne stehen. Dass sie dies immer noch, und in fast der gleichen Formation wie damals, machen und dabei musikalisches Talent und einen ungebremsten Ehrgeiz an den Tag legen, beeindruckt mich.

Meine erste Begegnung mit den Pixels hatte ich vor circa fünf Jahren, als sie als Vorband der Zürcher Red House spielten. Damals waren es Dreikäsehochs. Gesungen wurde auf Mundart über Mädchen und den Schüleralltag. Ich habe die Band damals belächelt, genau so, wie das Fanverhalten. Kreischende Mädchen, die ihre Leidenschaft für die vier Schönlinge zu beweisen versuchten. Eine Zukunft gab ich dieser Teenie-Indie-Rockband nicht. Sieben Jahre später musste ich feststellen, dass meine Einschätzung falsch war. The Pixel existieren nach wie vor. Aus Sekschülern wurden junge Erwachsene, die Reife ausstrahlen. Und aus den kreischenden Mädchen tanzende Frauen.

The Pixel haben nach ihrem Sieg des Band-It 2014 das Bubenhafte abgeworfen. Das Schweizerdeutsch wurde durch Englisch ersetzt und ein neues Programm aus dem Boden gestampft. Das neue Auftreten der jungen Herren hat sich gelohnt. Die Gitarren verfeinerten sich, die Drums wurden komplexer, der Gesang selbstbewusster und aus den Schönlingen entstanden individuelle Charaktere. Die Musik passt zur Zeit und trifft in den Nerv der Indie-Rock-Welle. So überzeugten die vier Musiker auch die Jury des Mycokemusic Soundchecks und räumten das hohe Preisgeld ein. Ob man nun Wettbewerbe, welche von Grosskonzernen gesponsert werden, befürwortet oder nicht, ein Gewinn öffnet auf jeden Fall Türen. So konnten The Pixel diesen Monat auch ihr erstes professionelles Musikvideo veröffentlichen. Fünf Minuten Liebesdrama, die so überproduziert wurden wie ein Hollywood Blockbuster, lassen erahnen, was uns im Jahr 2018 erwartet: Leidenschaft und seriöse Professionalität, um ein Studioalbum zu präsentieren. Der Ehrgeiz der jungen Erwachsenen wird dabei vom Zürcher Label und Festivalveranstalter Lauter unterstützt.

Der Sound von The Pixel ist durchdacht, trotzdem radiotauglich und salonfähig. Die Rockstarattitüde haben sie schon längst verinnerlicht. Mit ihrem leicht verträumten Auftreten lassen sie nach wie vor Mädchenherzen schmelzen. Ob es die gleiche Menge wie in ihren Sekundarschulzeiten ist, kann ich nicht beurteilen. Die Texte über Ausgang und Jugendprobleme haben Identifikationspotential. Welcher Mann hat sich nicht schon über die Ablehnung von Türstehern aufgeregt. So verkörpern The Pixel das Zürcher Jungendleben. Wohlstandsprobleme und eine leichte Arroganz gehören dabei genau so dazu, wie die Schüchternheit, Frauen anzusprechen.

In den Nächsten Jahren werden wir sicher noch so einiges hören von The Pixel. Über was die Jungs dann singen, weiss ich nicht. Ich habe aber keine Zweifel daran, dass The Pixel ihren Erfolgskurs weiter fortsetzen werden.

Mehr von The Pixel hört ihr hier.
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