Album Review: Donots – “Lauter Als Bomben”

Man hat das Gefühl, 2018 wird ein gutes Jahr für hymnischen Deutschpunk/-rock (wobei man als Label doch lieber den -punk-Suffix verwendet, einfach um Nähe zu anderen freien, wilden und bösen Bands zu vermeiden) bzw. die zweite Januarwoche, wenn wir genau sein wollen: Am 12.01. erscheint nämlich nicht nur das neue Feine Sahne Fischfilet-Album „Sturm und Dreck“, sondern auch die Donots bringen mit „Lauter als Bomben“ (VÖ: 12.01.2018 via Solitary Man Records) einen neuen Langspieler unter die Leute — und gehen im Anschluss auf grosse Frühlingstour, bei der am 10.03.2017 auch in Zürich gastiert wird.

Was soll man nun zu einem solchen Album sagen? Machen die Donots nun mehr Pop, mehr Punk, lauter, leiser als vorher? Vielleicht einfach ein bisschen mehr von allem? Ich glaube ja, denn auf dem zweiten auf Deutsch gehaltenen Album zeigt die Band querbeet durch Punk, Rock, Pop, Stadion, Kneipe, Open-Air-Zeltplatz und Wohnzimmer, was sie kann und will und dass sie aber gar nichts muss.

So finden sich dann konsequenterweise auch von absoluten Punk-Brechern wie „Whatever Forever“,  das — so Ingo Donot — „irgendwie angekotzt und mit absoluter Attitüde“ oder eben „Asitüde“ versehen ist, bis hin zum laut Eigenaussage zurückgelehntesten Lied in der 23-jährigen Geschichte der Donots, „Alle Zeit Der Welt“, so ziemlich alles, was man so machen möchte — nie aber fehlen die grossen Refrains und Mitsingmomente.

Da trifft sich dann eben auch gut, dass die Lyrics was aussagen, sich trauen, klar und deutlich Stellung nehmen zu rechtspopulistischer Angstmache, Vereinfachung, Niderschreiern und Hassparolen in den sozialen Netzwerken („Rauschen (Auf Jeder Frequenz)“); mal den Zusammenhalt, die klassische „Punk-Bromance“ (Ingo Donot zu „Geschichten vom Boden“) besingen, auch Platz für Nostalgie („Das Dorf War LA“), Melancholie und Intimität („Aschesammeln“) lassen und, ja, eine schöne Sauf-Ode ist auch noch dabei.

Ihr merkt’s, mir gefällt das Album eh schon, wie die Songs dann altern, wird sich zeigen.


Lauter als Bomben – Tracklist:

1. Geschichten vom Boden
2. Keiner Kommt hier lebend raus
3. Rauschen (Auf jeder Frequenz)
4. Aschesammeln
5. Alle Zeit der Welt
6. Whatever Forever
7. Das Dorf war LA
8. Eine letzte letzte Runde
9. Gegendwindsurfen
10. Apollo Creed
11. Der Trick mit dem Fliegen
12. Das Alles bauch ich jetzt
13. Heute Pläne, morgen Konfetti