23.02.3018 – Highly Suspect im Dynamo in Zürich

Wohl eines DER Ereignisse für mich im 2018 hätte am 23. Februar im Dynamo in Zürich seinen Lauf nehmen sollen. Wie dieser Abend schlussendlich verlaufen ist, war dann doch nicht ganz, was ich mir vorgestellt hatte. Aber trotz der Kürze fehlte es dem Ganzen doch nicht an Würze:

Welles, die junge Band aus Arkansas, hat mit einer Mischung aus Psychedelic und einem Hauch von College Rock, auch Dirge genannt, den Anfang für diesen vielversprechenden Abend gemacht. Die vier haben eine solide Show abgeliefert und ich muss sagen, Jeh-sea, so nennt sich der Frontmann Jesse, hatte mit seiner ein wenig theatralischen Stimme sofort meine Aufmerksamkeit gewonnen. Die Jungs sind ohne Frage interessant und definitiv eine Hörprobe wert. Welles startete im Jahr 2014 als Soloprojekt von Sänger Wells, wurde aber letztes Jahr in ein Bandprojekt umgemünzt und umbenannt. Dass Welles erst seit dem letzten Jahr als Band auftreten, ist ihnen aber nicht anzumerken.

Nach einer kurzen Pause lauschten wir einer relativ pompösen Ansage und kurz darauf stürmten die drei aus Brooklyn die Bühne: Highly Suspect – ihr lang erwartetes, erstes in der Schweiz gespieltes Konzert.

Doch was ist los? Johnnys Stimme überzeugte von Anfang an nicht wirklich – Höhen werden zu Sprechgesang oder wurden ganz einfach umgeschrieben. Schon zu Beginn der Show wurden die Fans informiert, dass Johnny nicht in bester Verfassung sei. Und trotzdem hat wohl niemand mit einem solch abrupten Ende des Konzerts gerechnet: Nach ein paar wenigen Songs und zwei, drei Hits war das Konzert vorbei. Johnnys Stimme machte nicht mehr mit.

Naja, einerseits ziemlich frustrierend und so es ging auch nicht lange, bis sich das Dynamo wieder geleert hatte. Andererseits wäre auch bei einer vorgängigen Absage Unmut aufgekommen. Dafür haben die Meyer Brothers eine umso bessere Show abgeliefert: Die beiden haben meiner Meinung mit ihrer Leistung Johnnys angeschlagene Stimme kompensiert und musikalisch absolut nichts mehr zu wünschen übrig gelassen. Und immerhin: “Lydia” wurde zu meiner völligen Zufriedenheit vorgetragen. Wenn auch hier einige Umschreibungen nötig waren, um Johnnys Stimme ein wenig zu schonen, hatte der Song eine ausgeglichene Wirkung auf mich und ich konnte die Parallelen zum Album auch gut mitfühlen. Von ihrem aktuellen Album “The Boy Who Died Wolf” konnten wir leider nicht allzu viel hören und was kam, ist irgendwie auch nicht richtig hängen geblieben. Aber hey, was soll man machen.

Und wie gewohnt, hatte ich auch an diesem Abend fleissige Gesellschaft, von der ich auch dieses Mal super Feedbacks bekommen habe. Hier ein paar Zitate von Freunden zur Show:

“… schade, hat Johnnys Stimme nicht länger mitgemacht!! Denn die Gebrüder Meyer haben sofort zu erkennen gegeben, dass man bei Highly Suspect grundsätzlich nichts anbrennen lässt!! Da kann man wohl nur gute Besserung wünschen und auf ein baldiges Wiedersehen hoffen!!” – Mr. T

“Eigentlich klingt das alles nicht so toll: ein kalter Tag, ein vollgestopfter Zug nach Zürich, ein angeschlagener Sänger und ein abgebrochenes Konzert. Trotz alldem war es eine solide halbe Show von Highly Suspect, und mit dem Support, der Gesellschaft und dem ganzen Drumherum trotzdem ein toller und gelungener Abend. Das nächste Mal wollen wir das ganze Set hören, und wir hoffen, dass es uns dann so überzeugt wie auf dem Album.” – Tom

Für mich war das alles in allem irgendwie nicht so packend. Vielleicht liegt die Enttäuschung doch noch ein wenig bitter auf der Zunge. Aber Highly Suspect haben ganz sicher noch eine Chance verdient und ich hoffe, die Band schon bald wieder topfit in der Schweiz hören zu können.