24.02.2018 – Get The Gorgeous: Plattentaufe im Planetspade in Bern

Am Samstag, 24. Februar durften wir uns wieder einmal musikalisch von den Bernern Get The Gorgeous verwöhnen lassen: Sie haben ihr neues Album «Deus Ex Machina» im Planetspade in  Bern präsentiert. Ich war wieder erstaunt und auch ein bisschen überwältigt, wenn ich die Entwicklung dieser jungen Band genauer betrachte.

Sie haben ein weiteres Mal eine energiegeladene, genial abgestimmte Show aufs Parkett gelegt und hier muss man sagen: Wenn die fünf eine Show geben, dann sitzt alles, wie angegossen. Die Stimme tight wie eine Catawiki Krawatte, die Gitarrenklänge elegant und perfekt zugeschnitten wie ein Loro Piana Sakko, Bass und Drums wie der handgemachte Ledergürtel, der alles zusammenhält.

Und wer es hinkriegt, im doch eher überschaulichen Planetspade mehr als den halben Raum in Bewegung zu bringen, macht auch was den Kontakt mit dem Publikum angeht, einen guten Job.

Ich durfte ein bisschen hinter die Kulissen der Entstehung ihres neuen Babys schnuppern. So habe ich erfahren, wie es zum Album kam und, etwas, das mich schon unter den Fingernägeln gebrannt hat: Wie kamen die Jungs auf den Namen «Deus Ex Machina»? Diese beiden Fragen hat mir Gitarrist und Sänger Chris persönlich beantwortet:

“Wir begannen mit den Kompositionen für «Deus Ex Machina» vor rund acht Monaten. Wie bei allen Werken, steht man am Anfang entweder mit keinen oder mit zu vielen Ideen da. Ich für meinen Teil würde sagen, dass wir fast zu viele hatten. Eine eindeutige Entscheidung zu treffen war schwer und so liessen wir uns eher treiben, als dass wir uns direkt für eine Thematik hätten entscheiden müssen. Ausschlaggebend war wohl der Song «Drones». Besonders die Bedeutung hinter dem Text schien alle zu interessieren. Augen in den Lüften, die dich als Ziel erfassen und auslöschen können. Tragischerweise kein Traum, sondern in einigen Ländern schrecklicher Alltag.

Im September waren die Aufnahmen bei Live Light Records in Lyss fällig, bei denen ausschliesslich die Instrumente aufgenommen wurden. Der Gesang entstand erst in den darauffolgenden sechs Wochen. Dies war vorgängig von uns so beschlossen worden, weil wir der Meinung sind, dass besonders der Gesang seiner Zeit bedarf und weil wir die Texte während den Gesangsaufnahmen umschreiben und verbessern konnten. Mitte November liessen wir den Herren von Alias Studios Paris freie Hand, um unseren Aufnahmen den letzten Schliff zu geben.

Über den Namen «Deus Ex Machina» – Gott aus der Maschine: Einige mögen sich fragen, wieso der Name? Nun, «Deus Ex Machina» bezeichnet nicht nur eine schicksalshafte Wendung einer Geschichte, sondern auch wörtlich verstanden, Gott aus der Maschine. Es bezeichnet das drohende Unheil der unachtsam vorangetriebenen Technologie. Unsere Zeit wird in die Geschichte eingehen, als die Geburtsstunde der Automatisierung und Robotisierung. Künstliche Intelligenz ist keine Theorie mehr, sondern findet bereits heute Anwendung in diversen Bereichen. Das Album befasst sich weitgehend mit dem Gedanken; wenn wir Gott spielen, Dinge erschaffen die unsere eigenen Vorstellungen übertreffen, inwieweit sind wir dann noch fähig zu reagieren, wenn sich unsere Schöpfung gegen uns wendet?”

Und so sieht man mal, welches Ausmass an Gedanken eigentlich hinter einem neuen Album stecken kann. Wir sind wie immer gespannt, wie es weitergeht und freuen uns bereits auf die nächsten News von Get The Gorgeous!

 

(c) Titelbild: Tom Schäfer von TOM SCHÄFER PHOTOGRAPHY