So war’s und sah’s bei Kraftklub im Volkshaus aus

Schon wieder sind Kraftklub im Land, schon wieder ist die Show restlos ausverkauft. Wie lang die Schlange vor dem Volkshaus ist, muss ich deshalb an dieser Stelle deshalb wohl nicht weiter erläutern. Gleichzeitig kommt in mir die Frage auf: Werden denn bis zum Start vom Support Blond überhaupt genug Leute im Saal sein?

Die Antwort darauf: ja! Aber kein Wunder, das Trio aus Chemnitz stolziert mit Glitzerkleidern (okay, der Typ trägt ein mit Glitzer besetzten Blouson) auf die Bühne. Trotzdem mag die Stimmung anfangs irgendwie nicht richtig aufkommen – wohl auch, weil man Blond bei uns einfach zu wenig kennt. Als die drei dann aber Hip-Hop- und Latino-Beats auspacken und plötzlich zu rappen anfangen, wird die Volkshaus-Crowd warm mit ihnen – klar, sie sind ja hier zum Tanzen!

Kurz gefasst kann man sagen: Blond sind eine wunderbare Vorband für Kraftklub, denn sie wissen, wie sie das Publikum so richtig heiss machen. Übers Musikalische und die – teilweise wirklich sehr weirde – Bühnenchoreo kann man sich streiten. Ich sage nur: Aerobic-Übungen zu Sound à la Scooter.

Jetzt aber zum wesentlichen Teil des Abends: Kraftklub. Die Kollegen von Vice haben sich bereits gefragt, ob die Jungs auch in Zürich ein Erdbeben auslösen können, wie sie es in Leipzig geschafft haben. Ich kann sagen: Fast. Jedenfalls im Graben vor der Bühne. Wenn der Boden so krass vibriert, dass man Mühe hat, scharfe Fotos zu schiessen, heisst das was.

Und was ein vibrierender Boden neben einem sich anschleichenden Erdbeben auch bedeutet: Dass die Stimmung am Kochen ist. Und das war sie wortwörtlich. Auf den nass geschwitzten Rücken einiger Konzertbesucher könnte man wohl problemlos ein Ei braten – so heiss ist’s im Volkshaus. Nicht das mich das wundert, schliesslich hüpft der ganze Saal von Sekunde Eins an – fast ohne Pause. Und mitgesungen wird natürlich auch. Ich muss zugeben: So etwas habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Ein Publikum, das von Anfang bis Schluss voll dabei ist, jede Zeile kennt und sich sogar auf Choreo-Einlagen bestens vorbereitet hat. Kraftklub-Fans, ich bin euer Fan, ihr seid grandios!