03.03.2018 – Farewell Guns Love Stories

Es gibt Spontanaktionen und es gibt letzten Samstag, an welchem ich ungefähr vier Stunden vor Türöffnung entschlossen hatte, dass ich eigentlich gerne an das letzte Konzert von Guns Love Stories gehen wollte und völlig vergessen hatte, mich akkreditieren zu lassen. Da du nun meinen Bericht vor Augen hast, hat das mit dem Einlass am Ende funktioniert. 

Dieser, eigentlich traurige, Anlass entpuppte sich als stimmiger und ungetrübter Abend. Wir waren ein bisschen spät dran, weswegen Bright Lights schon mitten in ihrem Set waren. Die fünf Herren aus Goldau machen Pop Punk, der sogar mir gefällt. Und wer mich kennt weiss, dass das nicht meine liebste Musikrichtung ist. Aber Bright Lights sind auch mehr Punk als Pop. Gespielt wurde an diesem Abend auf der kleinen Bühne in der Schüür. Das EG war für diesen Anlass von der Grösse und Atmosphäre perfekt gewählt und bei der ersten Band auch schon ordentlich gefüllt, was mich immer sehr freut.

Als zweites waren Cold Reading an der Reihe. Man könnte jetzt behaupten, ich sei voreingenommen, weil Marc bei uns schreibt und ich dank ihm so spontan noch ans Konzert gehen konnte. Aber wer schon frühere Berichte von mir gelesen hat, weiss, dass ich Cold Reading von Herzen gut finde. Richtig voller Sound, der melancholisch aber nicht deprimierend wirkt. Musik, in die man richtig eintauchen kann und am liebsten untergehen würde. Emo eben. Oder Indie. Oder einfach die perfekte Mischung aus beidem.

Zu guter Letzt, und dieses eine Mal wirklich zu guter Letzt, betraten die vier Herren von Guns Love Stories die Bühne. Und spielten ein Konzert, bei welchem es nur noch mehr schmerzt zu wissen, dass es das Letzte war. Die vier Luzerner spielten Post-Hardcore. Wie sie selbst so schön über sich schreiben: too soft for hardcore moshers, too heavy for pop punk pogers. Das kann ich unterschreiben. Mir gefällt es auf jeden Fall. Oder gefiel es auf jeden Fall? Weswegen ich nun auch um ein Shirt und eine Platte reicher nach Hause gekommen bin. Das Shirt ist zur Abwechslung nicht schwarz, was eigentlich besser zum Traueranlass gepasst hätte. Dafür ist auf das T-Shirt ein T-Shirt mit einem weiteren T-Shirt gedruckt. Entschuldigt den Ausflug zu dem Bandmerchdesign, aber so ein lustiges Design habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Love it!

Anyway, nach ein paar kurzen Worten und einer kleinen Zugabe, war das Konzert gegen Mitternacht fertig. Das Publikum applaudierte zum Schluss noch einmal richtig kräftig und verabschiedete mit schweren Herzen Guns Love Stories in das Livemusiknirvana. Wir wünschen den vier Herren auf jeden Fall alles Gute bei ihren persönlichen Projekten, egal ob musikalischer Natur oder anderweitig. Farewell.

Foto: Amazing Kim