10.03.2018 – Playboi Carti im ausverkauften Komplex

Nach hunderten Shows von Hardcore- und Metalbands musste ich mir mal wieder was Neues zu Gemüte führen. Deswegen war die Vorfreude auf das Playboi Carti Konzert in Zürich ziemlich gross. Aber leider nur solange, bis wir beim Komplex ankamen, wo geschätzt 300 Leute auf ihren Einlass in die Venue warteten. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal für eine Show angestanden bin! Luxusprobleme beiseite, nach 40 Minuten waren auch meine Freunde und ich drinnen angekommen, überzeugt davon, dass wir schon die Hälfte von Cartis Set verpasst hatten. Dem war nicht so, denn bevor er auf die Bühne kam, heizten zwei DJs die Meute mit Hits ab Band ein. Das reichte aber schon für ordentliche Moshpits (ja, es gibt Moshpits an Rap-Konzerten) vor der Bühne.

Nach ein bisschen mehr als einer Stunde stand dann der Mann der Stunde auf der Bühne: Playboi Carti begann sein Set mit “Location”, dem Opener seines letzten Albums. Vorerst reagierte das Publikum noch verhalten, doch spätestens nachdem er seine Überhits “Magnolia” und “dothatshit!” auf die Leute losliess, war niemand mehr zu halten. Der Platz von der Bühne bis zum Mischpult war ein einziger Moshpit! Die Menge hatte sichtlich Spass, nicht so der Rapper aus Atlanta oder zumindest schien es so. Er sang sehr wenig Text mit und wirkte teilweise ziemlich lustlos auf der Bühne. Meine Annahme verstärkte sich zudem nach den abfälligen Aussagen Cartis, für ihn wäre zu wenig Bewegung im Raum. Wenigstens ging er dafür mit dem Publikum noch ein bisschen auf Tuchfühlung. Begleitet von seinen Securities bahnte sich Playboi Carti den Weg zum Mischpult, wo er dann ein paar Songs performte. Totale Eskalation war angesagt! Lange ging es nachher aber nicht mehr, bis er sich von der Bühne verabschiedete. Ich muss aber sagen, dass die 50 Minuten, die er gespielt hat, genau die richtige Länge hatten.

Noch selten fühlte ich mich so fehl am Platz wie an diesem Konzert. Nichtsdestotrotz war es eine spannende Erfahrung und sicher nicht mein letztes Trap-Konzert, auch wenn Playboi Cartis Show nicht durchgehend das Gelbe vom Ei war.