10.03.2018 – So waren die Donots & ZSK im Dynamo

Es ist immer so eine Sache mit grossen Punkshows (also gross im Sinn von Dynamo Saal oder Volkshaus, nicht nur gross im Sinn von Hosen-Hallenstadion): Ist das noch Punk? Antwort: Nein, also zumindest nicht wirklich. (Basil, Punkpolizist, hat gerichtet und gesprochen.) Darf man das trotzdem guten Gewissens gut finden? Ja, sowieso. Bei den Donots am Samstag, 10.03.2018, war’s auf jeden Fall so.

Zuerst aber zum Unerfreulichen: Vor den Donots durften ZSK ran, für ihre letzte Show auf diesem Run, und ehrlich gesagt war ich im Vorfeld beinahe mehr hyped für diese Band, Erinnerungen und so. Aber naja, irgendwie war’s enttäuschend. Man sah eine Band, der man ihre Musik nicht wirklich abkaufte, die etwas sein wollte (oder sollte), was sie nicht (mehr?) war. Aufgesetzt, hölzern, ja, awkward (um so ein Neusprech zu verwenden) wirkte die Show und, ui, die zwei Songs vom neuen, im Sommer erscheinenden Album sind ja Punk- oder eigentlich schon Rockschlager der übelsten Sorte. Obwohl natürlich Songs wie „Punkverrat“, „Herz für die Sache“ und „Antifascista“ sowieso knallen. Und das Publikum war eh in Feierlaune.

Was die Donots besser machten: Sie scheinen so ihr Schicksal als alternde Band akzeptiert zu haben. Klar, auch hier gab’s grosse Gesten und markige Ansagen und Party, aber es war nicht peinlich, sondern gut. Es wurde akzeptiert, dass man halt mittlerweile ein paar Jahre älter ist und die Konzerte grösser sind. Und ich meine, Party wurde nichtsdestotrotz gemacht, es wurde gesprungen, gecrowdsurft und sogar vom Balkon runtergesprungen. Auch auf Seiten Publikum merkte man den Samstag: Menschen (fast) nackt auf Menschen, Menschen auf Menschen auf Menschen, Menschen an Lichtbalken hängend, Menschen in Rohlstühlen auf Menschen. Wunderschön. Wunderschön auch, dass Songs quer aus dem Backkatalog und ganz viel vom guten neuen Album „Lauter als Bomben“ gespielt wurden. So waren dann auch die zwei Stunden, die das Konzert dauerte, kein Ausharren, sondern ein „wir holen die Band noch zweimal für Zugaben auf die Bühne, verdammt“. Yes, so macht man das! Danke Donots und danke Soundmanöver fürs Veranstalten!

Übrigens, was noch besser ist: Die Donots kommen dann im August wieder in die Schweiz und zwar ans Open Air Gränichen!