Album Review: Atra Vetosus – “Apricity”

Ein Gefühl von Wildnis und Kälte überkommt einen, sobald die ersten Töne des neuen Albums “Apricity” der in Europa noch relativ unbekannten Tasmanier Atra Vetosus erklingen. Die Band wurde 2011 gegründet und sie beschreiben ihre Musik selbst als Melodic Black Metal.

Irgendwie wird man beim Hören auch direkt ans erste Album erinnert, die Band ist sich hier echt treu geblieben. Viele Melodien klingen nach vertrauten Schemen und fügen sich nahtlos an die letzten Veröffentlichungen „Ius Vitae Necisque“ und „Voices of the Eternal Night“.

Das Schlagzeug ist immer noch rasant schnell und man bemerkt an einigen Stellen eine Weiterentwicklung des Beatrepertoires, was den Drumpart um einiges spannender macht. Auch die Gitarren sind genau wie früher immer noch bis zum Gehtnichtmehr verzerrt und spucken Soundwände auf den Track. Die einzelnen Songs strecken sich bis auf ein paar Ausnahmen genretypisch bis auf über acht Minuten und bestehen aus vielen verschiedenen Parts, mal ruhiger, mal brutaler. Wahrscheinlich würde man selbst ohne die Band zu kennen darauf kommen, dass versucht wird, die Gefühle von Verzweiflung und rauer Natur zu vereinen, so atmosphärisch ist die ganze Scheibe.

Aber Atra Vetosus wären nicht Atra Vetosus, wenn sie nicht in “Fading Life, Winter Winds” den Hörer förmlich zum Headbangen zwingen würden. Nach ein paar Takten stimmungsvoller Schwankungen legen die Instrumente hier einen Senkrechtstart hin und reissen die Luft im Raum mit einem Gitarrenriff entzwei (an dieser Stelle bitte die Lautstärke voll aufdrehen).

Besonders schön sind die später im Album auftauchenden akustischen Gitarrenparts bei „In Amber“, die einen sehr melancholischen Unterton haben und ziemlich gut gemastert sind. Was ein wenig enttäuscht, ist die niedrige Qualität der Drumaufnahmen, was bei Black Metal einigen Hörern wahrscheinlich gefällt, aber beim ersten Album besser gelöst wurde.

Positiv im Vergleich zum ersten Album ist ganz klar die Keyboardarbeit, es wird nicht nur mehr zur blossen Begleitung benutzt, sondern wirft auch eigene Melodien auf. Auch der Gesang wurde ergänzt, hier kommt zum verzweifelten Schreien des Sängers kurz choraler Gesang a la Batushka hinzu, sehr geil! Dazu kommen die ausserordentlich “sophisticated” Lyrics, die altbackene englische Wörter wie bei Shakespeare mit dunklen Themen fusionieren.

Das Album erscheint zum ersten Mal auch auf Vinyl mit grossem Poster und vollständigen Lyrics. Am 18. April könnt ihr die Band live in Olten erleben. Alles Infos dazu hier.

 

VÖ: 08.03.2018 / Immortal Frost Productions

Oceans of Light, Rainfall of Stars
Ever Falling Snow
Violet
Where the Lost Spirits Roam
Fading Life, Winter Winds
Amber
Of Ancient Prophecies
Pravitatem Cordis Hominis