07.04.2018 – So war’s am Castle Rock in Burgdorf

Am Samstag, 7. April, feierte das Castle Rock Burgdorf seinen fünften Geburtstag. Wir haben euch im Vorfeld bereits fleissig darüber auf dem Laufenden gehalten. Guckst du hier und hier.

Bereits um sieben Uhr öffneten sich die Türen der Markthalle und wir waren pünktlich vor Ort, um keine Band zu verpassen. Zum Glück hatten wir alle unsere Identitätskarten dabei. Wer nämlich keine hatte, wurde nicht in die Markthalle gelassen. Personen unter 18 Jahren hatten strikt keinen Zutritt – auch nicht in Begleitung der Eltern oder sonstigen Erwachsenen. Das stiess einigen Besuchern ziemlich sauer auf. Es wurde zwar auf der Website kommuniziert, aber anscheinend war es doch nicht allen bewusst.

Schon um 19:30 Uhr beschallten Henriette B die frühen Vögel unter den Besuchern. Die Jungs spielen Metalcore, der immer wieder mit atmosphärischen Samples untermalt wird. Leider war der Saal noch relativ leer zu ihrer Stagetime. Sie liessen sich jedoch nichts anmerken und lieferten trotz technischen Problemen ein solides Set ab.

Als nächstes betraten Defender die Bühne und überzeugten mit ihrer Spielfreude. Ihr Zusammenspiel war sehr tight und die Energie auf der Bühne schwappte auf das Publikum über. Die vielen Shows, die sie in letzter Zeit gespielt haben, spiegelten sich definitiv im Set wieder – routiniert und auf den Punkt. Als Gitarrist Tristan beschloss, den rechten Lautsprecherturm zu erklimmen, wurden wir etwas nervös. Er schaffte den Auf- sowie Abstieg jedoch unfallfrei und die Show ging nahtlos weiter. Uns konnten die Aargauer auf jeden Fall ein weiteres Mal überzeugen. Well done, gentlemen.

Pünktlich um 21:2o Uhr betraten Scream Your Name die Bühne. Die Rockband aus Burgdorf, also die Lokalmatadoren des Abends, präsentierte uns ein abwechslungsreiches Set, das in der Mitte mit “Father” und einer Akustikgitarre etwas ruhiger wurde. Zum Schluss hin wurden die Songs wieder härter und das Publikum etwas ausgelassener. Bassist Micha nutzte die grosse Bühne und den Zuschauerraum für ein paar Joggingrunden. Ja und sogar die Urner Fanfraktion hat den weiten Weg ins Emmental auf sich genommen und feierte in der ersten Reihe kräftig mit.

Für den musikalischen Abschluss des Abends sorgten Seemannsgarn aus Sumiswald. Die sympathischen Mundartrocker begeisterten die Besucher mit ihren eingängigen Songs, die zum Mitsingen und Mitschunkeln anregten. Hach, bei den Texten wünscht man sich doch das Meer jedes Mal aufs neue ins Emmental.

Man muss aber schon sagen, dass, abgesehen von ein paar Nasen, das Publikum den ganzen Abend eher etwas verhalten war. Ob es an der übermässigen Anzahl an Security-Personal lag? Wir hatten öfters das Gefühl, dass wir auf Schritt und Tritt beobachtet wurden. Die Stimmung in der Markthalle war sehr friedlich und eigentlich schien so ein grosses Aufgebot an Überwachern übertrieben. Vielleicht lag die verhaltene Stimmung auch an der doch ziemlich sterilen Martkhalle. Die Location wirkte durch die hohe Decke und die leere Gallerie irgendwie nicht sehr heimelig. Leider konnte auch die gut gemeinte Beleuchtung der Säulen kein wärmeres Klima schaffen. Das wäre in der Sägegasse sicher stimmungstechnisch ein ganz anderes Niveau gewesen.

Aber die nächste Ausgabe wird ja wieder wie gewohnt über die Bühne gehen und der Mut des OKs, die Veranstaltung trotz des Ausweichens auf die Markthalle durchzuziehen, ist auf jeden Fall zu loben. Soundtechnisch fanden wir die Markthalle übrigens gar nicht so übel, da hätten wir nach dem letztjährigen Skyfestival Schlimmeres erwartet.

Die Auswahl an der Bar kam bei uns auf jeden Fall auch gut an. Sogar grosse, feine Zopfsandwiches konnte man zu einem vernünftigen Preis kaufen. Leider war das Barpersonal aber nicht so flexibel. Ich hätte anstelle eines ganzen Mets gerne einen halben bestellt, das wollte man aber nicht umsetzen. Die Preise fanden wir aber absolut in Ordnung; übrigens auch den Eintritt für das Festival, der mit CHF 25.– mehr als im Rahmen war für vier tolle Bands.

Unser Fazit: Musik tip top, Stimmung ganz okay, Flexibilät und Freundlichkeit der Helfer hat Luft nach oben. Es sind dann halt oft die kleinen Dinge, die den grossen Unterschied ausmachen. Aber hey, wir kommen im nächsten Jahr wieder und freuen uns auf die renovierte Sägegasse Turnhalle!

Fotos von Eric und Tad gibt es hier.