17.04.2018 – Machine Head füllen das Z7

Oh boy! Das war ja mal eines der schrägsten Konzerte meines Lebens. Und eines der Besten. Aber von Anfang an. Eigentlich wollte ich mit einer wildfremden Person ans Konzert. Quasi ein platonisches Blind Date. Aber leider war die Gute krank geworden und hat sich für Tee und Bett entschieden. Nachvollziehbar. Also musste mein guter alter Konzertkollege sponti seine Bandprobe sausen lassen und mitkommen. Und dann ging es schon mit dem Zug Richtung Pratteln. Das ist immer ein Weg, der mir wie eine Ewigkeit vorkommt.

Als wir in Pratteln angekommen sind, war es knapp acht Uhr. Weil Verspätung und so. Wir marschierten frischfröhlich zum Z7. Holten wie gewohnt unsere Tickets am Abendkassenhäuschen ab, spendeten die obligaten 5.- an die Ärzte ohne Grenzen und gingen Richtung Einlass. Da standen schon unzählige Leute, die ordentlich abgetastet und durchsucht werden mussten. Aber wenigstens hörten wir schon mal ein bisschen Mukke aus dem Konzertsaal. Irgend ein Lied von Machine Head. So als kleiner Vorgeschmack aufs Konzert. Nach der Kontrolle und der Abgabe der Rucksäcke schlängelten wir uns durch die rauchende Masse zum Eingang und zum Getränkestand. Und spätestens da waren wir beide ziemlich verwirrt. Machine Head standen schon auf der Bühne. Um viertel nach Acht. Ohne Vorband. An einem Dienstag. Im vollgestopften Z7. Am Arsch der Welt. Aka Pratteln. Whaaat?

Wir schlichen uns rechts auf die tribünenartigen Treppen, denn das Haus war so voll, das es kein Vorangehen mehr gab. Wir schafften es also auch nicht zu unseren Getränken. Aber die waren eigentlich schon fast wieder vergessen. Ziemlich verdutzt schauten wir nun Machine Head zu, die einen Hit nach dem anderen hinschmetterten. Und die Soundqualität! Ein Traum. Wie auf der Scheibe. Klar abgemischt, perfekte Balance von Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug und allen zusätzlichen Sounds. Nach einer Stunde, wir waren immer noch ziemlich verwirrt und von dem ohrenbetäubenden Lärm – easy schnell über 105dB – geflashed, hätte man denken können, die Herren gehen jetzt von der Bühne um danach noch eine Zugabe zu spielen. Aber nein! Nach ein paar Gitarrensolos und einem Drumsolo, einer Ansprache über das erste Metalkonzert im Z7 vor 24 Jahren, Machine Head und Slayer, folgten noch mehr Songs. Und noch mehr Songs. Und noch mehr Songs. Und als wir uns um 22:20 Uhr auf den Weg nach Hause machen mussten, spielten die Herren immer noch mit voller Inbrunst. Man merkte die Länge des Sets kein einziges Mal. Die Stimme hielt, der Sound war tight, das Publikum alles andere als müde.

Ich war noch ein bisschen benommen von dem, was ich gerade gesehen, gehört und erlebt hatte. Es fühlte sich nicht wie zweieinhalb Stunden Konzert an. Und dank den geöffneten Toren des Saales kam zwischenzeitlich fast ein bisschen Festivalfeeling auf. Mit einem gehörigen Gehörschaden und ziemlich müden Beinen, Augen und Ohren ging es wieder zurück nach Luzern. Dieses Konzert hat eindeutig gezeigt, das Machine Head noch immer 180% geben. Und dass sie es sich verdient haben, nach so langer Zeit immer noch ein ganzes Z7 an einem Dienstagabend auszuverkaufen!