The Gaslight Anthem im Interview

Zana traf Alex von The Gaslight Anthem in Zürich

Letzte Woche haben The Gaslight Anthem Halt in Zürich gemacht und im Volkshaus eine tolle Show abgeliefert. Wir hatten das Glück, sie vor ihrer Show zu treffen und sie über ihr neues Album auszufragen. Der Gitarrist Alex Rosamilia hat sich die Zeit genommen, um mit uns etwas zu plaudern.

Toll das ihr nach zwei Jahren wieder in der Schweiz seid! Hattet ihr etwas Zeit Zürich zu erkunden?
Ja wir hatten gestern den ganzen Tag frei. Da unser neuer Gitarrist das erste Mal in Europa ist, haben wir mit ihm eine kleine Tour unternommen und ihm die Stadt gezeigt. Wir waren unten am Fluss und durften die Zürcher Fasnacht erleben. Normalerweise versuche ich, wenn wir einen Tag frei haben, für mich zu sein und mich mental auf die Show vorzubereiten.

Ist es harte Arbeit auf Tour zu sein oder gleichzeitig auch Vergnügen?

Es ist etwas von beidem. Das Reisen ist auf jeden Fall sehr anstrengend und es nimmt dich gesundheitlich schon etwas mit nach einer langen Tour. Ich bin aber jemand, der nicht gerne zu lange an einem Ort ist. Ich liebe es zwar zu Hause zu sein, aber vermutlich nur, weil ich weiss, ich bleibe nicht zu lange. Keine Ahnung vielleicht habe ich Zigeunerblut in mir, ich muss einfach immer unterwegs sein.

Was inspiriert euch am meisten, wenn ihr Songs schreibt?

Es kommt darauf, an wie wir uns gerade fühlen und was für einen Song wir schreiben. Manchmal kommt es vor, dass wenn Brian schon einen Song hat, ich je nach dem wie ich an diesem Tag drauf bin, was komplett anderes spiele.

Fangt ihr mit der Melodie an oder mit dem Text? Was klappt besser?
Es ist immer etwas anders, es gibt kein richtig oder falsch. Auf der neuen Platte habe ich zum Beispiel die Musik zuerst auf dem Keyboard geschrieben und danach sind die Texte dazu gekommen. Man kann das nicht kontrollieren. Es passiert einfach. Was immer zuerst in unseren Köpfen auftaucht, machen wir.

Und wenn ihr dann einen Song habt, wisst ihr gleich, das es der perfekte Song ist?
Ja, auf jeden Fall. Das kann vorkommen, auf Get Hurt haben wir bei mindestens drei Songs diesen Wow-Moment gehab.

Bevor Get Hurt erschienen ist, hat es viele Diskussionen ausgelöst, weil dieses Album so anders ist. Ihr wart sicher unsicher, wie die Fans darauf reagieren würden. Nun ist das Album seit ein paar Monaten auf dem Markt. Wie waren die Reaktionen?

Dieses Album polarisiert auf jeden Fall. Die Leute haben entweder sehr positiv auf die neuen Songs reagiert und andere mögen das Album gar nicht. Und das ist nur was ich bisher auf Twitter und Facebook mitgekriegt habe. Persönlich bin ich sehr zufrieden mit dem Album und ich denke, es ist bis anhin das Beste, das wir gemacht haben. Wir haben viel Neues ausprobiert auf diesem Album und mit einem neuen Produzenten zusammen gearbeitet. Die Idee war nicht, über den Tellerrand hinaus zu schauen, sondern viel mehr alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die uns zur Verfügung stehen und somit den Teller einfach grösser zu machen. Auf dieser Tour spiele ich zum Beispiel drei Songs auf dem Keyboard.

Keyboard? Ist das nicht verwirrend hin und her zu wechseln?
Nicht mehr, die ersten paar Shows ein wenig. Sei froh, dass du die nicht miterlebt hast (lacht). Aber nach mittlerweile drei Wochen auf Tour habe ich mich langsam eingespielt. Ich habe auch beim Schreiben der Songs darauf geachtet, genügend Pausen dazwischen einzuplanen, um von der Gitarre zum Keyboard wechseln zu können.

Spielst du schon lange Keyboard?

Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Piano zu spielen und mit neun wieder aufgehört, weil ich es dann doof fand. Später habe ich zur Gitarre gewechselt, aber ich erinnere mich immer noch an vieles, das ich damals gelernt habe. Es ist einfach toll, mein altes Können wieder zu entdecken und es jetzt in die Band einzubringen, ohne gleich zu einer Goth oder Techno Band zu wechseln.

Nein, diese Richtung ist wohl nicht das Ziel. Oder?
(Lacht) Nein, auf keinen Fall, aber da war mal so eine Zeit…lange her.

Die Songs auf Get Hurt sind etwas dunkler und sogar etwas poppiger als die zuvor. Wie kam es dazu?

Du kannst nicht ändern, was dich damals beeinflusst hat. Es ist einfach ganz natürlich passiert. Wir haben einfach gespielt und es hat uns gefallen. Wir sind schliesslich mit diesem Sound gross geworden – das ist genau, wer wir sind.

Ihr habt mit TGA schon vieles erreicht. Ist es, was ihr immer wolltet? Was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich möchte bei TGA spielen, bis ich tot bin. Ich meine, schau dir die Rolling Stones an. Sie sind um die 70, machen es immer noch und haben Spass daran. TGA ist mein Baby es wäre grossartig, wenn wir es schaffen die Band so lange am Leben zu behalten.

Was ist dein Lieblingssong auf Get Hurt?
(überlegt) Das ändert sich immer wieder aber jetzt gerade 1000 years oder Underneath The Ground

Wie reagiert die Menge auf die neuen Songs wenn ihr sie live spielt?
Ziemlich gut! Sie haben bereits mitgesungen, bevor das Album offiziell erschienen ist. Unsere Fans sind toll, sie machen immer mit an unseren Shows. Es hat mich einfach überrascht. Ich weiss nicht, woher sie die Lyrics hatten. Wenn wir ehrlich sind, ein paar haben das Album bestimmt aus dem Internet heruntergeladen. Aber das ist mir egal, wenn das bedeutet, dass die Leute an unseren Snows abgehen und mitsingen. Dann finde ich das super!

Die alten Songs spielt ihr aber immer noch?
Klar, wir spielen fast zwei Stunden, diese Zeit muss gefüllt werden. Wir ändern jedoch immer wieder das Programm und versuchen auch Sachen zu bringen, die wir schon lange nicht mehr live gespielt haben. Manche Songs ändern wir manchmal leicht ab, um es auch für uns interessanter zu gestalten.

Was passiert neben TGA? Hast du auch Nebenprojekte oder fokussierst du dich momentan nur auf TGA?

Ja habe ich, einige sogar. Das sind Projekte die nicht zu TGA passen, weil ich musiktechnisch sehr offen bin. Ich habe eine Band mit Evan, dem zweiten Gitarristen von TGA, mit der wir bald ein Album mit fünf Songs fertig stellen. Dann noch ein Projekt mit meinem Cousin und einem Freund, wir arbeiten an etwas was 80er Pop/Rock-mässig klingt und nennen uns „Adults“. Diesen Dezember/Januar werde ich auf jeden Fall sehr beschäftigt sein, aber das ist auch gut so den ich mache das, was mir Spass macht.

Was hörst du für Musik? Was gefällt dir?

Ich mag Hard Rock Metal, alten Blues oder Country, Jazz und ich mag sogar Dance Musik. Ich versuche einfach offen zu sein für „gute Musik“. Vor ein paar Jahren habe ich ein Techno/Dance Lied aufgenommen (lacht), es heisst „I Love Dancing“. Wir haben es sogar geschafft, den Sänger von Polar Bear Club miteinzubeziehen und Frank Turner hatte einen Gastauftritt. Das war aber bevor er Frank Turner war. Ich glaube, er kann sich nicht mal mehr daran erinnern, dass er da mitgewirkt hat. Aber ist ja auch schon lange her (lacht)

Das möchte ich hören!
Klar, aber nicht wenn du das aufnimmst (lacht) Ich versuche einfach, Spass zu haben und verschiedene Sachen auszuprobieren.

Magst du Stoner Rock?
Ich liebe Stoner Rock, dass ist mein täglich Brot! Wenn du mich für vier Stunden in einen Raum sperrst nur mit Spotify wird das die Musik sein, die ich höre.

Vielen Dank Alex! Rawk wünscht euch alles Gute auf der Tour!

Interview: dezan

http://www.thegaslightanthem.com
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