Das Debütalbum von The Atlas Frame: “Luminiscence”

Wer regelmässig die unzähligen Metal- und Rocklocations in der Schweiz besucht, kommt kaum an ihnen vorbei: The Atlas Frame sind seit zwei Jahren mehr als nur präsent mit Stickers, vielen Konzerten und seit heute mit ihrem ersten Album “Luminiscence”. Dabei kennt die selbst ernannte Post-Hardcore Band nur eine Richtung: Vorwärts.

“Melody of Hearts” macht in den ersten 75 Sekunden schon klar, was sich auf den restlichen 2475 Sekunden befindet. Geile Gitarrenmelodien, harte Screams, popiger Cleangesang, Breakdown-intensive Dynamikwechsel. Ja, The Atlas Frame zeigen, dass sie Fleisch am Knochen haben.

Richtig geil ist dann auch gleich der Einstieg in den nächsten Track. “Windmill” kommt in einer klassischen Metalcore-Manier daher. Ein einfach gehaltener Refrain gehört dabei genauso dazu, wie der schöne, leicht atmosphärische, aufbauende Zwischenteil.

So wie ich die ersten zwei Tracks dieses Werkes beschrieben habe, könnte ich nun auch die restlichen 11 Songs beschreiben. Es ist extrem solid umgesetzter Metalcore, oder wie The Atlas Frame selber sagen, Post-Hardcore (man will sich ja vom 0815-Metalcore-Genre abheben). Abheben müssen sie sich dabei aber nicht vom Genre. Die Qualität ihres Debüts hebt sich selber von so einigen Metalcorebands der Schweiz ab und folgt eindeutig der Australischen und Amerikanischen Szene von top (über)produziertem Core.

Was man aus dem Album aber wirklich hervorheben darf, sind die Gesangskünste von den zwei Vocalisten Luke und Remo. Sowohl die Cleans als auch die Growls kommen extrem stark daher. Dabei hört man zwar, wenn dann nicht jeder Ton immer perfekt auf den Instrumenten liegt, dafür kommt der Cleangesang authentisch und selbstbewusst daher. Schön, dass man hier nicht mit billigen Mitteln den Gesang korrigiert hat und noch etwas Natürlichkeit beibehalten hat.

Wer noch nicht genug davon überzeugt ist, dass dieses Album den Metalcore-Standarts entspricht, der soll sich doch noch das Cover des Albums anschauen. Ein in ein weisses Nachtgewand gekleidetes Mädchen, das traurig und allein im Wald sitzt. Im Hintergrund ist eine geometrische Figur zu sehen. Wie auch die Musik, es entspricht der Band.

“Luminiscence” ist ein Meilenstein nach ihrer ersten selbstbetitelten Popcore-EP. Ich glaube, dass sich dieses Album durchaus in der Schweizer Metalszene verfestigen kann und es vielleicht sogar über die Grenzen schafft, denn ihr Album kann sich in den CD-Regalen (gibt es das überhaupt noch?) würdig zwischen Bands wie We Came As Romans, In Flames oder August Burns Red einreihen. Das Album ist sehr filigran und mit viel Können produziert und entspricht den typischen Metalcore-Standards. Bleibt auf dem gleichen Kurs, den ihr eingeschlagen habt. Immer vorwärts.

Hier meine Anspiel-Tipps:
Für den Metalhead: Windmill
Für das Teenagergirl: Not Perfect
Für den Moshpit: Jealousy
Für den Pop-Punk Fan: Unsung Heroes
Für den Postrocker: In Exile

Getauft wird das neue Werk nächsten Samstag, 12. Mai im Flösserplatz in Aarau. Mit dabei sind Scream Your Name, Final Story und Circle of Execution.

 

 

The Atlas Frame – Luminiscence
(VÖ 05.05.2018)

Melody of Hearts
Windmill
Constructor
Not Perfect
Seven Deeadly Sins
Jealousy
Interlude
Unsung Heroes
Struggle & Pain
The World’s Elite
Isolated Shell
My Redemption
In Exile