Black River Delta: ” Wir haben immer gesagt, wir möchten Musik machen, die wir auch im Suff noch spielen können”

Schwedische Bands sind üblicherweise im Metal anzutreffen. Aber es gibt auch Ausnahmen. Paradebeispiel dafür: Black River Delta. Die machen nämlich Blues. Und zwar genau so, wie es sich gehört – roh und geil halt!

Vor dem letzten Gig ihrer diesjährigen Europatournee im Basler Sommercasino durfte ich mit den drei Bandmitgliedern Erik (Gesang und Gitarre), Pontus (Lead Gitarre) und Erik (Drums) plaudern. Lest weiter und findet heraus, was sie mir über Blues, Schweden und ihr neues Album “VOL II erzählt haben:

Euer zweites Album “VOL II” kam vor zwei Monaten raus. Was ist darauf anders als auf eurem Debütalbum “Devil On The Loose“?
Es wurde in einem richtigen Studio aufgenommen. Das erste haben wir in einer Holzhütte im hohen Norden von Schweden selbst zusammengebastelt. Wobei, auch auf “VOL II” sind circa ein Drittel der Songs noch von uns selbst aufgenommen. Musikalisch sind wir auf dem neuen Album ein wenig schneller und härter unterwegs. Songwriting-technisch lief alles sehr ähnlich ab wie auf der ersten Platte. Es ist schon länger her, seit wir “VOL II” aufgenommen haben, noch bevor “Devil on the Loose” überhaupt rauskam. Deshalb sind die beiden Alben sehr ähnlich, aber eben doch ein wenig anders.

Ihr seid eine schwedische Band, die Blues macht. Das hört man ja nicht so oft…
Ja, es hat nicht sehr viele Bands wie wir. Noch nicht! Wäre cool, wenn’s mehr werden. Vielleicht ja auch wegen uns. Das wäre super cool.

Wieso denn Blues und nicht etwa Metal, wie ihn viele eurer Landesgenossen machen?
Na ja, so verschieden sind die Genres nun auch wieder nicht. Beide sind ziemlich dunkel und deprimierend. Und beide erzählen meist von den gleichen Dingen. Als Schweden macht es ja auch Sinn, dass wir alle über die Dunkelheit, die Kälte und das raue Leben singen wollen. Zudem ist es um einiges schwieriger, Metal zu spielen. Wir haben immer gesagt, wir möchten Musik machen, die wir auch im Suff noch spielen können. Blues ist da perfekt. Und es gab auch einfach noch nichts in der Stilrichtung in Schweden. Es gibt viel Electronica-, Indie-, Metal-, aber fast keine echten Bluesbands. Vielleicht könnten wir jetzt dann mal zum Metal wechseln. Schliesslich sind wir jetzt bessere Musiker als früher (lachen).

Wie schreibt ihre eure Songs? Ihr habt euch ja bei einem Jam kennengelernt…
Das haben wir! Und genau so schreiben wir auch heute noch unsere Songs. Circa 85% der Songs auf “Devil on the Loose” und “VOL II” sind aus Jams entstanden. Hie und da hat mal einer von uns eine Idee. Auch dann wird mit der im Proberaum heftig gejammt. So entsteht meist ein Song, mit dem wir alle zufrieden sind.

Ihr seid beim Schweizer Label Radicalis unter Vertrag. Wie kommt das?
Ganz einfach. Der Typ, mit dem wir schon vorher zusammengearbeitet haben, wechselte zu Radicalis. Er fragte uns, ob wir bei ihm bleiben möchten oder nicht. Wir sind geblieben, denn wir dachten uns: Die Schweiz ist ein wunderschönes Land, warum nicht?! Dadurch sind wir jetzt auch mal so richtig in der Schweiz am Touren.

Und das gefällt euch bis jetzt?
Wir stehen vor dem letzten Gig der Tour und ja, es war fantastisch. Abgesehen davon, dass wir nach dem Gig in Graubünden kaum mehr aus Chur wegkamen. Sie hatten den Pass geschlossen und wir hätten da drüber müssen. Wir haben dann aber, nach einem grossen Umweg, doch noch unser nächstes Ziel erreicht. Aber ja, sonst war alles tiptop!

Noch eine Frage zu eurem Heimatland: Stimmt es, dass Schweden ein sehr geiles Land für Musiker ist? Ich hab da mal so Gerüchte gehört…
Jap. In Schweden lebt es sich gut als Musiker. Wir werden vom Staat finanziell unterstützt, was natürlich sehr cool ist. Sie helfen zum Beispiel mit den Tourkosten oder mit der Miete für den Proberaum. Dabei ist es ihnen egal, welche Musikrichtung man macht. Das tun sie, ganz egal ob man Schwede ist oder nicht. Wenn jetzt aber jeder denkt, nach Schweden zu ziehen sei das geilste Ding überhaupt: Es ist arschkalt bei uns. Zwei Drittel des Jahres hält man’s kaum aus. Und dann kommt noch dieser grässliche Wind dazu! Das Mindeste, was sie da tun können, ist uns fürs Musikmachen zu bezahlen!

Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Wir möchten so viel wie’s geht touren und neue Orte sehen. Momentan schaut’s ziemlich gut aus für uns: Wir haben ein paar coole Neuigkeiten gekriegt, seit wir auf dieser Tour sind. Man kann also gespannt bleiben!

Das kann man auf alle Fälle! Black River Delta sind eine Band, die man im Auge behalten sollte. Ganz viel Potential für Grosses. Das Konzert war im Übrigen auch absolut genial. Lasst sie euch also nicht entgehen, wenn sie das nächste Mal wieder bei uns in der Schweiz sind!