Album Review: In Love Your Mother – “the greatest hits”

Waren doch auch die letzten Alben und EPs eine Ansammlung von ausschliesslich Hits, spielte man doch auch live nur solche, so ist die neue Platte von In Love Your Mother mit „the greatest hits“ betitelt — logische Konsequenz, wenn man denn nur solche produzieren kann. Veröffentlicht und auch gleich getauft wird die Scheibe am 26.05.2018 im Dynamo, davor gibt’s aber schon eine Vernissage am Damm für dich am 17.05.2018.

Weil man eh nur Hits erschafft, kann man eigentlich auch improvisieren, oder? Genau das haben ILYM nämlich getan: „the greatest hits“ wurde komplett live (analog!) und teilweise improvisiert eingespielt — no overdubs, no cheating, einfach drei Menschen mit musikalischem Sendungsbewusstsein und einigen Geräten, die sich laute Töne entlocken lassen.

So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass sich über weite Passagen Noise-Orgien, Feedback, kryptischer Gesang und schräge Rhythmen gegenseitig jagen und kohärente, „traditionelle“ Songstrukturen die Minderheit des Albums stellen — wobei Songstrukturen waren bei dieser Band eh schon immer ziemlich viel verlangt, aber heuer geht’s auch bereits den Riffs an den Kragen. Dafür leben die Ideen um so mehr auf, die Kreativität fliesst in Strömen, es ballert, es lärmt wie es nicht schöner könnte — und dann kommt als letzter Track das unheimlich ruhige „Chase“ daher und du sitzt halbwegs wieder gerade im Leben, bloss das linke Hosenbein und die Hälfte deines Gesichts ist irgendwo auf der Strecke geblieben.

Was schreibt man noch über solch ein Album? Ich glaube, das ist genau die Art der musikalischen Umsetzung, die die Liveshow von In Love Your Mother, das ganze Auftreten der Band, die Attitüde, soweit diese denn von aussen erkennbar ist, einfängt, so wie sie sein soll  sofern es denn ein „sein sollen“ geben kann in diesem Post-Everything-Dekonstruktivismus. Und genau: Bei den Aufnahmen dabei sein, das hätte man gewollt!

Anspieltipps? Ja, ähm, fang doch einfach mal vorne an und wenn’s dir gar nicht gefällt, gibts du dem letzten Track eine Chance.

In Love Your Mother – the greatest hits

8.4 She
9.3 Monsieur Le Bär
8.8 En Bom, Zwo Böm
The Incredible Exploding Frosch Experience
10.1 The Painter
8.05 The Artist
8.07 The Chair
Chase