Am Greenfield Festival arbeiten – Teil 1

Rawk.ch widmet sich anlässlich des Greenfield Festivals 2018 nicht bloss den wenigen Personen, die immer im Fokus stehen. Wir stellen euch auch einige Menschen vor, die neben, hinter oder weit weg von der Bühne Einsätze leisten und auf ganz unterschiedliche Art und Weise dafür sorgen, dass alle BesucherInnen unvergessliche Tage erleben können.

Wer kennt sie nicht, die diversen Getränkestände, die auf dem Zeltplatz und im Infield dafür sorgen, dass niemand Durst leiden muss? Doch wer kennt die Personen, die Tag und Nacht Geld gegen Flüssiges eintauschen? Wir sprachen mit einem Verkäufer, der zum ersten Mal an einem Getränkestand des Greenfield Festivals im Einsatz steht und richtig zu schwärmen wusste von den bisherigen Kunden. Allesamt seien sie sehr freundlich und gelassen, allerdings stand der junge Mann an diesem Mittag erst seit wenigen Stunden im Einsatz und der Getränkestand wird bekanntlich noch einige Kunden sehen an diesem Wochenende. Reich wird bei dieser Arbeit höchstens der Standbetreiber, für die Verkäufer stehe der Spass im Vordergrund. Obwohl am Greenfield, abgesehen von den Jungendhelden Limp Bizkit, nicht wirklich seine Musik laufe, wird unser Interviewpartner, der in der Nähe wohnt, nach der Arbeit und allenfalls einem Bad im See wohl doch noch ein bisschen Gelegenheit haben, dieselben Vorzüge des Openairs auszukosten, wie dies auch seine Kunden tun.

An einem Festival läuft aber nicht immer alles in geordneten Bahnen. Wie überall, gibt es auch hier Leute, denen es psychisch nicht so gut geht. Bis letztes Jahr waren sie mit ihren Problemen aber häufig auf sich alleine gestellt oder beanspruchten die Nothelfer, die sich eigentlich um medizinische Notfälle kümmern sollten. Nicht zuletzt deswegen ist es sehr hilfreich, dass heuer mit der Ansprechbar zum ersten Mal eine Festivalseelsorge vor Ort ist, die sich Zeit nimmt zuzuhören. Wenig überraschend wurde die Anlaufstelle bisher vor allem zu später Stund und nicht selten auch nach einem gewissen Alkoholkonsum aufgesucht. Das sei aber nicht grundsätzlich schlecht, wie uns ein Jugendseelsorger erzählte. Wichtig sei ja, dass die Leute ihre Probleme ansprechen können und Hilfe bekommen. Die Ansprechbar wird von der Metal Church und vor allem reformierten Landeskirchen verschiedener Kantone getragen und machte bisher positive Erfahrungen mit den Greenfield-BesucherInnen. Wichtig ist den Seelsorgern zu betonen, dass sie nicht missionieren, sondern einfach nur helfen wollen. Dementsprechend ist auch ihr Stand auf dem Zeltplatz gestaltet: Dass es sich um kirchliche Seelsorge handelt, ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, weshalb es etwas Zeit braucht, bis die Leute das Angebot kennen gelernt haben, wozu in den nächsten Tagen und voraussichtlich auch im nächsten Jahr aber noch genügend Gelegenheit bestehen wird.