Am Greenfield Festival arbeiten – Teil 2

Im ersten Teil unserer Reportage über Leute, die am Greenfield Festival im Einsatz, aber nur sehr selten im Fokus stehen, stellten wir euch einen Seelsorger der Ansprechbar sowie einen Getränkeverkäufer vor. Im zweiten Teil sind nun die Frauen an der Reihe, deren unterschiedliche Aufgaben exemplarisch sind für die Vielfältigkeit des Greenfields.

Sie sind am Festival ein gewohntes Bild und eigentlich omnipräsent: Die Security-Angestellten mit ihren roten Westen. Am Mittelaltermarkt aber sah man sie das ganze Wochenende über nicht, und das hat einen ganz bestimmten Grund: Passend zum historischen Look des kleinen Areals wird auf dem Markt auch die Sicherheit von mittelalterlich angezogenen Wächtern gewährleistet. Sie bewachen den Eingang und sind dabei nicht mit Knüppel und Pfefferspray, sondern mit einer Hellebarde ausgerüstet. Was jetzt effizienter ist, sei dahingestellt, auf jeden Fall ist es bis zum Zeitpunkt der Reportage zu keinem Zwischenfall auf dem Mittelaltermarkt gekommen, im Gegenteil, laut den Mitgliedern des Söldnertrupps Wyland, der verschiedene Aufgaben auf dem Markt wahrnimmt, sind die BesucherInnen sehr friedlich und freundlich.

 

Dasselbe wussten auch die Mitarbeiterinnen der durch und durch zeitgenössischen Metro-Boutique zu berichten. Die beiden jungen Verkäuferinnen schwärmten nur so von der gelassenen Stimmung am Greenfield, obwohl sie musikalisch eher nach Frauenfeld tendieren. Sie arbeiten auch im “zivilen” Leben in Geschäften derselben Modekette und leisten während des ganzen Openairs Einsätze in der Länge von normalen Arbeitstagen. Man glaubte ihnen – hinter der Kasse stand ein mit Bier gefüllter Kühlschrank – dass sie nach Arbeitsschluss aber durchaus noch Zeit und Kraft haben, einige Konzerte zu besuchen und zu feiern. Wie vielerorts ist auch das Geschäft dieses Standes stark vom Wetter abhängig: Regnet es, läuft es dank Regenstiefeln sehr gut, wird es warm, sorgen die Flip-Flops für reichlich Umsatz. Das meist sehr wechselhafte Juniwetter scheint da also ein gutes Pflaster zu sein und hörte man die Verkäuferinnen von der Stimmung schwärmen, kann man ziemlich sicher sein, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sein werden – genauso wie alle anderen, die wir in dieser kleinen Serie porträtiert haben. Denn wenn sich die verschiedenen Personen mit so unterschiedlichen Aufgaben in einem einig waren, dann darin, dass das Greenfield-Publikum so richtig cool drauf ist!