13.09.15: Jim Adkins im Eldorado Zürich

„Hi, I’m Jim. I’m from Arizona.“ Naja, vorstellen hätte sich Jim Adkins im ausverkauften Eldorado sicherlich nicht müssen. Doch so wie seine Begrüssung war der ganze Konzertabend: einfach, vertraut, auf den Punkt gebracht. Sein Auftreten ohne Bandkollegen, mit denen zusammen er als Jimmy Eat World seit den 90er-Jahren grosse Erfolge feiert, erlaubte es dem Amerikaner, eine noch engere Verbindung zum Publikum aufzubauen.

Im Vorfeld stellte sich die Frage, was man wohl von diesem Abend erwarten kann. Nur mit einer Akustik-Gitarre bewaffnet hat sich Adkins nämlich noch nie über den Teich gewagt, und es hat erst eine Handvoll Solomaterial das Licht der Welt erblickt. Er würde also wohl oder übel Jimmy-Eat-World-Songs spielen müssen, um den Abend zu füllen, doch wie werden diese rüberkommen? Es dauerte nicht lange, bis alle Fragen beantwortet und alle Zweifel beseitigt waren. Nach dem Opener „Love Don’t Wait“, einem neuen Solo-Stück, haute Adkins – ohne eine Sekunde Pause dazwischen – die Jimmy-Eat-World-Perlen „Just Watch The Fireworks“, „Chase This Light“ und „For Me This Is Heaven“ raus. Wow! Die Songs hatten durch Adkins lebensnahe Texte und seine unverkennbare, freundliche Stimme schon immer eine Intimität, und diese wurde durch die musikalische Reduzierung nur noch greifbarer.

Dass Adkins’ Songs bei den Zuhörenden etwas ganz spezielles auslösen, spürte und sah man dem Publikum an. Schnell wurde das Eldorado zur Sauna, und Adkins spielte circa 25 Songs, doch niemand wollte irgendwo anders sein. Ein Sonntagabend kennt keinen besseren Soundtrack. Nebst den Nostalgie-Schüben, die die alten Jimmy-Eat-World-Lieder auslösten, erinnerten einen die neueren Songs, sowie Adkins‘ Solo-Stücke, daran, dass der musikalische Output dieses feinen Herren immer noch von bester Qualität ist. Mit toll gewählten Cover-Stücken wurde zusätzlich für Abwechslung gesorgt. Besonders seine Interpretation von Cindy Laupers “Girls Just Want To Have Fun” stach dabei heraus. Insgesamt bewies Jim Adkins den Anwesenden am Sonntagabend einmal mehr, was sie schon immer wussten: Dieser Mann kann keine schlechten Songs schreiben, seine warme Stimme hat enormen Wiedererkennungswert und er transportiert mit jeder einzelnen Gesangslinie Emotionen. Darum, ob Solo oder mit Band: Jim, komm bald wieder!

Seine 7″-Single-Serie gibts hier. Günstiger und schneller, aber mit weniger Charme: die Singles zur EP gesammelt bei iTunes.