Annisokay in Zürich – So war der Enigmatic-Smile-Tour-Stopp in der Limmatstadt

Mitten im alltäglichen Feierabendchaos brachen wir in Richtung Zürich auf; unser Ziel war das Werk 21. Wider Erwarten gelangten wir mühelos und ohne Stau nach Zürich, weshalb wir sogar bereits vor der Türöffnung am Zielort ankamen. Es tummelten sich bereits ein paar Leute vor dem Eingang, doch der Andrang hielt sich in Grenzen. Pünktlich um 19.30 Uhr wurden die Türen geöffnet und wir traten ein. Wahrscheinlich zum gleichen Zeitpunkt trafen auch Novelists ein, welche nun Gas geben mussten, um pünktlich starten zu können.

Dann ging es los: Ein kurzer Line Check und die Jungs von Novelists starteten in ihr Set. Die fünf Pariser Jungs gaben alles, um eine gute Stimmung aufzubauen. Dies war kein leichtes Unterfangen, da die Besucherzahl auch zu diesem Zeitpunkt überschaubar war. Novelists liessen sich davon jedoch nicht aufhalten. Song für Song führten sie uns durch ihr Repertoir. Instrumental gesehen konnte man dabei nicht viel aussetzten. Leider vermochte dabei der Cleangesang von Frontsänger Matt Gelsomino nicht ganz zu überzeugen – Wobei man hier auch fairerweise bemerken muss, dass dies zu einem grossen Teil den akustischen Gegebenheiten des Werk 21 zuzuschreiben ist. Meiner Meinung nach ist das Lokal für harten Sound, wie eben jener von Novelists, nicht wirklich geeignet. Es fehlt der Raum, damit sich die Musik überhaupt richtig entfalten könnte. Während ich mir über diesen Umstand etwas den Kopf zerbrach, hatten Novelists schon mit dem letzten Song begonnen. Nach einigen erfolglosen Versuchen die Menge zu einer Wall Of Death oder einem Mosh Pit zu bringen, klappte dies während des letzten Songs auf Anhieb.  Mit einem letzten Break Down gefolgt vom letzten Sing Along verabschiedeten sich Novelists und gaben die Bühne für Fearless Vampire Killers frei.

Damit gelangen wir zu meinem persönlichen Tiefpunkt des Abends. Die kreischenden Mädchen in der ersten Reihe sollen mir die folgenden Worte verzeihen, doch für mich war der Sound der englischen Combo zu poppig und zu aufgesetzt. Die paar Break Downs in Ihren Songs schafften es nicht, mich umzustimmen, denn es fehlte einfach die Härte dabei. In technischer Hinsicht gab es jedoch nichts auszusetzen, dennoch hätte es  aus meiner Sicht passendere Bands gegeben, um den Abend von Novelists und Annisokay zu komplettieren. Nichts desto trotz hatten sie ihre Fans vor der Bühne und die gaben ordentlich Gas.

Doch jetzt war die Zeit reif für Annisokay. Schönes Detail am Rande, während des ganzen Abends sah man die Jungs von Annisokay vor der Bühne, wie sie die Shows der anderen Bands mitverfolgten. Das passt absolut ins Bild der sympathischen Jungs aus Halle an der Saale. Mit eben jener Sympathie begrüssten sie uns auch von der Bühne aus. Der Fokus ihrer Show lag ganz klar auf der neuen Scheibe „Enigmatic Smile“ und mit Songs wie „Carry Me Away“, „Naked City“ oder „Wolves At The Walls“, hatten sie das Publikum schnell in der Hand. Mich beeindruckte allem voran der druckvolle und glasklare Gitarrensound. Da kam uns echt eine Wand entgegen. Überzeugend war zudem der Cleangesang von Christoph Wieczorek, der die Kraft der Studioaufnahmen auch auf die Bühne brachte.  Leider gingen dabei die Growls von Dave Grünewald beinahe etwas unter. Dies war jedoch auch wieder, zu einem gewissen Teil, dem Veranstaltungsort zuzuschreiben. Nebst den neuen Songs durften natürlich die Perlen aus den vergangen Alben nicht fehlen. Hier muss man besonders die „Songs Nightmare“ und „Sky“ herausstreichen, welche Annisokay ganz am Schluss zum Besten gaben.