Ragga Punk Metal – Wir waren am 23. November bei Skindred in Zürich

Der Winter ist mittlerweile auch in Zürich angekommen, doch trotzdem oder eben gerade deswegen war es ein geiler Abend, als Skindred letzten Montag, 23. November im Dynamo ihre sonnigen Vibes verbreiteten.

Den Anfang jedoch machten die Amis von Media Solution vor einem noch beinahe leeren Saal. Zwar war ihr sehr grooviger Modern Metal durchaus solide, aber eben auch nicht mehr; und wenn dann noch so wenig Leute da sind, passiert halt einfach nicht so viel. Auch die wiederholten Aufforderungen des Sängers blieben unbeantwortet und was mir nach dem Konzert am meisten in Erinnerung blieb, ist das ausgearbeitete Bühnenoutfit – vier langhaarige im weissen Hemd mit schwarzer Krawatte, daneben der kahle Sänger im schwarzen Hemd mit weisser Krawatte.

Auch bei Deadly Circus Fire war die Stimmung noch eher mau; irgendwie wollte deren eher progressiver Metal in meinem Kopf auch nicht so wirklich zum Headliner des Abends passen. Musik ist ja bekanntlich Geschmackssache; mir hat’s auf alle Fälle instrumental sehr gefallen, auch wenn die Gitarre ein wenig leise war, aber der Sänger – bzw. sein Gesangsstil – wirkte auf mich ein wenig langweilig, belanglos. Besondere Erwähnung muss aber der Bassist finden, der einerseits spielerisch top war, aber andererseits auch am meisten Bewegung auf die Bühne brachte.

Als Drittes spielten Chemia aus Polen auf, die nochmals ein weiteres Genre zum bunten Reigen hinzufügten: modern angehauchter Hard Rock. Leider ist auch das eine Musikrichtung, in der selten etwas wirklich Neues gebracht wird, so dass man herausragend gut sein muss, will man nicht nur absolute Genrefans begeistern. Chemia sind da wohl eher im Mittelfeld anzusiedeln, auch wenn durchaus potential und der eine oder andere Ohrwurm da sind. Mir war’s dann insgesamt zu wenig „80ies“, als das es mich wirklich begeistert hätte – auch von der Optik her, die ja manchmal durchaus auch noch wichtig ist.

Nach einer kurzen Umbaupause war’s dann soweit: Ein „Imperial March / Hip-Hop“ – Intro ertönte und Skindred nahmen den Saal ein. Und dieser ging steil. Zeremonienmeister Benji Webbe mit charakteristischer Sonnenbrille, die nur für einige wenige Augenblicke abgesetzt wurde, und seine Crew gaben von der ersten Minute an Vollgas und enttäuschten weder sound- noch showmässig. Ob bei alten Hits wie „Rat Race“ oder neuen Krachern wie „Under Attack“, das Publikum tanzte, pogte, headbangte wie wild – und sang sogar unaufgefordert ein Geburtstagsständchen für Gitarrist Mikey Demus. Immer wieder stimmte die Band auch alternative Versionen der Songs an und Dreadhead Benji forderte die Fans in der ersten Reihe auf, gefälligst aufzuhören zu filmen und das Geländer los zu lassen, damit auch sie das Konzert geniessen könnten. Ausserdem hatte die Band – was leider viel zu wenig der Fall ist – einen richtigen Dj (oder wie man das nennt) dabei, so dass die elektronischen Elemente nicht bloss von einem Backing Track kamen.
Auf alle Fälle war das Konzert gelungen und nach ein bisschen mehr als einer Stunde tanzen, in der auch mal Black Sabbath mit Dub vermischt wurde, war nach „The Warning“ viel zu früh schon Schluss.
Skindred, wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!