Kraftklub in der Reitschule Bern

Kommt Kraftklub, kommen auch die Leute. Das gilt seit ein paar Jahren und die Konzerte der Deutschen ziehen immer mehr Leute an. Spielten sie in den letzten Jahren noch im Bierhübeli und im Komplex 457, war ihr Konzert vom 29. Januar 2016 in der grossen Halle der Reitschule Bern ihr bisher grösstes in der Schweiz – Festivalauftritte ausgenommen. Letzten Sommer standen sie unter anderem am Openair Gampel auf der Bühne – als Ersatz für Die Toten Hosen.

Ein paar Parallelen zu diesen waren beim Kraftklub Konzert in Bern durchaus zu erkennen: Sie coverten ebenfalls Ramones“Blitzkrieg Bop” und spielten einige Minuten auf einer kleinen Bühne inmitten des Publikums, genau wie die Toten Hosen im Sommer im Letzigrund. Aber musikalisch unterscheiden sich die beiden Bands klar und das widerspiegelte sich auch im Publikum. Die mehrheitlich sehr jungen Zuschauer schienen im Moshen nicht sehr geübt, was einerseits dazu führte, dass nicht alle immer ganz vorsichtig waren, andererseits aber doch sehr friedlich getanzt wurde. Und die Musik von Krafktlub eignet sich dazu bekanntlich sehr gut. Praktisch jedes Lied ist tanzbar und die Band trug ihre Musik überzeugend vor.

Ein bisschen mehr Bewegung auf der Bühne wäre wünschenswert, doch eigentlich nicht nötig. Sänger Felix Brummer sieht man die Bühnenerfahrung mittlerweile an, er schaffte es, die Energie von der Bühne auf das Publikum zu übertragen. Das Set war absolut überzeugend, auch weniger bekannte Lieder fehlten nicht. Die beste Stimmung kam aber dennoch – wenig überraschend – bei Hits wie “Scheissindiedisko” (dessen gesellschaftskritischer Aspekt leider häufig nicht verstanden wird) oder “Songs für Liam” auf.