24.02.2016: Stick To Your Guns sprengten das Dynamo

Mic-Grabs und Violent-Dancing gehören zum Hardcore wie die Erdnüssli zum Bier. Wenn beides schon beim ersten Song des Abends ausgiebig zelebriert wird, dann hat man definitiv die richtige Vorband am Start. So geschehen bei Wolf Down am Mittwoch im Dynamo. Der perfekte Einstieg in einen Abend voll Pogen, Moshen und politischen Statements. So liess auch Wolf Down in allerbester Hardcore-Manier verlauten, dass Religion eine Lüge sei und Tiere Lebewesen und keine Objekte seien. Ausserdem, und mit Abstand der Liebling des Publikums: Dass die Durchsetzungsinitiative menschenverachtend und die SVP scheisse sei. Was dann auch mit gebührendem Applaus gefeiert wurde. Und mit ihrem fadengeraden Hardcore brachten sie die anwesenden Köpfe dann auch ordentlich zum mitwippen.

Nach Wolf Down waren Counterparts an der Reihe. Wie man vom tiefentspannten Soundcheck zu solch einem kraftvollen Energiewürfel in 0,2 Sekunden wechselt, ist ein Rätsel, das Brendan Murphy wohl entschlüsselt hat. Trotz fehlendem Gitarristen, der aus familiären Gründen früher nach Hause gereist ist, lieferten die Jungs eine solide Show ab. Mit ihrem melodischen Sound waren sie ein guter Kontrast zur ersten Band. Auch wenn sie das Set ein bisschen anpassen mussten, damit es zu viert spiel- und geniessbar war.

Ein Highlight des Abends waren Stray From The Path. Mit ihrem gradlinigen Hardcore-Punk brachten sie den Saal zum Kochen. Schon beim ersten Lied wurde gemoscht und fleissig gestagedived. Und auch Drew York liess es sich nicht nehmen, sich von der Menge tragen zu lassen. Und wer kniend auf den Händen seiner Fans noch so solide singen kann, hat was auf dem Kasten. Respekt. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber dem Blümchenshirt mit Armausschnitt, der bis zum Gürtel reichte.

Als um Zehn dann die Headliner, Stick To Your Guns, auf die Bühne kamen, gab es kein Halten mehr. Die Menge war gut gelaunt, die Band ebenso. Und trotz der teilweise etwas längeren politischen Statements ging kein Teil der Energie verloren, die sie versprühten. Songs wie “Nobody” und “We Still Believe” brachten den ganzen Saal zum mitsingen. Gemosht und geschwitzt wurde sowieso ausgiebig. Einziger Minuspunkt war die Länge des Auftrittes. Nach knapp fünfzig Minuten, mit Zugabe, wurde das Konzert beendet. Als Headliner des Abends hätte man gut und gerne noch 30 Minuten länger spielen dürfen. Trotzdem: Sound war gut, Show war gut, Wetter war scheisse.

Und um es in den Worten von Jesse Barnett zu beenden: “Fuck blue water and Nazis!”