Bosse – “Dein Hurra in mein Gesicht” oder ein wunderschöner Abend im Exil

Es gibt kaum einen besseren Weg, den Dienstagabend zu verbringen, als mit guter Live-Musik. Umso mehr freute es mich, dass sich Bosse am 01.03.2016 in Zürich die Ehre geben würde. Und noch mehr freute es mich, dass das Ganze im Exil stattfinden würde. Da ist es so kuschelig, familiär und klein.

Valentine, der Support, stimmt uns ein. Ja uns, denn es ist jetzt schon so brechend voll, dass wir alle so nahe beieinander stehen, dass wir zu einem grossen Ganzen verschmelzen. Kuschlig halt. Die wunderschöne Valentine (ok, ich musste das auf ihrer Facebook-Seite nachschauen, gesehen hat man nämlich nichts) verzückt mit ihrer klaren Stimme und wärmt uns für Bosses Indie-Pop-Rock auf.

Dann ist Bosse an der Reihe. Und eins wird sofort klar: Er hat Lust. Sie alle haben Lust, Zürich zu rocken. So erzählt Bosse von seinem ersten Auftritt in Zürich im La Catrina vor 30 Leuten. Er gibt kleine Anekdoten zum Besten und informiert uns, dass das Exil mit 350 Personen mittlerweile ausverkauft ist – besonders aber rockt er die Bühne. Der Auftakt: „So oder So“. Die Menge tänzelt schon in Indiemanier vor sich hin und spätestens bei “Immer so lieben” hüpfen alle auf und ab und singen aus tiefster Brust mit – egal, ob verliebt, verliebeskummert oder einfach glücklich über die Musik. Manchmal hätte ich mir den Gesang etwas lauter gewünscht, aber grundsätzlich ist alles stimmig und auf die Frage meiner Begleitung, welcher der Jungs auf der Bühne denn jetzt der schärfste sei, gibt es – tut mir Leid Axel – nur eine einzig richtige Antwort: Der Multiinstrumentale, der, der gerade von der Trompete zum Akkordeon gewechselt hat.

Wer Bosse gerne noch sehen möchte, kann das leider nicht mehr in der Schweiz, da dies sein einziges Konzert hier war. Aber vielleicht wäre ein Besuch eines seiner Konzert eine gute Ausrede, mal wieder einen Trip nach Berlin, Hamburg oder München zu machen. Seine aktuellen Tourdaten findet man hier.