Simple Plan stellen das X-Tra auf den Kopf

Auch ich habe es endlich geschafft, die Pop-Punk Legenden Simple Plan live zu sehen. Dazu kam noch, dass ein Tag vorher mein zwanzigster Geburtstag war.  Eins kann ich euch sagen: Ich freute mich sehr darauf. Also machten wir uns am 3. März schon ein bisschen früher auf den Weg ins X-Tra.  Als Support waren The Bottom Line aus England und Ghost Town aus Amerika mit dabei.

Das Wetter hat uns an diesem Tag nichts ausgemacht. Die Vorfreude war zu gross. Doch kalt wurde es nach einer Weile trotzdem. Da der Gitarrist von The Bottom Line Mitleid mit uns hatte, gesellte er sich nur im T-Shirt für eine Weile zu uns. Er hat uns ein bisschen von ihrem Tourleben erzählt, dazu jedoch später mehr. Vor der Türöffnung gab es dann noch ein Chaos, weil es zwei verschiedenen Arten VIP-Tickets gab. Obwohl es mich nicht betroffen hat hätte die Organisation besser sein können.

Die Pop-Punker The Bottom Line haben den Abend eröffnet. Wie schon erwähnt, kam Gitarrist Tom für eine Weile zu uns in die Kälte um zu quatschen. Unter anderem hat er uns erzählt, dass alle in der Band ihre Jobs zuhause aufgegeben haben, um auf dieser Tour dabei zu sein. Ausserdem erwähnte er noch, dass sie nach der Show draussen ein Acoustic-Set machen werden. Ein netter Kerl. Nun aber zu ihrer Performance. Die Jungs haben von Anfang an Gas gegeben und das Publikum hatten sie schon bald in der Tasche. Bei ihrem Cover von Teenage Dirtbag wurde dann auch kräftig mitgesungen. Sie haben echt was auf dem Kasten und man merkt, dass sie für die Musik leben. Auch die Bühnenpräsenz war super und sie haben sich immer etwas Neues einfallen lassen.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann weiter mit Ghost Town. Selber ordnen sie sich in die Genres Rock/Electronic ein. Ihr Drummer hatte wohl keine Lust Hosen anzuziehen, denn er kam mit amerikanischen Boxershorts auf die Bühne. Sänger Kevin deutete ein paar mal mit Handzeichen darauf hin, sein Mikro lauter zu machen. Am Anfang konnte man ihn fast gar nicht hören. Mit der Zeit wurde es besser doch es war immer noch ein bisschen zu leise. Leider, denn von dem, was ich gehört habe, hat er eine hammer Stimme; sogar ein paar Screams waren dabei. Im Grossen und Ganzen eine tolle Show. Doch ich muss ehrlich sagen, dass die erste Band das Publikum mehr in den Händen hatte. Das lag vielleicht daran, dass man den Sänger nicht gut hören konnte. Trotzdem war es eine super Show und ich würde Ghost Town jederzeit wieder an einem Konzert besuchen.

Dann war es endlich soweit. Die Lichter gingen aus und Simple Plan betraten die Bühne und eröffneten die Show mit einem Knall aka ihrem neuen Hit “Opinion Overload”. Es wurde lautstark mitgesungen und es schien als wäre der ganze Saal schon in Partystimmung. So ging es dann auch durchs ganze Set weiter. Die Stimmung war ausgelassen und auch die Bühnenpräsenz der Kanadier war toll. Der Sound war super und sie sorgten auch für ein paar Lacher zwischen den Songs. Wen man jedes mal einen Shot getrunken hätte, wenn Sänger Pierre “Dankeschön” sagte, wäre man bis zum letzten Song hackedicht gewesen, wenn nicht schon am Boden. Er erwähnte dann auch noch “Schwizer Meitli sind hüpsch”. Ja, man merkte, dass sie die Schweiz gerne haben. Was mir auch aufgefallen ist, dass eine Unmenge an Plektren verschenkt wurde. Zum Teil wurden sie sogar mit dem Mund gefangen. Um die Party zu halten, gab es dann auch noch ein “Uptown Funk/ I can’t Feel My Face”-Mashup. Leider ging es Bassist David nicht so blendend. Doch auf der Bühne merkte man es ihm nicht an. Bei ihrem Song “Summer Paradise” wurden grosse Strandbälle herum geworfen. Am Schluss zückte Pierre die Akustikgitarre und hat “Perfect” gespielt. Ich bin mir sicher, da sind einige Tränen geflossen. Beim zweiten Verse kam dann die ganze Band wieder dazu, um den Song fertig zu spielen. Es wurden alte Lieder und Songs vom neuen Album “Taking One For The Team” gespielt, die beim Publikum sehr gut ankamen. Sie wurden live von der Band toll umgesetzt. Es war eine echt geile Show und es hat super viel Spass gemacht. Noch besser war es, weil ich und meine Kolleginnen alles in der ersten Reihe gemeinsam miterleben durften. Alle waren einfach nur glücklich nach der Show. Das Konzert hat uns reichlich Motivation und Energie vermittelt. Was für eine Nacht!