“Fuck War” – Hacktivist und Mindcollision im Dynamo am 24.03.2016

„We live how we sound – Outside The Box!“ Ob dem jetzt tatsächlich so ist, und ob die Band wirklich so absolut innovativ ist, wie sie selbst behauptet, sei dahingestellt; der Satz ist aber sehr schön und passt so dann doch recht gut zum absolut gelungenen Headliner-Debüt von Hacktivist in Zürich am  Gründonnerstag, 24.03.2016, im Dynamo.

Bevor jedoch die Briten das Werk 21 auseinandernahmen, mussten alle Anwesenden die Luzerner Rapcoreler Mindcollision über sich ergehen lassen… Nein, da gab’s überhaupt nichts über sich ergehen zu lassen, denn die fünf jungen Herren wissen bestens, wie man ein Publikum anheizt und haben auch passendes Songmaterial zur Verfügung. So waren dann die bereits zahlreich anwesenden Zuschauer innert kürzester Zeit kollektiv am headbangen und grooven, während auf der Bühne gepost wurde, als gäb’s kein Morgen mehr, ohne dass da irgendetwas zu einstudiert oder routiniert wirkte. Einziger Wermutstropfen waren das gelegentlich auftretende Feedback und der auch sonst verbesserungswürdige Sound, aber hey: Mindcollision, gern auf ein weiteres Mal!

Als dann Hacktivist die Bühne einnehmen und nach dem „Our Time“-Intro direkt mit “Hate” loslegen, ist trotz dem ziemlich suboptimalen Soundgewand – die Stimmen übersteuern, die Gitarren irgendwie auch, es ist einfach von allem ein bisschen viel da; mit der Zeit wird’s dann aber besser – sofort die Stimmung da, die zu einem „Freitagabend“ passt. Es wird gebounct, geheadbangt, mitgesungen – da gibt’s Leute, die die ganzen Rapparts auswendig können -, gecrowdsurft, Spass gehabt. Die Band selber steht dem in Punkto Energie in Nichts nach, insbesondere die beiden Frontmänner Ben Marvin und J Hurley stehen keine Sekunde still, vollführen ihren Bühnenpogo und heizen die Menge auch mal mitten in ihr drin stehend an. Ausserdem wirken Hacktivist auch extrem nahbar, wenn sie zum Beispiel zwei Freestyle-Einlagen bringen, auf die Fans eingehen, und fünf Minuten nach der Show da sind „for a blunt, a beer, or just to say hi“ und ihren Merchstand auch selber betreuen. Und wenn eine Band während ihrer Show Ansagen bringt wie „Fuck War, Fuck Borders“ – gerade im Kontext von Brüssel – , dann hat sie mich eh schon halb gewonnen.
Leider ist auch diese Show nach zwei Zugaben dann zu schnell vorbei, aber von Hacktivist wird man sicher in naher Zukunft wieder was hören!

Verdammt, hört euch „Deceive And Defy“ an und stellt euch diesen Song live vor! Wunderbar!