So klingt das neue Shoot The Girl First Album “I Confess”

Shoot The Girl First melden sich zurück mit ihrer neuen Scheibe “I Confess”. Ab dem ersten Song wird klar, dass die Band aus Nizza musikalisch neue Wege eingeschlagen hat. Im Vergleich zur vorherigen Platte “Follow The Clouds”, hat das neue Werk deutlich an Druck und Brutalität gewonnen. Das Ganze kommt extrem massiv daher. Dies ist nicht nur durch den neuen Sänger Alex Sayiti zu erklären, sondern auch durch ein verändertes Songwriting. Die für Shoot The Girl First typischen Trance-Elemente stehen nicht mehr so im Vordergrund, wie bei den Vorgängerwerken. Dafür setzt die Truppe aus Nizza vermehrt auf die zurzeit extrem angesagte Djentschiene. Dennoch entfernt sich Shoot The Girl First nicht zu weit weg vom Trance- respektive Metalcore.

Die Band veröffentliche, bereits lange vor dem offiziellen Albumrelease, mehrere Videos von der neuen Platte. Diese stimmten mich ehrlich gesagt nicht wirklich positiv. Ich war etwas skeptisch hinsichtlich der neuen Songs. Zudem konnte ich mich auch nur mässig mit der Tatsache anfreunden, dass Crystal sich vermehrt als Leadsängerin versucht. Bei “Give and Take” überzeugte mich der erfrischende Wechsel zwischen den Growls von Nathan McCloud und Crystal noch, doch bei den neuen Stücken wie beispielsweise bei “No Hero” ist es definitiv zu viel des Guten. Denn gerade im Vergleich mit der Stimme von Alex Sayti vermögen Crystals Screamkünste mich nicht zu überzeugen.

Doch genug gejammert, denn dass Album ist ansonsten wirklich gut. Ich brauchte meine Zeit, mich damit anzufreunden, doch mit jedem Durchlauf mag ich die Scheibe mehr. Besonders gelungen finde ich den Gesang des neuen Sängers Alex Sayti. Egal ob Growls, Screams oder sein klarer Gesang, der Junge hat es echt im Griff und ist definitiv ein riesen Gewinn für Shoot The Girl First. Insgesamt fällt einem auch sofort der Einfluss von Redfield Records auf, den “I Confess” klar vorweist. Die Produktion kann an Intensität und Machart ganz klar mit den grossen Bands der modernen Metalwelt mithalten und hebt sich deutlich von “Follow The Clouds” ab. Die Songs bieten sämtliche Elemente, welche man heute als “state of the art” bezeichnet. Mir persönlich gefällt auch der massive Gitarrenklang, der, wie schon angedeutet, sich stark am Djent anlehnt. In Verbindungen mit den schweren und brutalen Rhythmen kommt einem eine gewaltige Soundwand entgegen.

Fazit: Nach der anfänglichen Skepsis überzeugte mich das neue Werk von Shoot The Girl First doch noch. Abgesehen von den wenigen negativen Eindrücken kann ich “I Confess” mit gutem Gewissem jedem Fan von Musik à la Abandon All Ships, The Amity Affliction, Memphis May Fire oder We Came As Romans weiterempfehlen.

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1. I Love The Way You Die, Boy
2. Evil’s Trick (feat. Michael Swank)
3. God’s Gift (Your Violence)
4. No Hero
5. Have The Lambs Stopped Screaming
6. Call Me V
7. I’m Yours, And I’m Not Yours
8. Death Dealer
9. 9th Symphony
10. Dreamcatcher