22.04./23.04.2016 – Wir waren am Rockwall Festival in Burgdorf

Am Freitag und Samstag fand auf der Schützenmatte in Burgdorf die zweite Ausgabe des Rockwall Festivals statt. Schon im Vorfeld war mir klar, dass es eine kalte Angelegenheit werden würde, aber dass es fast zwei Tage durchregnete, das war dann doch eine böse Überraschung. Wie auch immer, das Festival fand in einem grossen Festzelt statt und wir waren somit im Trockenen.

Am Freitag wurden die Türen um 19:00 Uhr geöffnet und schon bald fanden zahlreiche hartgesottene Festivalbesucher den Weg auf die Schützenmatte. Die super ausgestattete, grosse Bühne war mit einer „Stage“-Leuchtreklame gekennzeichnet und auch der Merchstand, die Bars und die „Sauna“ – ein mit Sofas und Heizpilzen einladender Sitzbereich – hatten ein entsprechendes Leuchtschild bekommen. Besonders witzig fand ich das „Applaus Applaus Applaus“-Schildchen oberhalb der Bühne – man hätte es öfters verwenden dürfen.

sauna

Your All Time Favourites eröffneten die zwei Festivaltage auf der grossen Bühne im Hauptzelt. Die Emmentaler Punkrocker waren gut gelaunt und heizten mit ihrem melodiösen Gute Laune-Sound schon mal kräftig ein. Rampensau Mäd unterhielt, wie gewohnt, mit ein paar flotten Sprüchen das Publikum. Ein wunderbarer Auftakt.

Weiter ging es mit der Post-Hardcore Band Final Story aus dem Aargau. Das Zelt war nun schon anständig gefüllt und man lauschte dem harten Sound mit der doch sehr sanften Stimme von Frontmann Matthias. Ein sympathischer Auftritt mit ordentlich Bewegung auf der Bühne. Am Ende des Auftritts durfte natürlich das obligate Selfie mit dem Publikum nicht fehlen. Schön!

Nun warteten wir gespannt auf den Auftritt des Headliners des Abends: Scream Your Name. Ein Heimspiel für die in Burgdorf ansässige Band mit Sumiswalder/Wasener Wurzeln – muss hier im Emmental auch erwähnt sein, gell. Nun ging ordentlich die Post ab im Publikum und auf der Stage. Die Festivalorganisatoren haben sich beim Stage-Equipment nicht lumpen lassen und der Sound am Festival war ein echter Genuss! Fast schade, ist das Dezibel-Limit auf der Schütz so niedrig. Scream Your Name lieferten einen bodenständigen Auftritt ab mit Special Effects: Zum einen ein paar Co2-Guns, die wie eine Nebelwand auf uns zugeschossen kamen, und zum anderen wieder die obligaten Wunderkerzen bei „Blue House“. Gratulation Burgdorf – das Timing der Kerzen war diesmal perfekt!

Den Freitagabend durften wir mit den Irish-Folk-Rockern von Roll Of The Dice ausklingen lassen. Hier ging es etwas gemütlicher zu und her und langsam aber sicher leerte sich das grosse Zelt. Wir machten uns bei strömendem Regen zu Fuss auf den Heimweg.

Am Samstag öffneten sich die Türen bereits um 15:00 Uhr. Los ging’s mit der Open Stage im kleinen Zelt. Dort haben ein paar mutige Damen und Herren spontan den Platz auf der Bühne eingenommen und ihr Können zum Besten gegeben. Das hat Spass gemacht!

Migre Le Tigre spielte sein Set ebenfalls im kleinen Zelt auf dem Festivalgelände. Einfach sympathisch diese One-Man-Punkrock-Show!

Kurz vor neun betraten GROOMBRIDGE – ebenfalls aus Burgdorf – die Bühne. Hier hatten sie endlich anständig Platz für ihr ganzes Equipment und die schönen Visuals. Auf drei runden Leinwänden wurden passend zu den Songs wunderbare Bilder und Effekte projiziert. Bei den Jungs fällt es mir schwer, objektiv zu bleiben – gehören sie doch zu unserem Booking Roster. Aber hey, sie liefern schlicht jedes Mal grandios ab. Gänsehaut pur, und das nicht wegen der anfänglichen Kälte im Zelt.

Danach enterten Hot Running Blood die Stage. Die Stoner Rocker aus Bern vermochten das Publikum weiter aufzuheizen. Meinen Soundgeschmack treffen sie ehrlich gesagt nicht, aber man muss ja nicht alles mögen. Nach heiss fliessendem Blut ging es weiter mit dem Schokoladentod – Death By Chocolate. Die Festivalbesucher waren sichtlich erfreut und am Mitfeiern, der Sound dröhnte wuchtig aus den Boxen und die Lichtshow passte wunderbar. Aber auch hier, es ist nicht Meins – qualitativ natürlich top – aber da fehlt mir schlicht das gewisse Etwas. Egal, meine Meinung ist nicht abschliessend, den Menschen hat’s gefallen und das ist an einem Festival die Hauptsache. Der Samstagabend wurde mit Irie Noise ausgeklungen. Eine Mischung aus Reaggae, Pop und Jazz. Für mich war es hier Zeit, nach Hause zu gehen.

Fazit: Grande! Da haben doch tatsächlich an beiden Tagen jeweils fast 400 Menschen bei Scheisswetter den Weg auf die Schützenmatte gefunden und das Festzelt zusammen mit den Bands richtig aufgeheizt. Die Organisation war, bis auf wenige Details, top! Ich freue mich schon aufs nächste Rockwall Festival und habe schon mal Sonne pur bestellt. Jetzt kuriere ich erst mal meine Grippe aus.

Schöne Fotos vom Event gibt es bei Phils Photography auf Facebook.

Beitragsbild: Philipp Krieg
Sauna-Bild: Jasmin Mulle