Interview mit Alan Day von Four Year Strong

Das Impericon Festival liegt bereits einige Tage zurück, aber ich schwelge immer noch in guten Erinnerungen. Klar, ein Ein-Tagesfestival ist ganz schön anstrengend und wenn man versucht, möglichst alle Bands zu sehen, kann es auch ziemlich stressig werden. Aber erholen konnte man sich ja genug an diesem verlängerten Wochenende. Besonderes Highlight am Impericon war für mich das Interview mit dem Gitarristen und Vocalist der Pop-Punk Band  Four Year Strong, Alan Day. Kurz nach 17.00 Uhr machte ich mich also auf, lief einmal um den halben Block und traf Alan in einem kleinen Van – von einem luxuriösen Tourbus keine Spur. Zwischen leeren Bierdosen und einer ziemlichen Unordnung erwartete mich aber ein gut gelaunter Alan.

Alan, wie fühlt es sich an, wieder in der Schweiz zu sein? Ich habe euch das letzte Mal als Vorband von Anti Flag gesehen und das war 2009.
Oh, 2009 waren wir das letzte Mal hier? Ich habe versucht, mich zu erinnern, wann wir hier waren. Ich habe ein echt schlechtes Gedächtnis… Aber ich weiss, dass wir noch nicht oft in der Schweiz gespielt haben. Es ist super, wieder hier zu sein. Naja, wir sind zwar erst seit ein paar Stunden in Zürich, aber die Show hat viel Spass gemacht.

Gibt es Unterschiede zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Publikum?
Er überlegt. Nicht wirklich… Ich denke europäisches Publikum ist ein wenig anders für uns zur Zeit, weil uns die Leute hier noch nicht gut kennen, aber abgesehen davon, sind sie eigentlich wie die amerikanischen Crowds. Aber es gibt Unterschiede zu japanischen Konzertbesuchern. Die sind echt anders drauf. Zwischen den Songs ist die Menge dort einfach still, das ist wirklich komisch. Normalerweise applaudieren und johlen die Zuhörer doch, wenn die Musik stoppt!

Das ist euer einziger Auftritt am Impericon Festival. Wenn ihr an das Konzert einer der Bands, die heute spielen, gehen müsstet – welches wäre das?
Wahrscheinlich das Konzert von Hatebreed. Ich habe Hatebreed bereits als Jugendlicher gehört. Wir haben in den USA und kürzlich am Groezrock Festival Shows mit ihnen gespielt. Sie sind eine grossartige Band.

Vermisst du amerikanisches Essen hier in Europa?
Jaaa! Eigentlich ist die Sprachbarriere das Problem – manchmal kriege ich Essen serviert, das ich eigentlich nicht bestellen wollte. Oder ich bestelle munter drauf los und bekomme irgendetwas. Aber wenn das Bestellen gut klappt, ist das Essen echt lecker.

Vor allem das Brot, oder?
Das Brot ist super, egal was es ist, es schmeckt toll!

Auf eurem Album „Explains It All“ (2009) habt ihr viele Coversongs veröffentlicht. Welchen Song würdest du heute covern wollen?
Wahrscheinlich Pop Songs. Ich mag Taylor Swift – sie ist grossartig – , Selena Gomez oder Justin Bieber. Ich mag die alle. Von Justin Bieber würde ich „Sorry“ covern.

Lass uns über euer neuestes Album sprechen. Was hat es mit dem Album Cover auf sich? Es sieht sehr „interessant“ aus.
Es sieht merkwürdig aus. Unser erstes Albumcover war bereits komisch, die meisten unserer Covers sind sonderbar. Ausser das vorletzte – darum war es jetzt wieder Zeit für etwas Lustiges. Für uns ist Artwork nicht so wichtig, darum sollen unsere Covers vor allem witzig sein. Das ist besser, als irgendein Bild aufs Cover zu setzen; so ist es viel persönlicher.

Welcher ist dein Lieblingssong auf eurem aktuellen Album?
Ich mag alle, besonders „We All Float Down Here“. Aber ich mag auch (zögert) – ach, ich kenne nicht mal alle unsere Songtitel, weil wir die Lieder nach irgendwelchen Filmtiteln benennen. Ah ja, „Stolen Credit Card“ mag ich sehr. Das aktuelle Album ist wirklich eines meiner Lieblingsalben.

Gibt es denn Pläne für ein neues Album?
Zur Zeit nicht, aber wir denken darüber nach. Wir sind momentan sehr beschäftigt, Dans (ebenfalls Sänger und Gitarrist) zweites Baby wurde gerade geboren. Dann touren wir noch bis im August mit der Warped Tour durch die Staaten, danach brauchen wir ein bisschen Pause.

Ok, lass uns über ein wenig persönliche Dinge sprechen. Welchen Job hättest du, wenn du nicht Musiker geworden wärst?
Wahrscheinlich wäre ich tot. Im Ernst, ich weiss nicht, ob ich ohne Musik überleben könnte. Musik machen ist, was ich kann und immer gemacht habe. Vielleicht wäre ich Farmer. Meine Frau und ich sind gerade dabei, eine Farm zu kaufen. Also hoffentlich werde ich Teilzeit-Farmer werden.

Gibt es Musik, die du gar nicht magst?
Ich weiss nicht, ob ihr das hier in Europa habt: Pop Country wie Florida Georgia Line – kennt ihr die? Nicht? Gut, sie sind schlecht. Kennt ihr Brad Paisly? Nein? Gut! Ich mag guten, alten Country wie Johnny Cash, oder Bluegrass und Folk, aber nicht modernen Pop Country.

Kannst du zum Schluss noch ein paar Grüsse an deine Fans aus der Schweiz richten?
Fans aus der Schweiz? Du meinst, die gibt es hier? Ok, danke, dass ihr Fans seid. Hoffentlich kommen wir bald wieder und auch öfter, damit unsere Fanbase hier wachsen kann. Wir würden gerne noch mehr Shows hier spielen!

Foto: Florence Dreier