So waren Seafret in der Amboss Rampe Zürich

Nicht weit vom Hauptbahnhof befindet sich die Amboss Rampe Zürich, ein kleines, aber extrem gemütliches und einladendes Lokal. Dort fand am Samstag, den 21. Mai das einzige und erste Schweizer Konzert der britischen Band Seafret statt.
Der Saal war voll, das Konzert war auch restlos ausverkauft. Trotzdem fühlte ich mich nicht eingeengt, wie bei manch anderen Konzerten, sondern man hatte Platz, es gab kein Schubsen oder Drängen. Darum fühlte ich mich auch extrem wohl, und auch dem restlichen Publikum merkte man die gelassene Stimmung an.

Nachdem Tom Speight, der die Band auf der Tour begleitet, sein Set gespielt hatte und den Abend so eröffnete, gab es eine kurze Pause. Als dann pünktlich um 21 Uhr Jack und Harry auf die Bühne traten, merkte man den Leuten an, wie fest sie sich auf die Band gefreut haben. Es wurde geklatscht und gejubelt, aber dies verstummte schnell als das erste Lied „Breathe“ angestimmt wurde. Auf der schlichten Bühne, auf der ausser einem kleinen Leuchtschild mit dem Bandnamen und den Instrumenten nichts war, kamen die beiden jungen Herren sehr gut zur Geltung und man konnte die Musik richtig geniessen.

Zur Musik kann ich nur positives sagen, der Sound war toll und die Band noch toller. Erstaunlich, was man alles mit nur einer Gitarre und einer Stimme machen kann. Dem Gitarristen Harry merkte man an, dass er viel Übung mit seinem Instrument hat und auch hinter dem Keyboard überzeugte er. Zuerst war ich kritisch, wie das Konzert ohne Schlagzeuger werden soll, doch ich wurde überzeugt, dass das sehr wohl klappen kann. Auch der Sänger Jack beeindruckte alle mit seiner Stimme, es war einfach super. Die Verbindung zum Publikum war auch sehr stark da, das liegt einerseits an der geringen Grösse der Location, aber auch daran, dass so viel mitgesungen wurde und das Publikum richtig „da“ war. Die beiden Musiker waren sichtbar dankbar, und bedankten sich einige Male dafür, dass wir da waren.

Nach ihrem Hit „Atlantis“ verschwanden Jack und Harry von der Bühne – leider schon nach 45 Minuten. Das fand ich sehr schade, eine Stunde hätte meiner Meinung nach drin liegen müssen, so hatte man nicht sehr viel davon. Kaum war man in der ganzen Stimmung drin, war das Konzert schon fertig. Die Band machte es wieder ein bisschen gut, als sie nachher zum Merchstand kamen und mit allen redeten, Sachen unterschrieben und Fotos machten. Sehr sympathisch! Was ich auch noch schade fand war, dass viele ihre Kameras und Handys ständig in den Händen hatten, ganze Lieder filmten und unzählige Fotos schossen. Es gab einige, die das ganze Konzert durch mit ihrer Spiegelreflexkamera fotografiert haben – ich hingegen hatte eigentlich vom Veranstalter die Erlaubnis für die ersten drei Songs, vielleicht sollte man das auch mal für das Publikum einführen, wäre sicherlich um einiges entspannter.

Trotzdem war es im Ganzen gesehen ein mehr als gelungener Abend, es hat sich definitv gelohnt dorthin zu gehen. Die Band hat grosses Potential und ich bin mir sicher, sie bald auch auf grösseren Bühnen anzutreffen!