Interview mit Seb und Chuck von Simple Plan

Auch mit Simple Plan haben wir uns vor ihrer Show am 19. Mai in Österreich getroffen um ein bisschen zu quatschen. Also mit zwei von den Jungs, mit Seb und Chuck. Das Hudelwetter konnte unsere Vorfreude nicht vermiesen.

Wie geht es euch?
Seb: Gut, ich freue mich, hier zu sein.

Lass uns über euer neues Album “Taking One For The Team” reden. Was für Feedback habt ihr von Fans bekommen?
Seb:
Sehr positives. Bei jedem Album wollen wir, dass es mit uns übereinstimmt und dass wir es lieben. Manche denken vielleicht ab und zu, dass wir langsam sind. Doch wir wollen uns Zeit nehmen, dass wir am Schluss restlos zufrieden sind damit. Wir möchten auch, dass jeder Song darauf das Potenzial hat, der Lieblingssong von jemandem zu sein. Es ist ja üblich, dass das Album, bei dem du eine Band kennengelernt hast, dein Lieblingsalbum bleibt. Zum Beispiel habe ich angefangen, Linkin Park zu hören mit ihrem zweiten Album und es ist immer noch mein Lieblingsalbum. Doch bei uns ist es dieses Mal anders. Fans sagen: “Das ist mein neues Lieblings-Simple Plan-Album” und das ist schön zu hören.

Wie habt ihr den ganzen Schreib- und Aufnahmeprozess wahrgenommen?
Seb:
Der Prozess war lang (lacht). Als wir schon fast fertig waren mit dem Album, hatten wir das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Also haben wir noch ein paar neue Songs geschrieben. Vor allem, dass wir noch ein paar rockigere Songs drauf haben, die wir eigentlich von Anfang an haben wollten. Es war nicht wirklich der schönste Prozess, doch es hat sich gelohnt. Wir alle lieben das Album jetzt.

Welchen Songtext auf dem neuen Album magst du am liebsten und auf welchen Song seid ihr besonders stolz?
Seb:
Ich mag “I Refuse”, “Opinion Overload” finde ich lyrisch toll. “Singing In The Rain” repräsentiert ein bisschen, was gerade so auf der Welt passiert. Es gehen viele schreckliche Dinge ab. Es ist cool, einen Song zu haben, der dir sagt, dass du es schaffen kannst. Und auch, dass man sich auf das, was einem viel bedeutet, konzentriert.

Kannst du das Album mit drei Wörtern beschreiben?
Seb: Nein, das kann ich nicht (lacht). Da bräuchte ich viel mehr Wörter. Ich denke Energie, Ermächtigung und eklektisch.

Wie läuft die Tour denn so bis jetzt?
Seb: Ahh, die Tour ist super. Wir haben sehr viel Spass und wir freuen uns sehr, dass The Bottom Line wieder mit uns auf Tour sind. Sie tanzen bei jeder Show in komischen Kostümen bei unserem Party-Medley. Sie machen die Party immer zu einem aussergewöhnlichem Event (lacht).

Hier kam Drummer Chuck dazu
Chuck: Ja die Tour ist wirklich toll. Coole Shows, schöne Länder etc. Wir können uns nicht beklagen.

Findet ihr, dass eure Fans mit euch wachsen oder habt ihr das Gefühl, dass ihr immer wieder neue und junge Fans dazu bekommt?
Seb: Einen Mix von beidem. Es ist sehr interessant, weil wenn wir während dem Konzert fragen, wer uns heute zum ersten Mal sieht, heben die Hälfte der Leute die Hände. Das überrascht uns immer. Viele sind neue Fans und viele sind schon lange Fan. Doch sie waren vielleicht noch zu jung, um an eine Show zu kommen. Ein paar sind schon so alt wie wir, aber die Meisten wohl jünger.
Chuck: Ja, ich denke, es ist wichtig für eine Band, neue Fans zu haben. Weil wenn man immer nur die gleichen Fans hat, kommen sie vielleicht plötzlich nicht mehr, weil sie eventuell Jobs oder Kinder haben, die es nicht mehr zulassen. Darum ist es wichtig, dass wir auch neue Fans haben. Es ist immer cool, wenn Leute zu uns kommen und sagen, dass sie uns schon seit 14 Jahren verfolgen. Aber es ist auch toll, wenn jemand sagt, dass sie uns erst gerade entdeckt haben. Sie können ja all unsere alten Alben, Videos etc. ansehen/anhören und das erinnert mich an meine Kindheit, wo ich zum Teil alle Alben durchstöbert habe, die ich von einer Band finden konnte. Das ist eine ganz neue Welt, die sich für sie öffnet und das ist sehr cool.

Wir kennen euch von dem Film “New York Minute” (Ein verrückter Tag in New York mit den Olsen Twins)
Seb: Ja, das ist schon lange her (lacht). Das erste Mal, dass wir Schauspieler waren. Zum Glück war meine Rolle sehr einfach, ich spielte mich (lacht). Ich musste nicht sprechen.
Chuck: Ich hatte einen Satz im ganzen Film.
Seb: Mach nochmal, Chuck. Er hat es immer noch drauf (lacht).
Chuck sagte natürlich seine Linie und wir alle mussten lachen.

Ihr habt an den 2016 NHL Winter Classics gespielt. Spiel ihr auch Hockey oder für was für Sportarten interessiert ihr euch so?
Chuck:
Ich spiele viel Hockey und bin ein grosser Fan davon. Wir spielen aber auch gerne Golf. Aber Hockey ist mein Lieblingssport, ich bin damit aufgewachsen und bin sehr happy darüber, in der Position sein zu dürfen, wo wir an solchen Events spielen dürfen. Da gehen Träume in Erfüllung. Für mich als Sportfan gibt es mir die Möglichkeit, näher dran zu sein, als ich mir je erträumt hätte. Es ist sehr toll. Ich bin jetzt auch mit ein paar Spielern gut befreundet und kann manchmal auch beim Training zusehen, was die meisten Leute nicht können. Das ist eine der tollsten Sachen, die ich neben der Musik erleben darf. Es ist cool, dass ich dann manchmal auch ein bisschen das Feeling bekomme, wie es in ihrer Position ist. Es ist interessant, weil alle Hockeyspieler wollen in einer Band sein und alle Bands wollen Athleten sein (lacht). Es ist schön mit ihnen zu reden, denn wir beide haben ein aussergewöhnliches Leben, aber trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Ihr habt schon viele Awards gewonnen. Gibt es einen Award, den ihr noch gewinnen möchtet?
Seb: Ja, 2002 habe ich mir gewünscht “Best New Artist” zu gewinnen aber 50 Cent war dort und da ist klar, dass er gewinnt. Das wäre cool gewesen (lacht).
Chuck: Ich finde die Awards cool, die wir für unsere Foundation bekommen haben. Weil das ist etwas Grösseres und etwas, das uns mehr bedeutet als ein Award für den besten Song oder so.
Seb: Genau.
Chuck: Es wäre sehr cool, für einen Grammy nominiert zu werden (lacht).

Die Zeit ging vorbei wie im Flug und die nächste Interviewerin war bereits draussen am warten. Also machten wir noch ein paar Fotos und haben ihnen die Schokolade verteilt. Echt nette Jungs und es war inspirierend,  mit ihnen zu quatschen.