Tropfsteinhöhlen Konzert: Eine etwas andere Konzert Review

Heute gibt es eine spezielle Konzert Review von mir. Am 4. Juni machte ich mich schon früh morgens auf den Weg nach Deutschland. Ihr fragt euch vielleicht, was ich dort gemacht habe und was denn so anders war, als sonst. Ich besuchte ein Konzert, das in einer Tropfsteinhöhle stattfand. Diese Tatsache an sich ist schon etwas ungewohnt. Ausserdem war keine Gitarre, kein Schlagzeug und kein Bass zu sehen. Still stehen und zuhören anstatt Moshpits. Kupferdidgeridoos anstatt Bass. Trommeln und Djembe anstelle von Schlagzeug und Obertongesang statt Screams. “Was zur Hölle macht die bloss da?”, fragt ihr euch bestimmt. Mein Vater, der mir immer mit dem Rumgetrommel auf die Nerven geht, wenn ich meine Ruhe haben will, spielte da mit seinen Kameraden. Ausnahmsweise war ich mal eine liebe Tochter und hörte mir das ganze an.

Als wir in Deutschland ankamen, war es sehr warm. Ich war noch nie in einer Tropfsteinhöhle, deshalb war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde. Als wir dann alle Instrumente runtergetragen haben, bekam ich schon Kopschmerzen. Der ständige Klimawechsel der kalten Höhle und dem warmen Wetter draussen verwirrte meinen Kopf. Da es die Tage davor viel regnete, tropfte es natürlich auch mehr von der Decke. Das stetige Tropfen und die Feuchtigkeit haben einigen Instrumenten zu schaffen gemacht. Wir waren also alle gespannt auf die Show.

Höhlenkonzert

Dann ging es endlich los. Die Höhle war vollgepackt mit Zuschauern, höchste Zeit also, euch die Truppe vorzustellen, die das geschafft hat: Da wäre Patrick Frey, sein Bassisinstrument ist das Didgeridoo. Mit den Gongs ist er aus der Masse gestochen, vor allem bei einem kleinen Zuschauer. Der kleine freute sich schon lange darauf, dass Patrick mit dem grossen Schläger auf den Riesen Gong hauen würde. Als er den Schläger zückte, hörte ich ein kleines “JAA endlich!”, doch als er dann den Gong nur streichelte, machte sich Enttäuschung auf dem kleinen Gesicht breit. Härzig.

Helmut Gollmann stellt indianische Liebesflöten her. Deren Klang verzaubert dich auf anhieb. Und nein, damit ist nicht eine Blockflöte gemeint. Michael Jörin war mit dem selbstgemachten Kupferdidgeridoo am Start. Das haute rein. Gerard Widmer verzauberte die Zuschauer mit der Fujara. Ich hatte noch nie von diesem Instrument gehört. Es ist eine traditionelle Schnabelflöte aus der Slowakei und ein tolles Instrument. Monika Güttinger und Bernhard Keller überzeugten mit ihren Didgeridoos sowie Obertongesang. Gioachhino Ragusa und Jörg Mulle werden die Rhytmusspezialisten genannt. Sie haben quasi alle betrommelt und ab und zu hat Jörg auch mit der Liebesflöte gespielt. Das war wohl die längste Bandmitglieder-Beschreibung, die ich jeh geschrieben habe, phu. Eines muss ich sagen: Alle sind super nett und sympathisch,  eine tolle Gruppe, die sowohl auf der Bühne, als auch daneben super zusammen passt. Sie nennen sich übrigens Zwickel.

Obwohl sich die ganze Gruppe nur etwa zwei Mal traf um zu üben, war das Konzert sehr strukturiert. Vor allem unter Anbetracht der vielen Instrumente. Hut ab. Das Konzert dauerte ca. eine Stunde und es wurde nie langweilig. Es gab immer kleine Gruppen, die zusammen gespielt haben und jeder spielte auch sein Solo um so richtig einzuheizen. Das Publikum hörte immer aufmerksam zu. Ich fand es sehr interessant, aber ab und zu hätten sie mehr Gas geben können und mal die Sau rauslassen dürfen. Ich denke, das wird sich mit der Zeit ergeben und ich bin auf ein weiteres Konzert gespannt. Den Leuten hat es sehr gefallen, lauter fröhliche Gesichter kamen aus der Höhle. Die Band wurde von Komplimenten nur so überhäuft. Wirklich meine Art von Musik/Konzert ist es immer noch nicht, aber die Truppe hat echt Potenzial! Danach freute ich mich aber aufs Greenfield, haha.

Nach dem Konzert knurrte uns allen der Magen. Es gab Burger und Getränke. Natürlich konnten sich die Musiker nicht zurückhalten, noch ein kleines, improvisiertes Konzert zu spielen. Den Leuten hat es gefallen. Ich wurde langsam müde und die Kopfschmerzen waren immer noch da. Doch mein Vater war nicht mehr aufzuhalten. Naja, ich kenne es ja. Musik ist halt eine schöne Sache.

Fotos: Tanja Ecker