15.07.2016 – Montreux zum Letzten: Woodkid and The Animen

Und wieder einmal sitz‘ ich hier und schreibe über meine Erfahrungen am Montreux Jazz Festival – zum letzen Mal dieses Jahr. Denn auch am Abschlusswochenende des renommierten Festivals durfte ich wieder gute Musik vor der wunderbaren Kulisse des Genfersees geniessen. Dieses Mal: ‚Woodkid and Friends‘ und The Animen.

Im Auditorium Stravinski stellte Woodkid letzten Freitag sich und seine ‚Friends‘ vor. Die Heimlichtuerei der Organisatoren funktionierte, denn niemand im Publikum hatte eine Vorstellung davon, was ihn nun genau erwarten würde. Als dann endlich der Vorhang fiel, stand ein ganzes Orchester und ein zuckersüsser Mädchenchor hinter dem Franzosen. Wer aber dachte, dies seien schon seine Friends, wurde schnell eines Besseren belehrt. Denn nach und nach holte Woodkid mehr Leute auf die Bühne, mit denen zusammen er – immer unterstützt vom fünfzigköpfigen Orchester der Sinfonietta Lausanne – für zauberhafte Momente im Saal sorgte.

Darunter waren Sänger und Musiker Ryan Lott, Ed Droste (Sänger der US-Indie-Band Grizzly Bear), Gitarrist Rafiq Bhatia und Cellospieler Cyrille Lacrouts. Und dann war da noch Elle Fanning (jap, die jüngere Schwester von Schauspielerin Dakota). Wie eine Elfe sah sie aus, und mindestens genau so bezaubernd sang sie auch – und das, obwohl sie zum allerersten Mal auf einer Bühne stand. Na wenn das mal kein würdiger Auftakt für eine zukünftige Gesangskarriere der erst 18-Jährigen ist!

Das Konzert war wahrlich magisch, eine emotionale Reise durch das Woodkid-Universum. Was einzig als Kritik auf sehr hohem Niveau angebracht werden kann: Bei einigen Songs habe ich den für Woodkids Lieder so typischen Drive etwas vermisst. Aber alles in allem war’s definitiv ein gelungener Konzertabend.

Nach Woodkids Zauberfest zwang ich mich dann durch die von Menschen überfüllte Seepromenade zum Rock Cave. Während des ganzen Festivals schon fanden dort Gratiskonzerte statt, die man sich eigentlich ja nicht hätte entgehen lassen dürfen, wenn man denn schon mal in Montreux ist. Tja, was soll ich sagen… Aus mir nun unerklärlichen Gründen schaffte ich es erst am letzten Wochenende dorthin. Aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn die Genfer Band The Animen verzückte mich ziemlich.

Sie zeigten old-school Rock’n’Roll vom Feinsten, brachten auch den Hinterletzten im Publikum zum Tanzen und schafften es sogar, mich wieder aus dem Märchenland, in das mich Woodkid katapultiert hatte, rauszuholen und zurück in Festivallaune zu bringen. Also ich bin ein neuer Fan!

Mehr über The Animen erfahrt ihr sehr bald im Interview, natürlich auch hier bei uns auf rawk.ch!

 

Foto: FFJM – Lionel Flusin