16.08.2016: Strung Out beehrten das Dynamo

Ich machte mich am Dienstag auf zum Dynamo in Zürich mit der Vorstellung, das Konzert würde im grossen Saal stattfinden. Schon von weitem sah ich die vielen Leute, die sich in der Bar neben dem Dynamo verpflegten, in der Limmat badeten und den Sommer genossen. Ja, diesen schönen Sommerabend hätte man auch gut im Freien verbringen können, aber ich war ja hier fürs Strung Out Konzert. Ich stellte mich also in die kurze Schlange vor dem Eingang, bereit, mich die paar Stufen im Inneren des Gebäudes hochzuschleppen und mir dann ein schön kühles Getränk zu gönnen. Die Realität holte mich rasch ein. „Strung Out?“ fragte die nette Dame am Eingang. „Nein, hier spielt heute Soulfly. Strung Out treten unten im Werk 21 auf“, wurde ich belehrt. Tja, dann wird‘s wohl eng und heiss…

Also schleppte ich mich ins Werk. Ok, das Gemäuer sorgte dafür, dass man sich einbilden konnte, sooo heiss sei es da drin doch gar nicht. Aber: es kamen halt doch ein „paar“ Leute zusammen, um an diesem Abend die Kalifornier in Action zu sehen. Und so wurde es eng, ziemlich eng und ja – heiss.

Eröffnet wurde der Abend von der Zürcher Band Hunted Like Thieves, die bereits ordentlich abrockten, als ich ankam. Als nächstes waren A Wilhelm Scream dran, die nach einer kurzen Aufwärmphase richtig Gas gaben und für gute Laune sorgten. Sie liessen das Publikum wissen, dass das Werk21 für sie übrigens zu einer der besten europäischen Konzertlocations gehört.

Dann ging es richtig los. Strung Out betraten die Bühne und zogen alle in ihren Bann. Es wurde gepogt und gecrowdsurft, die Hitze war vergessen. Ein Song wurde nahtlos an den nächsten geknüpft, denn Sänger Jason Cruz war nicht sehr gesprächig und vergeudete keine Zeit mit endlosen Songansagen. Er verriet aber, dass er nach der Show gerne zur Erfrischung in den Fluss springen würde. Jaja, Punk Rock im Sommer ist eben anstrengend.

Ich muss gestehen, dass die Band ja irgendwie an mir ein bisschen vorbeigezogen ist in all den Jahren – ich kannte bis gestern nur ein paar ihrer Songs. Was vielleicht auch daran liegt, dass sie bei Fat Wrecks Chords unter Vertrag sind und nicht bei Epitaph Records, dann wären sie nämlich auch auf den mir so ans Herz gewachsenen Punk-O-Rama Compilations vertreten gewesen… damals, als man noch CDs hörte… Aber ich bin ja der Meinung, dass man auch gut an ein Konzert gehen kann, ohne all die Songs zu kennen und sich einfach mal von den Live-Künsten überraschen lassen kann. Und Strung Out haben mich überzeugt. Schade, habe ich die Kalifornier nicht schon früher in mein Herz geschlossen.