5 Fragen an … Opal Ocean

Opal Ocean – das klingt so richtig schön mystisch, nicht? Wer hinter diesem Namen steckt: Die zwei Gitarristen Alex und Nadav aus dem australischen Melbourne. Mystisch ist aber nicht nur ihr Name, denn wenn man den zwei unglaublich sympathischen Jungs beim Spielen zuhört, kriegt man wirklich das Gefühl, als würden die Türen zu einer anderen Welt geöffnet.

Nachdem ich das Glück hatte, die beiden beim Fringe Festival in Edinburgh zu entdecken, durfte ich sogar ein Interview mit den Vollblut-Musikern führen. Seht selbst, was sie in unseren 5 Fragen an…  so erzählten:

Ihr habt ja einen ziemlich besonderen Stil. Wie würdet Ihr den beschreiben?

Nadav: So genau wissen wir das eigentlich selbst auch nicht (lacht). Ich würde sagen „Akustik-Rock“, aber der Rhythmus und die Art wie wir spielen sind stark vom Flamenco inspiriert. Wir haben ja auch Flamenco-Gitarren…

Alex: Ja, genau. Man könnte vielleicht sagen „traditionelle Technik, moderner Sound“.

Wo nehmt Ihr denn die Inspiration für Eure Musik her?

Alex: Da kommen wir nicht drumrum, Rodrigo y Gabriela zu erwähnen. Nadav und ich, wir kommen beide aus den Classic Rock, Progressive Rock-Bereich. Das war das Zeug, das wir hörten, als wir noch jung waren. Dann entdeckten wir plötzlich Rodrigo y Gabriela, und die gefielen uns sehr. Also suchten wir nach ähnlichen Bands und konnten einfach nichts finden. Deshalb entschieden wir uns, in ihre Fussstapfen zu treten, sozusagen. Aber wir wollen das Ganze auch ganz klar weiterentwickeln. Ich meine, mit dem Wah Wah und auch allgemein sind wir viel „heavier“ als Rodrigo y Gabriela.

Wo habt Ihr Euch denn überhaupt getroffen? Alex, du bist ja Franzose, Nadav, du kommst aus Neuseeland…

Nadav: Das ist eigentlich eine sehr coole Geschichte (lacht). Alex ist von Frankreich nach Neuseeland gezogen, nach Auckland, genauer gesagt. Und nun ja, ich bin von da, also war ich schon dort. Das war auch die Zeit, in der wir beide – getrennt voneinander – von der elektrischen Gitarre und von Heavy Metal zur akustischen und zur Strassenmusik übergingen.

Alex: Wir kannten uns aber noch nicht!

Nadav: Ja genau, wir kannten uns nicht! Und dann eines Tages kam eine Freundin zu mir und fragte mich, ob ich dort und dort, dann und dann am spielen war. Ich sagte ihr: „Nein, war ich nicht. Ich war ganz woanders um die Zeit“. Und da fing es an…

Alex: Oh ja, da fing es an (lacht).

Nadav: Eigentlich hatte er mich ja schon genervt, bevor ich ihn je kannte. Ich meine, ich dachte mir damals so: „Hey, wer klaut da meinen Stil?!“ Nun ja, auf jeden Fall bin ich dann nach Melbourne gezogen, weil der Ort einfach perfekt fürs Musik machen ist. Und Alex tat genau dasselbe – wir kannten uns immer noch nicht.

Alex: Yup, und rat mal, was dann passierte! Freunde von mir fingen an, mich zu fragen ob ich an gewissen Tageszeiten an gewissen Orten spielte, und es war bestimmt nicht ich. Uuuund natürlich war’s Nadav. Auch bei Nadav ging’s so weiter. Ich glaub‘ zu dem Zeitpunkt waren wir beide schon ziemlich genervt voneinander, so nach dem Motto „Hey, wer stiehlt da meinen Sound?!“.

Nadav: Genau. Aber irgendwann liessen wir uns dann von Leuten, die uns beide schon gehört hatten, zu einem Treffen überreden. Wir jammten zusammen, und der Rest ist Geschichte (lacht).

Alex: Es war wirklich Schicksal! Wir machten die gleiche Musik, standen an Konzerten in Melbourne wenige Meter voneinander entfernt, hatten ein paar gemeinsame Bekannte, und ja, dann endlich fanden wir uns.

Wirklich sehr geile Geschichte! Was sind denn Eure Pläne für die Zukunft? Möchtet Ihr weiterhin hauptsächlich Strassenmusik machen oder wollt Ihr es auf die grossen Bühnen schaffen?

Beide: Zum Teufel nein! Bitte nicht mehr!

Nadav: Ich meine, versteh mich nicht falsch, es ist wirklich toll immer um die Zuschauer rum zu sein und von so nah mit ihnen interagieren zu können. Aber es ist einfach so unglaublich unvorhersehbar.

Alex: Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt!

Nadav: Ja, das ist es. Strassenmusik ist für uns im Moment ein super Mittel zum Zweck, weil wir auf diese Art keinen Tagesjob machen müssen, der uns vom Musizieren abhält. Aber für die Zukunft wollen wir natürlich am liebsten auf Welttournee sein, auf Festivals spielen, grosse Zuschauermengen unterhalten. Das ist definitiv das Endziel.

Alex: Klar, die enge persönliche Verbindung zum Publikum bei der Strassenmusik ist schon toll – und wir geniessen die auch wirklich! Aber wir wollen schon grösser werden. Wir wollen auch eine Show aufbauen, denn da wir ja „nur“ zwei Gitarristen sind, ist uns eine grosse Show recht wichtig. Wir haben da auch sehr ähnliche Visionen, so à la visuelle Live-Shows, die perfekt mit der Musik harmonieren, und und und… Da arbeiten wir grad hin.

Nadav: Genau, und für jetzt wollen wir einfach weiterhin unsere Musik verbreiten, ein wenig in der Weltgeschichte rumreisen und spielen, spielen, spielen, sodass möglichst viele Leute uns und unsere Musik kennenlernen. Wir haben ja auch ein neues Album zu bewerben, dass so um die Mitte November rauskommt. Da starten wir dann wieder von Australien aus.

Ihr seid ja praktisch immer zu zweit unterwegs, gezwungenermassen… Nervt Ihr Euch da nie gegenseitig?

Nadav: Doch doch, natürlich tun wir das, wir leben ja quasi zusammen (lacht). Ich meine, am Ende eines jeden Tages merken wir schon immer wieder, dass wir eben doch zwei verschiedene Personen sind, die aber für die gleiche Musik leben. Aber, ich meine, wir finden immer eine Lösung. Die Show ist uns das Allerwichtigste, und das hat absolut immer Priorität für uns.

Alex: Aber das Coole ist schon auch, dass Nadav und ich so verbunden sind miteinander. Wir hören und spielen Musik auf die selbe Art, und sie hat einfach die gleiche Bedeutung in unser beider Leben. Wir werden beide weitermachen und weitermachen, bis wir unser Ziel erreicht haben – und zwar zusammen.

Also Jungs, ich finde ja, Ihr habt Euer erstes Skype-Interview mit Bravur gemeistert! Mehr Infos zur Band gibt’s natürlich auf Facebook oder auf ihrer Webseite.